Hermann Marwede (Edition 2015) in 1:72 mit RC- Revell #05220

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SharkHH
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Bevor ich mich an das finale Verkleben von Deck und Rumpf mache, musste ich mich heute etwas ablenken und habe mir das Tochterboot Verena vorgenommen. Die beiden Rumpfhälften passten wie wir im Norden sagen wie Arsch auf Eimer. Liegt wohl an der neuen Formenbautechnik, die mir schon beim Sea Lynx aufgefallen ist. 
Als erstes musste ich die Wülste (siehe rote Markierung) abschleifen, die ich auf Referenzbildern nicht gefunden habe. 
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Anschließend habe ich die Ätzteile gebogen, die die Trittflächen auf dem Schlauchboot darstellen. Als Biegewerkzeug habe ich die Ummantelung eines Schraubenziehers (Phasenprüfer) verwendet. Das hat super geklappt.
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Dann habe ich noch die Aufbauten zusammengeklebt, damit ich diese separat lackieren kann. Das wird im aufgeklebten Zustand schwierig.
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Das war es für heute. 
Bunte Restwoche überall.
SharkHH
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JojoKET
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Hallo SharkHH, danke, dass Du dir echt viel Mühe gibst, alles zu dokumentieren. Ich hab grade die alte Arcona fertiggebaut und war mit dem Ergebnis als totaler Anfänger zwar zufrieden, hab aber so viele Fehler gemacht, dass ich dachte, es geht bestimmt hundertmal besser. Was aber alles wirklich geht (RC-Steuerung, Ätzteile, Airbrush. Werkzeuge und Hilfsmittel) hab ich erst bei Dir gesehen und jetzt weiss ich, dass es 1000x besser geht.  Die RC-Steuerung lass ich sicherlich weg, aber Airbrush (ja ich weiss, ist für Euch "normal", ich hab aber brav gepinselt bisher) und diese Ätzteil-Ergänzungen sind echt ein Plus für mich. Und wenn ich die Marwede jetzt 5x bauen muss, egal, nur so bekomm ich das Gefühl dafür, was geht und was nicht. Also super lieben Dank für Deine Doku und mach bitte weiter so !!!! Jojo
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SharkHH
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Hai Jojo,
vielen Dank für Deinen Zuspruch. Auch wenn ich Dir raten würde, nicht gleich "in die Vollen" zu gehen und beim zweiten Modell alles zu versuchen, was es so gibt. ;-) Gerade Ätzteile können Dich vor ungeahnte Herausforderungen stellen. Weil sie teilweise sehr klein sind. 
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Und richtig ärgerlich wird es dann, wenn Dir so ein Teil aus der Pinzette springt und auf, hinter und leider meistens unter dem Basteltisch verschwindet. Dazu kommt, dass Du bei Ätzteilen u.U. eine andere Art der Farbe wählen musst, da die "normale" Acrylfarbe auf Metall nicht gut haftet. Da gibt es von anderen Herstellern wie z.B. Mr. Gunze spezielle Grundierungen für Metall. 

Ein weiterer Aspekt, den ich heute dokumentieren möchte, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Effektivität zu erheben, ist die richtige Strategie beim Bemalen. Am Beispiel des Rumpfs des Tochterboots Verena stelle ich meine Vorgehensweise vor. 

0) Grundierung

Nach dem Zusammenbau und dem Anbringen sowie dem Entfernen *) der wesentlichen Ätzteile (vor allen der schwarzen Trittflächen auf dem Schlauchgummi) habe ich den Rumpf zunächst mit Revell Aqua Color Basic grundiert. Manche sagen, dass eine Grundierung nicht notwendig ist, andere schwören darauf. Ich gehöre zu letzteren. Habe es aber auch schon ohne ausprobiert und festgestellt, dass auch dies wohl funktioniert. Glaube aber, ohne es zu wissen, dass der Trocknungsprozess länger dauert. 
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1) Schwarze Naht (Revell Schwarz 302 seidenmatt)

Nach der Grundierung habe ich als erstes den Gummiwulst an der Außenseite schwarz lackiert. Nach dem Trocknen habe ich dann die Kontur der Naht mit 3 mm breitem Tamiya Kurven-Maskierband abgeklebt. Für die umgehende Naht am Bug, die ca. 5 mm breit ist, habe ich zwei Streifen übereinandergelegt. 
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2) Grundfarbe Schlauch (Mittelgrau 43 matt)

Im zweiten Schritt wurde der Gummischlauch in grau bemalt. 

