Atomeisbrecher LENIN 1:400

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Admiral Hornblower
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Neues Jahr, neues (Modellbau) Glück…

Eigentlich wollte ich ja nur noch die „etwas größeren “ Maßstäbe bauen, wäre da nicht immer noch der „Atomeisbrecher LENIN“ im Maßstab 1:400, der UDSSR Firma Novoexport, Moscow (Moskau) in meinem Lager.
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Meine "LENIN"
Meine "LENIN"
1. Lenin Novoexport.jpg (128.47 KiB) 1154 mal betrachtet
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Der Bausatz wurde, (lt. Scalemates), im Jahr 1971 zum ersten Mal auf den Markt gebracht.

Entworfen wurde der Bausatz 1969 von der Firma Heller mit fünf weiteren Modellen für die damalige UDSSR.

Auf der Web Site: „www. Heller.fr“ findet sich folgender Hinweis:

- 1969 Vereinbarung mit den Sowjets zur Herstellung von fünf Formen.

1974 ist der Eisbrecher Lenin auch im Katalog der Firma Heller zu finden. Ob der Bausatz auch in den Folgejahren von Heller vertrieben wurde konnte ich nicht feststellen.
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LENIN im Heller Katalog 1974
LENIN im Heller Katalog 1974
2. Eisbrecher Lenin Heller Katalog 1974 Kaleu NW.jpeg (105.39 KiB) 1154 mal betrachtet
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Ein großes Dankeschön an KaLeu NW der mir Bilder von dieser Katalogseite zur Verfügung gestellt hat !

Interessanter Weise ist der Bausatz bei Scalemates unter dem Hersteller Novoexport gelistet, Unter Markierungen /Geschichte taucht dann, als Erstausgabe 1971, wieder das Modell der Firma Heller auf!


Ein paar Zeilen zum Original:
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Gesamtansicht
Gesamtansicht
4. LENIN von oben.jpg (86.86 KiB) 1154 mal betrachtet
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Der vollständige Name wäre eigentlich LENIN (II)

Der erste Einbrecher Lenin trug ursprünglich den Namen Wladimir Iljitsch, später Lenin, war Baujahr 1917 und wurde im Auftrag der russischen Regierung bei Armstrong, Whitworth & Co. in Großbritannien gebaut.

Lenin (II)
  • Baujahr : 1957/1959
    Bauwerft : Ordjonikidse Werft, Leningrad
    BRT : 15698 T
    Länge : 134,10 M
    Breite : 27,56 M
    Tiefgang : 9,60 M
    Antriebsleistung : 28850 KW (Quelle: Bernd Oesterle, „Eisbrecher aus aller Welt“ VEB Verlag f.
    Verkehrswesen, 1988)
    32000 KW (Quelle: Lexikon der Seefahrt, VEB Verlag f. Verkehrswesen 1976)
    Antrieb : turboelektrisch/Nuklear
    : 3 Kernreaktoren
    : 4 Dampfturbinen
    Propeller : 3
    Geschwindigkeit : 18 Kn etwa 33, 3 Km/h
    Besatzung : 151 Mann
    IMO Nr : 5206087 (Quelle: shipspotting.com)
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Reaktorzentrale
Reaktorzentrale
6. Reaktor Steuerung orf at.jpg (162.45 KiB) 1154 mal betrachtet
Bei den letzten Vorbereitungen für diesen BB ist mir dann noch dieses Bild "zugelaufen". Ein für diese Jahre hochmodernes Schiff, aber der Kommandant rechnet noch auf einem Abakus.
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Kommandantenkammer mit Abakus
Kommandantenkammer mit Abakus
15.Büro Kammer Kommandant.jpg (153.3 KiB) 1154 mal betrachtet
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Die Außenhautbeplankung im Bereich des Vorschiffs beträgt 52 mm. Der Rumpf ist aus einzelnen Sektionen zusammengefügt und komplett verschweißt. Auch die Aufbauten wurden, in Sektionen, an Land hergestellt und erst auf dem Schiff zusammengeschweißt.
Der Rumpf ist in 11 Querschotten unterteilt die bis an das Hauptdeck heranreichen und den Rumpf so in 12 wasserdichte Abteilungen trennen.

Die Längsschotten sind soweit an die Bordwand herangesetzt, dass bei einem Wassereinbruch die Krängung möglichst gering gehalten wird.

Mit Hilfe einer extrem starken Krängungsanlage, deren Pumpen eine Leistung von 4000 t/h haben, kann sich der Eisbrecher selbst aus einer Eisumklammerung befreien.

