Welches WW2 Modell für kompletten Anfänger geeignet?

Allgemeines zum Modellbau, das für alle Bereiche interessant ist oder keinem zugeordnet werden kann
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Katzenfutter
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Mi 6. Sep 2017, 11:59

Hallo!
Ich bin ein kompletter Neuling im Bereich Modellbau und bin mit der Auswahl der Marken/Modellen etwas überfordert.
Vor ein paar Tagen habe ich mir bei Müller einen Messerschmitt Bf109 G-10 im Maßstab 1:72 Modellbausatz samt Farbe (3 Stück) + Kleber besorgt.
Das grundsätzliche "Basteln" hat mir schon gefallen, leider hatte ich überhaupt kein passendes Equipment Zuhause (Feile von der Freundin geklaut, Taschenmesser zum herausschneiden der Teile benutzt) und ich war etwas verärgert über die teilweise winzig kleinen Teile...
Ich habe mir eigentlich mehr die Finger verklebt als die Teile, (ich denke da besonders an den Steuerknüppel, die Räder,...) oder den Kleber an der Außenseite der Teile gebracht wo er eigentlich nicht hingehört.
Deshalb landetete der Flieger unfertig im Müll... :(

Damit mir so ein Fehler nicht nochmal passiert, habe ich mich bei euch angemeldet in der Hoffnung auf Hilfe! :)
Mich interessieren Panzer/Schiffe/Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg. (hauptsächlich deutsche Fabrikate z.B. Bismarck, Tirpitz, Tiger,...)
Nur welches Modell wäre da für mich als kompletten Neuling empfehlenswert, um langsam ins Thema Modellbau reinzufinden?
Welches Equipment ist ein "muss" für jeden Modellbauer?

Wäre über jeden Tipp dankbar!

lg und danke
Eukaryot98
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Mi 6. Sep 2017, 12:11

Hey ;)
erstmal finde ich es toll das du interesse an diesen schönen Hobby hast.
Bei mir hat es auch sehr viele Modelle gebraucht bis die halbwegs anschaulich waren, das ist aber völlig normal, weil man viel lernen muss und das kommt mit der zeit

Also als anfänger Modell würde ich dir Revell empfehlen. Dort vorallem die Panzer in 1:76 (weil dort wenig teile sind und die relative einfach zu bauen sind) oder die Focke Wulf Ta 152 in 1:72 ist auch relativ einfach gemacht.

Du brauchst auf jedenfall ein Teppischmesser, eine Schneidebrett, Zeitung als unterlage, Pinselreiniger, Verdünner (ich nehme Terpentinersatz aus dem Baumarkt, ist günstiger und mehr drinnen als der von Revell)l, dann die Farben (das sind am anfang immer viele aber nach ein paar m odellen hast du dann die wichtigen Farben zusammen), eine Pfeile, Klarlack glänzend (von Revell) das brauchst du für die Abziehbilder

Am besten schaust du dir mal auf YouTube Videos zu an, die haben mir immer gut geholfen. Sicherlich werden die ersten Modelle noch nicht ganz dein Vorstellungen entsprechen aber das kommt mit der Zeit :)
Wenn du noch fragen hast, immer her damit ;)
mit freundlichen Grüßen Andy(Portfolio)
Letztes Projeket:
PzKpw II Ausf. F (Revell 1:76)
Im Bau:
SU-122 last Production (Miniart 1:35)
In Vorbereitung:
SMS Dresden/SMS Emden (Revell 1:350)
Katzenfutter
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Mi 6. Sep 2017, 12:37

Wow, das ging ja flott! Danke für die Antwort! :D
Sind die Panzer 1:72 nicht genauso klein wie die Messerschmitt? Hat ein größerer Panzer = größere Teile (einfacher zum kleben als kleinere?)
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Nightquest1000
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Mi 6. Sep 2017, 13:40

Servus,

vielleicht nicht ganz die richtige Herangehensweise.
Die Fragen, die man sich zu Anfang stellen sollte sind generelle Fragen wie:
- wie viel Platz habe ich für fertige Modelle
- wie groß ist mein Arbeitsplatz
- ist mein Arbeitsplatz mobil (muss ich nach jeder Session alles wieder wegräumen)
das sind mitbestimmende Randbedingungen. Große Maßstäbe sind nicht unbedingt leichter zu bauen nur weil sie größer sind. Brauchen aber während des Baus und später in der Vitrine viel Platz. Ein Tiger in 1/35 ist kein schlankes Reh, hat aber auch viele sehr kleine Teile, die zu verbauen sind. Das gleiche gilt für Flugzeuge in 1/48. Die können schnell sehr groß werden und trotzdem Teile beinhalten, die mit einer guten Pinzette verbaut werden müssen.