3) Staukasten im Bug (weiß 4 glänzend)

Um den vorderen Staukasten in weiß zu lackieren, wurden mit Masking-Tape die zuvor lackierten Bereiche geschützt. 
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4) Deck und Schiffsrumpf (Plan: Hellgrau 371 seidenmatt - IST: ca. 90% Hellgrau 76 matt + 10 % Aluminium) 

Da mir das vorgeschlagene Hellgrau 371 zu hell erschien und sich zu sehr von dem in Alumnium eingefassten Bug abhob, habe ich mich dazu entschlossen, eine andere Farbe auszuprobieren, die ich auch schon bei den Seitenfendern am Mutterschiff verwendet hatte. Das gefiel mir persönlich besser. Auch hier wurde mit Maskierband alles abgedeckt, was zuvor bemalt wurde.

5) Steuerstand (Purpurrot 331 seidenmatt)

Zum Schluss wurde noch die Oberseite des Steuerstands in Purpurrot lackiert. Die Frontplatte mit der Durchgangsluke wurde gemäß Anleitung in Purpurrot sowie weiß für das Schott bemalt. Zum Schutz der lackierten Flächen habe ich mir aus einem Stück Zewa ein OP-Tuch geschnitzt.
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6) Bugschutz (Aluminium 99)

Die Verstärkung am Bug wurde mit Aluminium lackiert. Auf Vorlagenbildern sieht man, dass die Alu-Platte facettenartig angeschliffen ist. Das habe ich nicht versucht nachzubilden. Irgendwann ist auch mal gut.

Danach habe ich noch die Kreuzpoller für Bug und Heck in Eisen 91 lackiert. Das bot sich an, weil ich den Airbrush dafür nicht komplett reinigen musste. 

7) Verstärkung der Ansauganlage für die Jetantriebe (PLAN: Schwarz 302 Seidenmatt - IST: Teerschwarz 6 matt)

Zum Schluss wurde die beiden "Platten" schwarz lackiert. Mir gefiel das matte Schwarz besser als das seidenmatte. 

Was jetzt noch fehlt, sind die schwarze Trittflächen. Da kümmer ich mich später noch drum. Das Deckshaus habe ich ebenfalls schon lackiert. 

In jedem dieser Arbeitsschritte wurde mit Masking-Tape der nächste Bereich abgedeckt. Es wurde von ganz dunkel nach heller gearbeitet. Und zwischendurch mal mit weiß hantiert. Ich fand, dass diese Vorgehensweise hinsichtlich des Maskierens für mich am einfachsten war. 

*) Entfernen von Ätzteilen

Modellbau hat ja irgendwie was mit dem Nachbilden eines Originals in klein zu tun. Der Bausatz von Revell bietet hier wie ich finde eine tolle Vorlage zum Bau des Mutter- und Tochterschiffes. Wenn Revell mal etwas vergisst, gibt es dann im Zubehörbereich eine Firma Eduard, die mit ihren filigranen Ätzteilen dem Modell noch mehr Leben einhauchen. 
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Ich habe nun gelernt, dass es durchaus hilfreich sein kann, erst die Originalbilder zu studieren und dann die Anleitung zur Anbringung der Ätzteile. Dann wäre mir vorher aufgefallen, dass von diesen schönen Trittflächen auf dem Schlauch, die Revell vermutlich vergessen hat, nicht 3 sondern nur 2 angebracht werden. Zwischen den beiden Trittflächen wird dann noch das Ätzteil für Griffleinen angebracht. Also die Dinger wieder abgepult, den Kleber abgeschliffen und neu angebracht. Mal lernt halt nie aus. ;-)

Tipp an Revell: Einfach bei der nächsten Neuauflage des Modells passende Decals mitliefern.  ;)

Montage- und Lackierstrategie bei bzw. mit Ätzteilen

Ebenfalls kann es helfen, sich vorher Gedanken darüber zu machen, ob ein montiertes Ätzteil eventuell bei der späteren Lackierung stören könnte. Am Deckshaus sind an den Seitenteilen zwei "Wulste" angegossen, die durch schöne, geätzte Haltegriffe von Eduard ersetzt werden. Diese sind auf Bildern des Originals sehr gut zu erkennen. Die Bauanleitung von Revell schweigt sich dazu aus. **) Ebenso dass von dem vorderen roten Dach ein roter Streifen am Steuerstand aufgebracht ist. Wenn man nun die Haltegriffe erst anbringt und dann das Maskierband zur Abdeckung des roten Streifens, musste ich feststellen, dass das Teil stört. Als raus damit, Maskierband drüber und nach Abschluss der Lackierarbeiten wieder angebracht. 