Interessant sind auch die Unterbringung und, vor allem, die Freizeitmöglichkeiten der Besatzung:

- Unterbringung in Ein- und Zweibettkammern
- Mehrere Salons
- Einen Musiksaal
- Einen Kinoraum
- Eine Sauna
- Eine umfangreiche Bibliothek
- Alle, der nahezu 1000 (!) Räume sind an eine Klimaanlage angeschlossen
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Viel Platz für die Mannschaft !
Viel Platz für die Mannschaft !
7. Viel Platz für die Mannschaft orf.at.jpg (129.16 KiB) 1154 mal betrachtet
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Die LENIN wurde auch zu Empfängen von Staatsgästen genutzt. Gäste an Bord waren u.a. Richard Nixon USA und Fidel Castro Kuba
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Salon
Salon
8. NS Lenin Innen 1.jpg (172.01 KiB) 1154 mal betrachtet
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Trotz all dieser Annehmlichkeiten musste sich jedes Besatzungsmitglied auf eine permanente Vibration des Schiffes und eine ständige Lärmkulisse des Eisbrechers einstellen. Um diese ständige Belastung möglichst gering zu halten sind alle Wohn- und Aufenthaltsräume im vorderen Teil der Aufbauten untergebracht.
Alle Anlagen der Schiffstechnik, der Navigation und der Nachrichtenübermittlung wurden ständig auf dem neuesten Stand gehalten. So erhielt das Schiff nachträglich eine Datenverarbeitungsanlage und Einrichtungen für Satellitennavigation.

Bei einer permanenten Geschwindigkeit von 2 Kn, also ca. 3,7 Km/H konnte das Schiff Eisdicken von 2,5 m aufbrechen
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Eisfahrt
Eisfahrt
9. NS Lenin Eisfahrt.jpg (99.1 KiB) 1154 mal betrachtet
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1966 wurde die Reaktoranlage erneuert, wobei der Reserve Reaktor entfernt und nicht mehr eingebaut wurde.

Die Lenin wurde 1989 außer Dienst gestellt weil ihre Außenhülle durch Eisabrieb zu dünn geworden war. Das Schiff liegt seitdem im Hafen der Atomflot für Atomeisbrecher in Murmansk. Sie wurde zu einem Museumsschiff umgebaut.
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LENIN als Museumschiff im Hafen von Murmansk
LENIN als Museumschiff im Hafen von Murmansk
10. NS Lenin Hafen 3.jpg (148.17 KiB) 1154 mal betrachtet
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Im Mai 2009 wurde darin der erste Teil des Museums für die Erschließung der Arktis und des nördlichen Seewegs eröffnet.

Die Lenin beherbergte bis zum 10. Januar 2014 im Rahmen der fünften Moskauer Biennale eine Ausstellung russischer und österreichischer Künstler, die von der österreichischen Botschaft in Moskau und dem Lentos Kunstmuseum Linz eingeladen wurden, sich mit dem Atomeisbrecher auseinanderzusetzen Zur Ausstellung Lenin Eisbrecher erschien ein unentgeltliches Beiheft in deutscher, englischer und russischer Sprache.

Quellen für diese Angaben waren das www, u.a. Shippspotting.com, MDR.de, ORF.at, wikipedia, sowie die Bücher „Lexikon der Seefahrt“ und „ Eisbrecher aus aller Welt“ beide VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin
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Oliver Bizer
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Sehr schöne Geschichte und eine sehr gute Modellauswahl.
Seit ich eine Eismeerfahrt, mit einem Frachter, gemacht habe liebe ich Eisbrecher :D
Dann viel Spaß mit dem Modell!
"Unsere Devise ist Surprise, wie jeder weiß!" Bild
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Admiral Hornblower
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Gut Ding will Weile haben.

Es wird eine Weile dauern bis ich die ca.150 Teile „zusammengeklebt und angemalt“ habe. Auf Grund meiner Augenprobleme kann ich leider nicht so oft an meinen Werktisch wie ich es gerne möchte.
Noch mehr Probleme bereitet mir aber die Arbeit am Notebook. Die Erstellung von Texten und die Bildbearbeitung ist recht anstrengend und daher zeitlich eingeschränkt.

Also, für diejenigen die sich in den Zuschauerraum setzen möchten: Deckt euch reichlich mit Knabberzeug und Getränken ein, ….es wird länger dauern!!!