Ärgern wegen winziger Teile in 1/72? Verzeih mir bitte die Anmerkung, aber winzig ist da gar nichts. Im Gegenteil, im Vergleich zu den wirklich kleinen Maßstäben sind die Teile riesig.
Aber, wenn man die Größe der Bauteile streng im Auge hat, muss man sich überlegen welchen Detailierungsgrad man verfolgt. Wenn Lackierung und Montage stimmen kann man auch mit wenig Details Modelle bauen, die schön anzusehen sind.

Wenn also Ziele und Bedingungen klar sind könntest du deine Fragen nochmal gezielter stellen, dann ist es leichter hilfreich zu antworten.
Grüße
Tom
Am Liebsten sind mir Menschen die mir reinen Wein einschenken. Oder Whisky. Whisky geht auch.
Katzenfutter
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Mi 6. Sep 2017, 14:51

Hi!
Also Arbeitsplatz ist ein normal großer Schreibtisch und dort kann das ganze auch längere Zeit verweilen (z.B. zum trocknen,...).
Platz zum Präsentieren von größeren Modellen schaffe ich mir in den nächsten Tagen in der Vitrine, für kleinere Modelle ist neben meinen Sammler-Figuren aus Film und Spiel genug Platz da.

Mir persönlich sind die 1/72 Räder, Schaltknüppel, Armaturen,... ziemlich klein vorgekommen, aber wie gesagt es ist mein erstes Modell überhaupt also kann ich das nicht beurteilen ob das jetzt klein oder groß ist. (weil ich nur dieses Modell kenne)
Möglicherweise sieht das mit dem richtigen Werkzeug schon wieder ganz anders aus. ;)
Bismarck oder Tirpitz Modelle sind aber für den Anfang bestimmt zu schwierig, oder?
Ein Panzer wäre wirklich eine Überlegung wert, da ich natürlich für die ersten Verscuche auch keine Unsummen Geld investieren möchte. (Habe ja auch noch keine Pinselerfahrung in diesem Sinne)

mfg und danke
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Nightquest1000
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Mi 6. Sep 2017, 18:31

dann würde ich dir einen einfachen Flieger in 1/48 empfehlen.
z.B. https://www.modellbau-universe.de/produ ... ;1;1;1.htm
der ist nicht teuer und die Teile sind etwas "griffiger"
Hat sogar eine Motornachbildung, aber die kannst du für den Anfang weglassen und das Flugzeug komplett geschlossen bauen. Im Cockpit warten auch keine Überraschungen.

Oder du bleibst bei den kleinen 1/72ern. Da kann ich dir empfehlen hier die Flugzeug-Bauberichte durchzugehen, da gab's in letzter Zeit einige Neu/Wieder-Einsteiger die ihre Erstlinge auf die Räder gestellt haben.

Was Panzer angeht müssen die Kollegen aus der Landgebundenen Fakultät helfen, das ist nicht mein Gebiet.

Von Schiffen würd ich in dem Stadium definitiv noch Abstand nehmen.
Werkzeuge sollten für den Anfang einen guten Seitenschneider, eine gerade und eine gekröpfte Pinzette, eine scharfe Schere, ein paar Schleifmaterialien von mittel bis fein und gute Pinsel umfassen. Vielleicht auch ein paar Klammern.
Merke: am Werkzeug sparen hat sich im Modellbau noch nie ausgezahlt. Da können einige hier ein Lied von singen. Wenn es dir ernst ist, kauf das beste Werkzeug das du dir leisten kannst. Eine Pinzette darf ruhig 15€ kosten. Dann taugt sie. Finger weg von Flohmarktware.
Das mal so als Anfang von mir. Da kommen bestimmt noch andere.

Grüße
Tom
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paul-muc
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Registriert: Mo 17. Aug 2015, 10:21

Mi 6. Sep 2017, 19:18

Soweit ich das sehe, geht es zunächst einmal darum, Deine Fertigkeiten im Modellbau zu entwickeln. Dazu brauchst Du:
1.) geeignetes Werkzeug
2.) preiswerte Modelle.

zu 1.)
Nimm Deine Freundin an die Hand und lass Dir bei Müller in der Kosmetikabteilung folgende Artikel zeigen:
- Pinzetten, gerade und spitz, bzw. mit abgewinkelter Spitze
- Nagelfeilen, normal, und die weichen zur Nagelpolitur
- Nagelschere, groß, mit Ähnlichkeit zu einem Seitenschneider
- Zahnstocher.