**) Hier habe ich einen Fehler gemacht. In Baustufe 65 und 66 wird die Bemalung des Haltegriffs an den Seitenwänden sehr wohl beschrieben. Sorry dafür.

Auspacken ist am schönsten bzw. Shit happens

Es ist schon immer ein toller Moment, wenn man nach all dem Abkleben, Lackieren, wieder Abkleben fertig ist und dann das Masking-Tape abzieht und feststellen muss, dass man geschlampert hat. Da kann einem gelegentlich auch mal der Kragen platzen. Gerade weil ein leuchtendes Feuerrot die Angewohnheit hat, sehr hartnäckig durchzuscheinen. 
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Wat soll´s. Ist ja nicht zur Strafe, sondern nur zu Übung. Dann kann ich dann üben, wie man sauber ausbessert. 

Trotz oder gerade deswegen

Happy modelling überall.

SharkHH
Zuletzt geändert von SharkHH am So 5. Mär 2017, 17:37, insgesamt 2-mal geändert.
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Nightquest1000
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Tipp zu "springenden" Ätzteilen. Die werden aus Pinzetten nur abgefeuert wenn sie mit Druck gehalten werden. Immer mit dem minimalst möglichen Druck, bzw. gar keinem Druck in der Pinzette halten. Mit etwas Übung kann man Teile im 10tel mm Bereich festhalten, ohne das sie verloren gehen. Das Problem ist zu 99,9% die Pinzette. Die sind zu stramm, haben zu viel Widerstand. Der Druck, der nötig ist, eine schlechte Pinzette zu schließen reicht, um ein kleines Ätzteil ins Universum zu beschleunigen.
Der Modellbauer ist bekanntlich Jäger und Sammler. Auf Flohmärkten kommt man dann manchmal an so Ständen mit billigem medizinischem Gerät vorbei. Sind auch ganz beliebt auf Modellbaumessen. Da gibt's tonnenweise Pinzetten in allen Größen und Formen. In Dortmund auf der Intermodell hab ich sogar mal einen Vaginaspreizer bei so einem Anbieter gesehen. Als ob der Modellbauer sagt, ah, ein.. aber ich komme vom Thema ab. Das Zeug kommt aus China und taugt nichts. Lasst die Finger von so was. Von chinesischen Pinzetten und vom Vaginaspreizer sowieso ;)
Was ich sagen will, das Sammeln hat den unschönen Nebeneffekt, das man 10 Pinzetten hat, die alle nichts taugen. Lieber einmal 20€ in eine Elektroniker-Pinzette investiert und man hat Ruhe.
Der Schlüssel ist eine Pinzette die präzise und mit null Kraft schließt. Man braucht keinerlei Druck um Ätzteile zu halten. Im Gegenteil, übt man auch nur den leisesten Druck aus, neigen sie zum davonfliegen.
Tom
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SharkHH
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Nightquest1000 hat geschrieben:Man braucht keinerlei Druck um Ätzteile zu halten. Im Gegenteil, übt man auch nur den leisesten Druck aus, neigen sie zum davonfliegen.
Tom
Hai Tom,
vielen Dank für den Tipp mit dem Druck. Da werd ich mal drauf achten. Ich hab zwar keine Elektroniker-Pinzette, bin mit meiner aber recht zufrieden. Ich weiß zwar nicht mehr, ob ich die in Dortmund gekauft habe oder woanders entdeckt habe. Wie dem auch sei, ich werde daran arbeiten. Hat so ein bisschen was von Yoga, dieser Modellbau. 
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SharkHH
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Bevor die neue Woche startet, wollte ich Euch noch vom letzten Bauzustand der Verena in Kenntnis setzen. Heute wurde einige Ausbesserungen vorgenommen sowie die Decals aufgebracht. 
An dieser Stelle ein kleiner Tipp. Wenn man plane Klarsichtteile anbringen will, kann eine kleiner Pömpel, den man üblicherweise für Kontaktlinsen benutzt, helfen. Einfach mal beim Optiker seines Vertrauens nachfragen.
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Dann wollte ich die Antennen, die am Dach angebracht sind, montieren und fand sie etwas grobschlächtig. Meine Idee, den "Antennendraht" abzuschneiden und dann den Antennenhalter aufzubohren, um darin einen 0,3 mm starken Draht einzuführen, schlug fehl. Also ließ ich den Halter weg und steckte den Draht einfach so ins Dach. Das erfüllt auch seinen Zweck.
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Nächstes Wochenende werde ich darüber grübeln, ob ich das Revell-Bauteil so verwende, wie es ist oder ob ich das Netz rausschneide und durch das Eduard-Ätzteil ersetze. 
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Ich wünsche allen eine schöne Bastelwoche.
SharkHH
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Nightquest1000
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Was gibt's da zu grübeln?
Tom
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satori