Bausatzvorstellung :
Das Modell

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2.1 . Lenin.jpg
2.1 . Lenin.jpg (258.01 KiB) 1076 mal betrachtet
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„Atomeisbrecher Lenin“, Maßstab 1:400, UDSSR Firma Novoexport, Moscow (Moskau). aus dem Jahr 1971.
Die Länge des Modells beträgt ca. 33,5 cm

Der Karton ist, für unsere Verhältnisse ungewöhnlich, rechteckig und sehr stabil. Alle Teile finden sich in zwei, verschweißten, Plastikbeuteln und sind vollständig.Ebenfalls enthalten ist ein Fläschchen ohne Beschriftung. Es ist ein übel riechender Klebstoff. Ob und wie der "funktioniert" weis ich nicht. Ich habe ihn entsorgt.
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2.3 Alle Teileund Anleitung.jpg
2.3 Alle Teileund Anleitung.jpg (80.99 KiB) 1076 mal betrachtet
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Ob der Bausatz tatsächlich von 1971 ist weis ich nicht, auf jeden Fall dürfte er aus den 1970er Jahre stammen und ist ca. 40 Jahre alt.
Erstaunlich ist, dass von den kleineren Teilen sich nur 2 von den Guss Ästen gelöst haben. Es sind zwei Spritzrahmen, an denen alle Teile angegossen sind.

Die Gesamtzahl der Teile schätze ich auf ca. 150. Auffällig ist die recht saubere Verarbeitung. Die Fenster der Front (des großen Aufbaus) sind alle sehr sauber ausgeführt und, es scheint so als wenn da wenig Nacharbeit auf mich zu kommt.
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2.4 Bauteil Aufbau.jpg
2.4 Bauteil Aufbau.jpg (38.98 KiB) 1076 mal betrachtet
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Fischhäute finden sich an den Beibooten. Sie sehen allerdings nicht nach größeren Schwierigkeiten aus.
Die Bauanleitung ist eine DIN A3 Seite und in russischer Sprache. Der Druck und auch die Qualität des Papiers sind um Klassen besser wie bei der ARKTIKA.
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2.6.NS Lenin Bauplan.jpg
2.6.NS Lenin Bauplan.jpg (133.75 KiB) 1076 mal betrachtet
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Im Gegensatz zum Bausatz des Atomeisbrecher ARKTIKA machen die Teile insgesamt einen sehr guten Eindruck.
Waren bei der Arktika die Bordwände bis zu 2 mm dick und total verzogen, so könnten diese Rumpfhälften durchaus aus einem modernen Bausatz stammen.
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2.5 Rumpfhälften.jpg
2.5 Rumpfhälften.jpg (36.79 KiB) 1076 mal betrachtet
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Was mir gut gefällt ist auch das Haupt und Oberdeck eine sehr fein aufgebrachte Struktur aufweisen. Diese Struktur soll wohl Stahlplatten darstellen.
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2.7 Decks.jpg
2.7 Decks.jpg (40.31 KiB) 1076 mal betrachtet
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Beim betrachten des Vordecks fällt auf das keine Ankerketten aufgeprägt sind. Das Entfernen entfällt also!
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2.8 Vordeck Details.jpg
2.8 Vordeck Details.jpg (41.06 KiB) 1076 mal betrachtet
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Die aufgeprägten Schriftzüge werden abgeschliffen und durch Decals ersetzt. Die Decals hatte ich mir, für mehrere Modelle die noch auf meinem Plan standen, schon vor längerer Zeit anfertigen lassen. Den Schlitz zwischen Rumpf und Ruder will ich öffnen.
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2.9 Heck und Ruder.jpg
2.9 Heck und Ruder.jpg (89.88 KiB) 1076 mal betrachtet
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Die Arbeits- oder Verkehrsboote sind sehr klein, trotzdem sind die „Fenster“ erkennbar eingeprägt. Ein Bild zum Vergleich: Der Anker des Revell Fisch Trawlers im Maßstab 1:142, relativ grob ausgeführt. Dagegen die Arbeitsboote der LENIN, Maßstab 1:400 !
Beide Modelle sind aus dem Anfang der 1970er Jahre.
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2.10 Arbeitsboote Vergleich.jpg
2.10 Arbeitsboote Vergleich.jpg (115.33 KiB) 1076 mal betrachtet
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Alle Bauteile machen, zumindest auf den ersten Blick, einen sauberen Eindruck. Hoffentlich bleibt dieser gute Eindruck auch während der Bauphase erhalten.
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Phylax Lüdicke
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Da bin ich ja mal gespannt. :-)
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
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Toolman Toto
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Bei einem so coolen Modell bin ich auch mit dabei!
Kleiner Maßstab - große Leidenschaft!
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Diwo58
Beiträge: 1827
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Wohnort: Harsewinkel

Yooo.... dann melde ich mich auch mal als Zuschauer an und geselle mich zu den bereits anwesenden Herren.... :thumbup:
Wünsche dir gutes gelingen und viel Spaß beim bau.

