Vickers Vimy Transatlantic – Frog/Novo 1:72

Antworten
Benutzeravatar
KaleuNW
Beiträge: 332
Registriert: Do 8. Sep 2016, 14:38
Wohnort: Schweiz

Sa 22. Jun 2019, 19:42

Das Original

Wie das Original basiert auch das Modell der Vickers Vimy Transatlantik auf dem schweren englischen Weltkriegs Bomber Vickers F.B.27 Vimy Mk IV. Dieser wurde für Luftangriffe auf Ziele im deutschen Kaiserreich gebaut, kam aber wegen Kriegsende nicht mehr zum Einsatz.

20 Vimy.jpg
20 Vimy.jpg (343.46 KiB) 146 mal betrachtet

Ausgerüstet mit den 370 PS starken Zwölf-Zylinder-V-Motoren Rolls Royce Eagle VIII bewährte sich die Maschine besonders auf langen Strecken. Nebst dem Rekordflug von Alkock und Brown über den Nordatlantik sind etwa die Etappenflüge von London nach Australien oder nach Südafrika erwähnenswert.

Ein paar technische Daten zum Original:
Länge: 13,27 m; Spannweite: 20,75 m
Leergewicht: 3200 kg; Startgewicht: 5700 kg
Reichweite: 1500 km
Der Bomber war mit je einem Lewis Maschinengewehre im Bug und in der Flugzeugmitte und mit bis zu 1100 kg Bomben ausgerüstet.
Drei Mann bildeten die Besatzung.



Das Modell

21 Vimy.jpeg
21 Vimy.jpeg (332.09 KiB) 146 mal betrachtet

Der Bausatz wurde von der englischen Firma Frog entwickelt und 1964 erstmals auf den Markt gebracht. Nach Auflösung der Firma wurden die Formen der russische Firma Novo verkauft, die das Flugzeug 1978 erneut in den Verkauf brachte. Nach dem Millennium war der Bomber bei Eastern Express erhältlich und neuestens wieder bei ArkModels.

Eine interessante Parallele zwischen Original und Modell zeigt sich darin, dass das Originalflugzeug ebenfalls als Bausatz in 13 Holzkisten verpackt nach Neufundland geliefert wurde.

22 Vimy.jpeg
22 Vimy.jpeg (197.57 KiB) 145 mal betrachtet

23 Vimy.jpeg
23 Vimy.jpeg (339.58 KiB) 145 mal betrachtet

Der Bausatz besteht aus insgesamt 104 Bauteilen von guter Prägung mit relativ groben Angüssen und kleineren, überstehenden Gussresten zum Versäubern. Die Detaillierung des von der Form her einfachen Flugzeuges ist trotz des beträchtlichen Alters der Gussformen erstaunlich gut. Die Mannschaft ist allerdings nur sehr vereinfacht dargestellt. Ein umfangreicher Abziehbilderbogen liegt bei, kommt aber für den Umbau nicht in Betracht, da die Transatlantikmaschine weder gekennzeichnet noch beschriftet war.



Vorbereitung der Flügel

Als erstes fügte ich die drei Teile des Oberflügels zusammen. Dazu benützte ich eine kleine Helling um eine identische V-Stellung beider Flügel zu erreichen. Der Unterflügel diente dabei als Richtmass.

24 Vimy.jpeg
24 Vimy.jpeg (296.23 KiB) 145 mal betrachtet

25 Vimy.jpeg
25 Vimy.jpeg (246.78 KiB) 145 mal betrachtet

Die sichtbar gebliebenen Spalten wurden mit Spachtel gefüllt und nach dem Austrocknen verschliffen. Das war – man glaubt es kaum bei einem Modell von Frog – die einzige grössere Spachtelarbeit.



Rumpfzusammenbau

Bevor die Rumpfhälften zusammengefügt werden konnten, habe ich das Cockpit bezüglich Sitzpolsterung und Instrumentenanlage einer Verbesserung unterzogen.

26 Vimy.jpeg
26 Vimy.jpeg (293.08 KiB) 145 mal betrachtet

27 Vimy.jpeg
27 Vimy.jpeg (244.04 KiB) 145 mal betrachtet

28 Vimy.jpeg
28 Vimy.jpeg (252.21 KiB) 145 mal betrachtet


Nach dem Verkleben der Rumpfhälften wurden die Öffnungen des vorderen und hinteren Waffenstandes mit Plastiksheet verschlossen und die Konturen der beiden seitlichen Fenster auf Höhe des hinteren Waffenstandes verspachtelt.
Anschliessend wurde der Rumpf mit den beiden Unterflügelteilen verklebt.

29 Vimy.jpeg
29 Vimy.jpeg (276.82 KiB) 145 mal betrachtet

Nach dem Festkleben der Querruder wurden Rumpf mit eingeklebtem Unterflügel, Oberflügel und die Teile des Höhen-/Seitenruders einzeln mit selbstgemischtem beigem Farbton aus Acrylfarbe gespritzt.


Die Motorengondeln wurden zusammengefügt und mit einem Gemisch aus Aluminium- und Silberfarbe (Email) mit dem Pinsel gestrichen.
Die Stirnseiten sind nur aufgesteckt, damit später die Propeller beweglich montiert werden können.