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SharkHH hat geschrieben:Nächstes Wochenende werde ich darüber grübeln, ob ich das Revell-Bauteil so verwende, wie es ist oder ob ich das Netz rausschneide und durch das Eduard-Ätzteil ersetze.
Ich finde beide Varianten nicht so prikelnd. Würde aber eher zu der von Revell tendieren. Das Äzteil ist zu flach und statisch.
Auch mit Steinen die Dir im Weg liegen kann man was schönes bauen!
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SharkHH
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Hai Satori und Tom,
ich habe mich für Satoris Variante entschieden. Das Teil war derart filigran, dass ich mir das nicht antun wollte. Da hätte ich das ganze Gestänge gleich Scratch bauen können. Mir reicht es so. Zumal man am Ende eh nicht mehr viel davon sehen wird. 
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Kleiner #Tipp am Rande: Es muss nicht immer ein Ätzteil sein. Die Haltegriffe an der Marwede musste ich für die Maskierung während der Lackierung des roten Zierstreifens entfernen. Da mir diese zu flach erschienen, habe ich sie kurzerhand mit einem passenden Stück Kupferdraht (0,6 mm Stärke, gibt es z.B. beim Boesner, einem Fachgeschäft für Künstlerbedarf) ersetzt und abschließend lackiert. 
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Dann kam er, der große Moment. Die Hochzeit von Deck und Rumpf. Wie an anderer Stelle schon beschrieben, war der Rumpf sehr verzogen. Die Seitenteile auch. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben und so machte ich mich daran, die Marwede zu "bezwingen". Das Loch, dass ich für den Zugang zu den Motoren und dem Akku in das Deck geschnitten hatte, erwies sich als ideal, um das Deck in die richtige Position zu schieben. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch ohne RC-Einbau hilfreich sein kann, um das Deck einzupassen. 
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Nach angemessener Trocknungszeit war ich von dem Ergebnis einigermaßen überrascht, um es gelinde auszudrücken. Ich will nicht ausschließen, dass ich zu doof bin, aber mit einem derartigen Verzug hätte ich jetzt nicht gerechnet. Als ich den Rumpf bei Revell reklamierte, hieß es noch, dass sich das vermutlich mit dem Bau zurechtziehen würde. Hat es nicht. Und dass durch den Einbau der RC-Komponenten sich der ganze Rumpf inkl. Deck verzieht, kann ich auch nicht so recht nachvollziehen. Da heißt es jetzt durchatmen, Ruhe bewahren und schauen, wie man das Ding wieder gerade gebogen kriegt. 
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Also habe ich zum Zeitvertreib den Hauptmast komplettiert. Es fehlten noch die Trittstufen. Und wenn man mal runterkommen will, ist diese Art der Beschäftigung genau das richtige. 
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Wie schon bei der Verena erschienen mir auch beim Mutterschiff die Antennen (Bauteil F169) etwas grobschlächtig. Also die Antennen abgezwickt und durch 0,3 mm Stahl ersetzt. Sieht noch ein wenig schief aus, aber das wird noch. 
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Stellprobe. Läuft.
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SharkHH
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Hallo zusammen,
ich bräuchte mal Eure Hilfe. Wie zuvor beschrieben, weist der Rumpf und das Deck der Marwede einen nicht unerheblichen Verzug auf. Habt Ihr eine Idee, wie ich diesen Spalt zwischen Deck und Aufbau "zu" kriege?
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Meine erste Idee war, dass ich mir aus einer ABS-Platte das fehlende Stück ausschneide und ranklebe. Geht das auch einfacher?
Ich freue mich über Tipps und Tricks.
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Nightquest1000
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Lässt sich das Oberteil mit Druck ans Deck anpassen?
Wenn ja würde ich 2-Komponentenkleber nehmen, und den Aufbau bis zum Abbinden fixieren. Mit Gummis, Gewichten oder ähnlichem. Ich glaube das ist einfacher zu fixen als der Verzug im Rumpf.
Da könnte man versuchen, ein zusätzliches Spantgerüst aus Holz einzubauen. Wobei die Spanten dann verwindungsfrei auf der Längsachse miteinander verbunden werden müssen. Aber das sollte zu bewerkstelligen sein.
Grüße
Tom
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SharkHH
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Nightquest1000 hat geschrieben:Lässt sich das Oberteil mit Druck ans Deck anpassen?
Hai Tom,
das wird vermutlich nichts, da ich den Aufbau abnehmen muss, um an das Loch im Rumpf ranzukommen wegen der Fernsteuerung. Aber besten Dank für den Tipp.