Gruß, Dirk. :thumbup:
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Simitian
Beiträge: 1261
Registriert: So 7. Okt 2018, 19:02
Wohnort: Wesermarsch

Moin, moin
toller Anfang :clap: :clap:
ich setze mich mal mit in die erste Reihe, zum über die Schulter schauen.
Viel Spass und Erfolg schon mal vorweg.

MfG
Jan
Derzeitiges Projekt: Messerschmitt Me 262 A-1a in 1:48 von Tamiya
Aus Prinzip finden die Bemalungen meiner Modelle nur mit Pinsel statt.

Jan's Modellbau- Portfolio
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KaleuNW
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Eure Exzelenz Herr Admiral

Mit den motivierenden Originalbildern gepaart mit deinen Fähigkeiten wird dir sicher ein herausragendes Modell gelingen.
Gerne schaue ich ab und an auf deiner Werft vorbei, um an deinen Baufortschritten teilzuhaben.
Hoffen wir, dass du deine Augen nicht allzu sehr stapatzieren musst.

Von Werft zu Werft
Wilfred
Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.
Michel de Montaigne (1533 - 1592)
Traven
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Den Eisbrechen habe ich auch und die beiden Schiffe aus dem Katalog (Potemkine und Aurora) ebenfalls :P

Dann werde ich mir den Baubericht auch ansehen und das Teil nachbauen :lol:
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KaleuNW
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Schade, den habe ich eben leider nicht, die beiden andern antiken Steamer schon.
Liegen auch schon seit Jahren im Arsenal.
Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.
Michel de Montaigne (1533 - 1592)
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Bummelux
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Da bleibe ich mal am Ball. Persönlich finde ich die Lenin ja wunderschön und Imposant :thumbup:
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Pursche
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Wo findet man denn so tolle Vintage-Bausätze?
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:)
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Admiral Hornblower
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Hallo Otto,
die LENIN habe ich gezielt gesucht. Die Suche nach einem "bezahlbaren" Bausatz hat sich über drei Jahre hingezogen. Fündig geworden bin ich bei den Ebay Kleinanzeigen.
Den Eisbrecher ARKTIKA habe ich ebenfalls von Ebay. Die Arktika , gleicher Maßstab, wurde vor einiger Zeit noch von Modellbau König angeboten, als Bausatz von Ark Modells. Wenn Du "Vintage" Bausätze suchst dann schau mal nach Lindbergh Modellen. Die sollen Qualitativ aber nicht sooo gut sein. Ich habe allerdings noch keinen gebaut kann es also weder bestätigen noch dementieren.
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Sokrates
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Pursche
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Den Arktika muß ich mir noch ansehen, dankeschön :)
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:)
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Admiral Hornblower
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Der Bau:

Eigentlich hatte ich vor dieses Modell als „Fabrikneu bzw. als Werftmodell“ zu bauen. Bei meiner Suche nach Fotos vom Original bin ich dann in einem anderen Forum auf einen Baubericht, sogar des gleichen Modells, gestoßen. Super sauber gebaut und auch fantastisch lackiert. Handwerklich eine tolle Leistung, aber leider wirkt das Modell irgendwie „leblos“.
Jetzt werde ich wohl doch, wenn auch nur mit minimalen Gebrauchsspuren, versuchen das Modell etwas realer zu gestalten.

Baubeginn:

Begonnen habe ich damit, den Rumpf zu versäubern und die Bullaugen aufzubohren. Es waren ca. 80 Stück a´ 1,2 mm, die durchgebohrt wurden. Um den Bullaugen etwas Tiefe zu geben habe ich mit einem 1,4 mm Bohrer gaaanz leicht nachgebohrt (etwa 3 Umdrehungen mit dem Handbohrer) und das Bohrloch mit einem 1,6 mm Bohrer entgratet.
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3.1 Bullaugen.jpg
3.1 Bullaugen.jpg (95.67 KiB) 761 mal betrachtet
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Letztendlich ist es hier wie bei so vielen Dingen im Modellbau. Man sieht es nicht, aber der Erbauer weis das es so ist.