30 Vimy.jpeg
30 Vimy.jpeg (124.83 KiB) 145 mal betrachtet


Bis zum nächsten Mal in diesem Theater
Wilfred
Zuletzt geändert von KaleuNW am Do 1. Aug 2019, 17:07, insgesamt 5-mal geändert.
Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.
Michel de Montaigne (1533 - 1592)
eydumpfbacke
Beiträge: 904
Registriert: Fr 28. Okt 2016, 10:23
Wohnort: Lübeck

So 23. Jun 2019, 08:38

Sehr interessanter Bau
Da bleibe ich dran :D
Es grüßt der Reinhart
Benutzeravatar
Simitian
Beiträge: 440
Registriert: So 7. Okt 2018, 19:02
Wohnort: Wesermarsch

So 23. Jun 2019, 11:15

Hi,
tolles Projekt, fern ab vom Mainstream, mit guter Hintergrundstory :thumbup:
So was schau ich mir gerne an.

MfG
Jan
Derzeitiges Projekt: Schlachtschiff Scharnhorst in 1:350
Aus Prinzip finden die Bemalungen meiner Modelle nur mit Pinsel statt.

Mein Modellbauportfolio
Benutzeravatar
KaleuNW
Beiträge: 332
Registriert: Do 8. Sep 2016, 14:38
Wohnort: Schweiz

Mi 3. Jul 2019, 19:04

Montage des Höhen-/Seitenleitwerks und der Steuerkabel

Nachdem das Höhen-/Seitenleitwerk montiert war, habe ich für den Weiterbau eine Helling aus Styropor angefertigt, damit das Modell in seiner erhöhten Position besser zugänglich wurde, denn als nächstes stand das Einziehen der Steuerseile (im Bausatz nicht vorgesehen) an. Dazu mussten Löcher aufgebohrt und Umlenkungen angebracht werden. Die Seile sind selbstgezogene Plastikfäden.

31 Vimy.jpeg
31 Vimy.jpeg (308.23 KiB) 422 mal betrachtet

32 Vimy.jpeg
32 Vimy.jpeg (258.89 KiB) 422 mal betrachtet


Um ein sauberes Einpassen der Streben zwischen den beiden Flügel zu ermöglichen, habe ich die Helling in eine Lehre erweitert. Zum Ausrichten habe ich zuerst die Motorgondelstreben festgeklebt, dann den Oberflügel aufgesetzt und anschliessend die Streben links und rechts ergänzt.

33 Vimy.jpg
33 Vimy.jpg (309.67 KiB) 422 mal betrachtet



Nicht ganz unähnlich bewerkstelligten die Mechaniker von Vickers damals den Zusammenbau der Vimy.

35 Vimy.jpg
35 Vimy.jpg (78.74 KiB) 422 mal betrachtet

36 Vimy.jpeg
36 Vimy.jpeg (175.25 KiB) 422 mal betrachtet


Bis zum nächsten Mal in diesem Theater
Wilfred

Siehe auch Galeriebilder unter viewtopic.php?f=66&t=6434
Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.
Michel de Montaigne (1533 - 1592)
Benutzeravatar
Nightquest1000
Beiträge: 1751
Registriert: Mi 10. Feb 2016, 13:14

Do 4. Jul 2019, 10:35

Stark !

mir gefällt es gut wenn historisches Infomaterial in einen Baubericht einfließt.....

Grüße
Tom
Am Liebsten sind mir Menschen die mir reinen Wein einschenken. Oder Whisky. Whisky geht auch.
Benutzeravatar
KaleuNW
Beiträge: 332
Registriert: Do 8. Sep 2016, 14:38
Wohnort: Schweiz

Do 25. Jul 2019, 14:21

Anbringen der Verspannung

Wenn man sich bei neueren Flugmodellen langsam auf der Zielgeraden wähnt, dann beginnt bei den Drahtverhauen aus der Anfangszeit der Fliegerei erst so richtig die Nervenprobe, bis alle Spanndrähte im Zickzack durch die Streben gezogen sind. Besonders die sich kreuzenden Verspannungen durch die Motorengehäuse sind eine besondere Herausforderung. Doch irgendwann ist der letzte Faden verklebt und es geht in die Endausrüstung.


37 Vimy.jpeg
37 Vimy.jpeg (244.07 KiB) 203 mal betrachtet

Damit Farbe und Details beim Drehen und Wenden zum Anbringen der Spanndrähte nicht zu Schaden kommen, habe ich nach Entfernung des Lehrgerüstes zwei Polsterstücke als Schutz auf dem Oberflügel angebracht. Die „Stahllitzen“ sind aus unterschiedlich dünner Angelschnur, die ich vorher unter der Spitze eines schwarzen bzw. grauen Permanent-Markers durchgezogen habe.


34 Vimy.jpeg
34 Vimy.jpeg (333.57 KiB) 203 mal betrachtet

38 Vimy.jpeg
38 Vimy.jpeg (266.34 KiB) 203 mal betrachtet

39 Vimy.jpeg
39 Vimy.jpeg (305.85 KiB) 203 mal betrachtet


Jetzt mussten nur noch Benzinanzeige, Propeller, Räder und der Pilot mit seinem Navigator „montiert“ und eine ganz leichte Patinierung zur Akzentuierung der Rippenbögen und weiterer Details aufgebracht werden und dem Probeflug stand nichts mehr im Wege.

Das fertige Modell kann in der Galerie unter viewtopic.php?f=66&t=6434 besichtigt werden.

Aus der Werft
Wilfred

PS: Obwohl ich hauptsächlich dem Schiffbau zugetan bin, ist die Vimy eines meiner Lieblingsmodelle geworden, die ich immer wieder gerne meinen Gästen präsentiere.
Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.
Michel de Montaigne (1533 - 1592)
Antworten

Zurück zu „Bauberichte“