USS Abraham Lincoln SSBN-602 – Revell 1:253
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 12:12
Zur Entstehungsgeschichte des Originals
Die Abraham Lincoln war ein atomgetriebenes, strategisches Unterseeboot der George Washington Klasse, die aus insgesamt fünf Booten bestand. Sie waren die ersten, mit ballistischen Raketen bestückten U-Boote. Dem Raketennamen gemäss wurden sie auch als Polaris Atom U-Boote bezeichnet.
Nebst der im Titel genannten USS Abraham Lincoln waren dies die:
SSBN-598 George Washington,
SSBN-599 Patrick Henry,
SSBN-600 Theodore Roosevelt und
SSBN-601 Robert E. Lee
Interessant ist die Konstruktionsgeschichte dieser bahnbrechenden Unterwasserschiffe. Auf Grund der positiven Erfahrungen mit der Tropfenform des Versuchs-U-Bootes USS Albacore (AGSS-569) entwarf man die Jagd-U-Boote der Skipjack-Klasse. Die neue Formgebung und der Nuklearantrieb mit nur noch einer Antriebswelle und Propellerschraube ermöglichten eine aussergewöhnlich hohe Unterwassergeschwindigkeit.
Man befand sich im Kalten Krieg und die beiden Supermächte USA und UdSSR lieferten sich einen permanenten, waffentechnischen Wettstreit. Ein mit Atomraketen bestücktes U-Boot mit stetig wechselnden Standorten war nur schwer aufzuspüren und würde den nuklearen Abschreckungseffekt enorm erhöhen.
Um dieses neue Waffensystem schnellstmöglich einsetzen zu können, wurde dem Skipjack-Entwurf ein 40 Meter langes Mittelteil für die Aufnahme von 16 Raketensilos eingesetzt. Konkret wurden dazu die beiden sich noch im Anfangsbaustadium befindlichen Boote der Skipjack-Klasse benutzt.
Bei einer Länge von 116,4 m und einer Breite von 10,1 m verdrängten die Boote 6.055 t über Wasser und 6709 t in getauchtem Zustand. Der Kernkraftreaktor betrieb 2 Dampfturbinen mit einer Maschinenleistung von 15.000 PS (11.032 kW). Dies ermöglichte eine Unterwassergeschwindigkeit bis maximal 20 Knoten. Dank des luftunabhängigen Antriebs und einer autonomen Navigationselektronik fanden Patrouillenfahrten grundsätzlich nur noch getaucht statt.
Die Bewaffnung bestand aus 16 Polaris A1 Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 2200 km. Spätere Bestückungen mit Polaris A3 verdoppelten die Reichweite um bis zu 4600 km. Als Feststoffraketen konzipiert, waren sie ohne lange Vorlaufszeit sofort abschussbereit.
Zur Selbstverteidigung waren 6 Torpedorohre 53,3 cm mit entsprechender Munition im Bug eingebaut.
Damit die Unterseeboote permanent betrieben werden konnten, waren sie mit einer Roten und einer Blauen Mannschaft, die sich im Turnus ablösten, bestückt. Weil die Reichweite Ihrer Raketen begrenzt waren, operierten sie von vorgeschobenen Basen im Atlantik sowie im Pazifik aus. Polaris Mutterschiffe ermöglichten auch eine Versorgung direkt auf See.
Das Typschiff USS George Washington SSBN-599 blieb am längsten in Dienst, von 1959 bis 1985.
Die Nachfolge wurde durch die Ethan Allen Klasse (5 Einheiten ) und die späteren drei Varianten der Lafayette Klasse (32 Einheiten) sichergestellt.
Hinweis: Allen, die mehr über die Einsatzgeschichte des Typschiffes USS George Washington SSBN 598 wissen möchten, hält Revell einen interessanten Informationstext zum Werdegang dieses Atom-U-Bootes bereit.
Siehe https://blog.revell.de/2025/allgemein/s ... dellbauer/
Das Modell
Seit 1961 wurde das Atom-U-Boot der George Washington Klasse als USS Abraham Lincoln, als Polaris Nuclear Submarine oder auch mal unter USS Patrick Henry als Schnittmodell in bis heute 13 Auflagen angeboten.
Bei einem so alten Modellbausatz ist nichts anderes als ein krummer Massstab zu erwarten, nämlich 1: 253. Immerhin, nicht weit weg vom gängigen Kartonbaumassstab 1:250.
Revell wagte es damals gar, zwei Jahre nach der Indienststellung des ersten Originals, das Boot mit einer Inneneinrichtung anzubieten. Das war natürlich der Verkaufsschlager: In die Innereien eines hochgeheimen Projekts – das sind U-Boote seit jeher – Einblick zu geben. Erstaunlicherweise soll, trotz Geheimhaltung, die Darstellung der Inneneinrichtung der Wirklichkeit sehr nahe gekommen sein.
Wie auf untenstehender Foto erkenntlich, wurde die Modelldarstellung von Revell praktisch 1:1 als Illustration in Presseerzeugnissen übernommen und ist immer noch im Internet abrufbar.
Der Baukasteninhalt
Der Bausatz besteht aus über 150 Teilen mehr oder weniger guter Prägung, leider.
Da es sich selbst schon um eine historische Modellgeschichte handelt, also State of the Art von damals darstellt, schlage ich vor, das Modell als modellbauerisches Zeitdokument «out of box« zu bauen, auch wenn man davon ausgehen kann, dass einiges nicht genau dem Original entspricht. Eine berichtigende Rekonstruktion würde – auch wegen der zweifellos fehlenden Unterlagen – äusserst aufwändig und letztlich kaum zielführend, bzw. befriedigend sein.
Ob man den dynamisch geformten Ständer zur Repräsentation des Atom U-Bootes benützen will, ist Geschmackssache. Ich werde darauf verzichten, da meine U-Bootsdarstellungen meist auf zwei Messingrohrstützen stehen.