Die Pinzetten brauchst Du zum Greifen kleiner Teile, die sind nun mal so.
Mit den Feilen entfernst Du Gussgrate bzw. glättest die Stellen, wo die Teile am Gussast abgetrennt wurden.
Zum Abtrennen nimmst Du die Nagelschere bzw. den Seitenschneider. Das Teppichmesser tust Du wieder in den Werkzeugkasten.
Mit den Zahnstochern nimmst Du Minitropfen von Kleber aus der Tube auf, applizierst ihn an der Stelle, an der ein Kleinteil anzubringen ist, wofür Du die Pinzette nimmst. Die Tube sollte mit der Spitze nach oben senkrecht stehen, damit der Kleber nicht ausläuft. Möglichst nicht mit der Tube direkt an das Modell gehen, das gibt eine Schweinerei.

zu 2.)
Ich empfehle für die ersten Schritte kleine Flugzeugmodelle im Maßstab 1:72. Die FW 190 und BF 109 gibt es schon um 5 €. Außerdem kann man viele Varianten bauen. Wenn Du die sauber hinbekommen hast, kannst Du Dich größeren Aufgaben zuwenden, z. B. der Bf 110. Du brauchst nicht unbedingt Komplettpakete, weil die vier Grundfarben RLM 02, 65, 70, 71 beim Thema WW II immer wieder gebraucht werden. Du könntest sie Dir also separat kaufen und ein einfacher Bausatz ist dann billiger als ein Geschenkset.
Im Maßstab 1:48 sind die großen Teile zwar größer, dafür sind die Modelle aber detaillierter, was wiederum viele Kleinteile bedeutet. Also hilft Dir das nicht so viel. Außerdem geht es ins Geld, wenn man in diesem Maßstab für den Mülleimer arbeitet. Merke: Schrott nicht wegwerfen, sondern in der Ersatzteilkiste für spätere Fälle verwahren. Man kann immer irgendetwas davon gebrauchen.
Bei den Militärfahrzeugen empfehle ich 1:72 statt 1:76. Du kannst die Modelle dann mit den Flugzeugen kombinieren für Dioramen oder Wargaming. Von Italeri gibt es dazu einfache und billige Bausätze, manchmal zwei in einer Packung.
Von Schiffen rate ich erst einmal ab. Die von Dir genannten Typn sind viel zu anspruchsvoll und auch zu teuer.

Nicht ganz ernst gemeint: Es gibt auch fertig bemalte Modelle zum Zusammenstecken (Airfix QuickBuild).
Viel Erfolg. Zeig mal bei den Bauberichten, was Du kannst.
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eupemuc
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Mi 6. Sep 2017, 20:42

@paul-muc hat das sehr gut zusammengefasst.
Dem kann ich mich nur anschliessen.
Gruß, Eugen
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diavolonero
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Do 7. Sep 2017, 23:40

Hallo,

Wenn Du wirklich noch ganz am Anfang stehst würde ich Dir bei den Flugzeugen in 1:72 zu den Easy Kits von Hobby Boss raten. Wenige Teile, teilweise vormontiert und doch schön detailliert. 
Nimm erst mal kein 1:72 Kettenfahrzeug von Revell. Bei den Ketten (nennen sich Segmentketten) ist ein Anfänger schnell überfordert. Wenn man aber ein wenig Erfahrung hat, sind sie allerdings erste Wahl.
Zu Revell Flugzeugen allgemein: Wenn seitlich auf der Verpackung "historische Bausatzformen" oder "detailierte Oberflächen" steht, besser die Finger davon lassen, da sie oft viel Nacharbeit erfordern.. Wenn "versenkte Oberflächengravuren" steht, kannst Du sie getrost kaufen, dann handelt es sich um einen neueren Bausatz. 