Im nächsten Schritt wurden dann die die aufgeprägten Schriftzüge an Bug und Heck entfernt. Das abtragen war mit dem Skalpell problemlos. Beigeschliffen habe ich die „Unreinheiten“ mit einer Schaumgummifeile (Buffer) aus dem Nagelstudiobedarf.
Die Dinger entwickeln sich so langsam zu meinen Lieblings Werkzeugen.

Das Öffnen des Schlitzes zwischen Ruderblatt und Rumpfboden war mit einer Resinsäge ohne Schwierigkeiten möglich. Versäubert wurde der Schnitt mit Schleifpapierstreifen.
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3.2 Ausgebohrte Bullaugen Ruder ist frei.jpg
3.2 Ausgebohrte Bullaugen Ruder ist frei.jpg (64.76 KiB) 761 mal betrachtet
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Ebenfalls problemlos ging das Ankleben der Wellenhosen an den Rumpf. Auf den Rumpf sind, sehr feine, Markierungen aufgeprägt um die Teile zu positionieren. Dafür habe ich einen dünnflüssigen Kleber verwendet. Die übergelaufenen Reste dieses Klebers lassen sich nach dem Durchtrocknen mit einem Glasfaser Radierer (Rostradierer) problemlos entfernen so das, an diesen Stellen, kaum Spachtelarbeiten notwendig werden.
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3.3 Wellenhose.jpg
3.3 Wellenhose.jpg (47.79 KiB) 761 mal betrachtet
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Die beiden Rumpfhälften wurden mit Klebeband fixiert und dann verklebt. Leider blieb am Bug ein kurzer, sehr schmaler Spalt offen.
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3.5 Spalt am Bug.jpg
3.5 Spalt am Bug.jpg (99.15 KiB) 761 mal betrachtet
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Nach dem Trocknen erfolgt das Einpassen des Hauptdecks. Zu meinem großen Erstaunen passt das Deck besser als erwartet. Auch hier werden, zum Glück, nur minimale Spachtelarbeiten notwendig sein.
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3.7 Trockenpassen Hauptdeck.jpg
3.7 Trockenpassen Hauptdeck.jpg (72.77 KiB) 761 mal betrachtet
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Nicht ganz so erfolgreich verlief das Einkleben der Schlepprille. Ich könnte es ja jetzt auf die Formenbauer schieben, aber wahrscheinlich lag der Fehler doch bei mir. Eine winzige Verschiebung, beim Kleben des Rumpfes, macht hier eine Abweichung von mehr als einem Millimeter aus. Da werde ich wohl etwas einfallen lassen müssen damit das nachher vernünftig aussieht.
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3.4 Schleppbrille.jpg
3.4 Schleppbrille.jpg (109.32 KiB) 761 mal betrachtet
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Die Funktion der "Schlepprille" war mir nicht so recht klar. Eine Erklärung für die Funktion dieser Einrichtung habe ich im folgenden Buch gefunden :

EISZEIT Zu Gast auf dem finnischen Eisbrechers KONTIO
Von Klaus Buldt

Auszug aus dem Buch:

"Langsam gleitet der Eisbrecher rückwärts bis der Bug des Frachters genau in seiner Schlepprille sitzt. Leinenwerden übergeben, an denen eine 40 mm starke Stahltrosse auf den Frachter gezogen wird. Sie ist steif vor Kälte und vier Männer haben Mühe, die an beiden Enden angebrachten großen Augen über die Poller auf dem Vorschiff des Frachters zu legen. Die Decksleute verlassen das Achterschiff des Eisbrechers. Während des Schleppens darf sich hier niemand aufhalten, Lebensgefahr! Trossen können brechen und zerstören dabei unkontrolliert alles, was im Wege ist. Das Deck ist leer und vom Windenleitstand aus auf der Brücke wird die Schlepptrosse, 62 mm dick, langsam angezogen."

Die Schrauben sind leider sehr unschön ausgeführt. Da meine Suche nach 4 Blatt Schrauben im Maßstab 1:400 erfolglos war werde ich die Schrauben wohl mit Schleifpapier und Diamantfeilen „in Form“ bringen müssen. Zum besseren Bearbeiten der Schrauben und auch zur späteren Befestigung habe ich schon mal Stifte aus 0,5 mm Federstahl eingeklebt und entsprechende Löcher in die Wellenhosen gebohrt.
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3.6 Schrauben mit Stahlstift.jpg
3.6 Schrauben mit Stahlstift.jpg (70.85 KiB) 761 mal betrachtet
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