Die letzten Tage war ich damit beschäftigt, den Hauptmast zu vollenden. Die Lackierung und vor allen die Maskierung ist aufwendig. Ich habe zunächst alles grundiert und anschließend mit Revell Aqua 04 weiß glänzend vorgestrichen. Der obere Teil in Tageslichtrot war noch einfach. Schwierig wurde dann der schwarze Teil, da dieser teilweise diagonal verläuft. Revell schlägt vor, dass die Lampen in Orange bemalt werden sollen. Hier empfehle ich eine "Grundierung" mit Silber und dann eine Farbgebung mit Rot klar. Ich verwende dafür wie immer ModelMaster Chrome Silver und Tamiya Clear Red.
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Kleiner Tipp am Rande:
Wenn man mal was ausbessern muss wie z.B. das Schwarz an den Doppelleuchten, kann man das auch mit einem Edding machen. Der lässt sich in meinen Augen etwas einfacher handhaben als ein Pinsel.
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Weiter ging es mit dem Fahrstand. Hier habe ich auf die Ätzteile von Eduard zurückgegriffen, da mir der angegossene Fahrstand zu dürftig erschien. Allerdings habe ich mich gewundert, warum bei Eduard "Halter" verwendet werden, die nichts halten. 
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Ein Blick auf Originalbilder ergab, dass hier wohl Lautsprecher hingehören. Was tut man, wenn man keine hat? Man baut sich selber welche. Hierfür habe ich ein Rohr mit 3 mm Außendurchmesser zunächst mit einem 2,5 mm Bohrer geweitet und anschließend auf ca. 5 mm abgelängt. Hierfür empfiehlt sich eine Säge, damit man das Rohr nicht durch den Druck eines Messers oder einer Zange durchbiegt. 
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Damit das 3 mm Rohr aussieht wie ein Lautsprecher habe ich ein Ende mit einem Schaschlikspieß geweitet. 
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Im nächsten Schritt habe ich ein 2,5 mm dickes Stück Rundmaterial von hinten in das 3 mm Rohr geschoben und beides mit einem Seitenschneider gekürzt. 
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Abschließend habe ich den Halter angeklebt.
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Zum Schluß habe ich noch einige Kleinteile komplettiert und mal ein paar Bilder vom gesteckten Zustand gemacht. Aber seht selbst.
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Dann habe ich heute noch ein Experiment aus der Rubrik "Versuch und Irrtum" durchgeführt. Ich habe mir meinen eigenen Spachtel aus Spitzlingresten und Revell Contacta Professional angerührt. Nach ca. 1 Tag hatten sich die Plasteteile komplett aufgelöst. Aus welchem Grund auch immer ist mein Loch im Rumpf größer ausgefallen, als ich es mir vorgestellt habe. Um dies zu schließen, habe ich ein L-Profil als Stütze mit Maskingtape fixiert und den Spachtel in einer Einwegspritze aufgezogen. 
Schablone
Schablone
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Das sollte man ganz langsam machen, dann wird auch eine ordentliche Menge Spachtel eingesogen. Durch sanften Druck wird der Spachtel dort platziert, wo man ihn hinhaben möchte. 
Kleben
Kleben
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Das Aushärten scheint wohl was länger zu dauern.
Fertig
Fertig
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Ich halte Euch auf dem laufenden. 

Frohes Kleben überall
SharkHH

PS: Es scheint an der neuen Forums-Version zu liegen, dass Leerzeilen zur besseren Lesbarkeit nicht unterstützt werden. 
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Das mit der Spritze finde ich ja mal interessant! Ist die "Pampe" so dünn, dass es so relativ sauber geht?
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IchBaueAuchModelle hat geschrieben:Ist die "Pampe" so dünn, dass es so relativ sauber geht?
Hai Christian,
die "Pampe" ist ein zähes Luder (jenseits von Silikon) und zieht fies Fäden, wenn man ihrer mit einem Spatel habhaft werden möchte. Eventuell kann man die Viskosität durch die weitere Zugabe von Contacta Professional steigern. Aber für den ersten Versuch war es ganz ok. Ich schau, ob der Spachtel heute abend ausgehärtet ist und beschliffen werden kann.
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Danke :) Dann ist das doch ein Gewaltakt, das Zeug durch die Spritze zu bekommen! Aber gut zu lesen, was man auch machen kann. An eine Spritze habe ich noch nie beim Spachteln (generell) gedacht.
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