Zum Werkzeug: Kauf ein Bastelskalpell mit Wechselklinge, kostet keine 5€ und man kann wesentlich präziser schneiden als mit einem Teppichmesser. Das erleichtert die Nacharbeit und die Gefahr von Schäden wird reduziert. Nimm eine gute Pinzette, auch wenn sie etwas mehr kostet. Als Feile reichen Sandpapier Nagelfeilen, hab erst ein ganzes Set mit zig Feilen für ganz wenig Geld bei Tedi erstanden. Ein kleiner Seitenschneider ist eigentlich auch unentbehrlich. Ideal sind Elektronikseitenschneider mit geraden Schneiden. Die von Knipex sind meiner Meinung nach am besten, kosten aber auch einiges. 
Nimm keine billigen Pinsel, damit wird das bemalen nur unnötig schwer. Am liebsten benutze ich Rotmarderpinsel, sind aber teuer.

Gruß 
Alex 
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Aiden
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Wohnort: Freiburg im Breisgau

Di 13. Feb 2018, 18:45

Die Micro Wings von Revell. Sind zwar nicht mehr leicht zu kriegen, aber echt gut für Anfänger. Hab durch sie selbst den einstieg in den Modellbau gefunden. Nicht viele Teile, einfach zu bemalen und mit schönen Endergebnissen.
LG Aiden :thumbup:

Ich weiß, dass ich Fehler mache. Tja, das Leben kam halt ohne
Bedienungsanleitung!
JBS
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Registriert: Mi 26. Jul 2017, 17:41

Mo 5. Nov 2018, 09:31

Ist das so....denn ich höre immer nur:
- taugen nix
- kannst nix draus bauen
- nur schrottig....

Ich Frage deswegen da ich mir das einerseits gar nicht denken kann angesichts eines so renommierten Herstellers wie Revell, habe aber selber noch nie einen in der Hand gehabt geschweige denn einmal überhaupt im Ladengeschäft gesehen.
Sind die durch die Bank wirklich so schlecht oder gibt es da Ausnahmen?
Fände das als Spiegelanhänger im Auto ganz witzig ehrlich gesagt.

LG
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Oliver Bizer
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Registriert: Mi 27. Jun 2012, 16:18
Wohnort: Havixbeck

Mo 5. Nov 2018, 10:38

" als Spiegelanhänger " keine schlechte Idee :clap: :thumbup:

Ich habe jedes kleine Fliegerchen von den Microwings, welches ich schon gebaut habe, mit der Zeit entsorgt.
Daraus kann eigentlich nur ein Berufsmodellbauer etwas machen. (z.B. selber Teile schnitzen und herstellen :lol: )
Ein paar habe ich noch im Schrank mal sehen vielleicht gehe ich da noch dran und mache einen Spiegelanhänger draus :mrgreen:
:twisted: "Wenn es blutet, können wir es töten." :twisted:
Yeast
Beiträge: 297
Registriert: So 30. Apr 2017, 11:59

Mo 5. Nov 2018, 12:26

Ich hab mich am Anfang meiner Modellbauerkarriere auch mit genau dieser Frage auseinandergesetzt.

Dabei habe ich sehr schnell herausgefunden:
Größerer Maßstab bedeutet nicht größere Teile! Meist haben die Modelle genauso winzige Teile und dann auch noch deutlich mehr davon. Mein Tipp ist der gleiche wie von meinen Vorgängern: nimm Dir ein paar günstige Einsteigerbausätze zum Üben und gut ist. Grade die alten Revell Kits wie Bf-109, Fw190, etc. sind gut und günstig.

Und ehrlich gesagt bin ich mit meinen Ergebnissen immer noch nicht so zufrieden, dass ich mich an einen 200 Teile Bausatz wagen würde.

Fazit: such lieber nach einsteigerfreundlichen Bausätzen unabhänig vom Maßstab. Bleib lieber bei 1:72er Modellen. Und wenn Du wenig Teile möchtest, nimm Dir eines dieser Wargamer Panzermodelle, die sind sehr gut zum Üben!
eydumpfbacke
Beiträge: 890
Registriert: Fr 28. Okt 2016, 10:23
Wohnort: Lübeck

Mo 5. Nov 2018, 12:45

JBS hat geschrieben:
Mo 5. Nov 2018, 09:31
Ist das so....denn ich höre immer nur:
- taugen nix
- kannst nix draus bauen
- nur schrottig....
Ich baue gerade 3 MicroWings: Spitfire, Hurricane und Typhoon.
Die sind nix zum üben, weil sehr schlechte Passung usw.
Da bekommt man mehr Frust als Lust als Anfänger.
Die Formen sind aus den 70ern.
Es grüßt der Reinhart
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