Schlachtschiff Sevastopol 1:350 von Zvezda

Ebiwan
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So 4. Jan 2015, 04:54

Der Urlaub ist zu Ende und pünktlich am letzten Tag ist es fertig, das russische Schlachtschiff Sevastopol.

Der Bausatz von Zvezda ist absolute Spitzenklasse, die Passform ist überragend und die Detaillierung ausgezeichnet. Zvezda hat sich im Laufe der letzten Jahre im Bereich der Schiffsmodelle extrem gesteigert und muss heute keinen Vergleich mit z.B. Trumpeter, Revell, Academy oder Hasegawa scheuen!

Zusätzlich sorgte das Detailset von Pontos für rund 100 Stunden Bastelspaß, auch wenn ich mal wieder ca. 10% der Teile nicht verbauen konnte, weil sie für meine Augen und Finger einfach zu klein sind.

Ich kann mich zwar nicht mit den hier vertretenen Top-Modellbauern messen, aber mir gefällt das Ergebnis und daher hier ein paar Bilder vom neuesten Zuwachs in meiner Vitrine:
1-totale.jpg
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2-Kommandoturm.jpg
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7-oben.jpg
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Und zum Abschluß noch als Größenvergleich zusammen mit dem geschützten Kreuzer SMS Dresden.
8-sevastopol_und_dresden.jpg
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Gruß
Eberhard
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Tom
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So 4. Jan 2015, 08:01

Sehr schön Eberhard,

das müßte ein Schlachtschiff der Gangut-Klasse sein....

Schwesterschiffe ... Petropawlowsk, Poltawa, Gangut

Teilweise waren diese Schiffe bis ca 1960 im Dienst...dann wurden sie abgewrackt

Habe hier noch einen Rumpf im Maßstab 1/100 von dem Schiff hier liegen...

Gruß Tom
Gruß Tom
Ebiwan
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So 4. Jan 2015, 14:39

Hallo Tom,

richtig, Gangut Klasse. Relativ leicht erkennbar am Eisbrecherbug (um auch im Winter in der Ostsee einsatzbereit zu sein) und an den unzähligen Stahlbändern, mit denen die Decksplanken fixiert wurden. In 1:100 ist das estimmt ein imponierender Brocken von über 1,80 m, den könnte ich bei mir zu Hause leider nur hochkant unterbringen 8-)

Die Schiffe waren wohl, trotz ihrer sehr schönen eleganten Linienführung, eine ziemliche Fehlkonstruktion. Schlecht zu lüften, "unwohnlich", durch zu kurze Schornsteine extrem verdreckend und mit Sichtbehinderungen auf der Brücke, zu schwache Panzerung, bei hoher Geschwindigkeit sehr starke Wasserübernahme waren einige ihrer Probleme.

Zwischen den Kriegen wurden sie umfangreich umgebaut, neuer Bug, komplett neuer Kommandoturm, der vordere Schornstein wurde erhöht und schräggestellt etc., so das sie kaum noch wiedererkennbar waren.

Gruß
Eberhard
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Ex43er
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So 4. Jan 2015, 16:18

Ebiwan hat geschrieben: "unwohnlich".....
...unwohnlich vermutlich nur für die Mannschaft, die für die Herren Offiziere bessere Leibeigene waren. Gewohnt haben wohl nur die Häuptlinge, die Indianer waren bestenfalls untergebracht. Nicht umsonst wurden die Großkampfschiffe von vielen als Fortsetzung der Fabrik mit anderen Mitteln gesehen. Das war aber nicht nur auf russischen Schiffen so, nicht umsonst fing der sog. "Matrosenaufstand" in Kiel auf König, Markgraf und Großer Kurfürst an. Da sollten ja die Besatzungen kurz vor Toresschluß noch für die Ehre der Flotte verheizt werden.
Der Darwinismus fing ja bei den Matrosen an, der Mensch erst beim Leutnant.
Peter
"Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!"
Obelix
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So 14. Okt 2018, 19:59

Tolles Modell und tolle Arbeit.... :clap: :clap:
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Phylax Lüdicke
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Di 23. Okt 2018, 21:27

Mein lieber Peter.

Der Matrosenaufstand begann auf SMS Markgraf, einem Großlinienschiff der König=Klasse. Ausschlaggebend war aber nicht die vermeintlich schlechte Unterbringung, sondern die lähmende Langeweile und die mangelhafte Verpflegung! Anders als beim deutschen Feldheer, wo die Offiziere das Gleiche zu essen bekamen, wie die Mannschaften und Unteroffiziere, war bei der Kaiserlichen Marine die Verpflegung der Offiziere eine grundsätzlich andere, sehr viel bessere und reichhaltigere, als die der ihnen unterstellten Soldaten! Die schlechte Versorgungslage war bedingt durch die vollkommen völkerrechtswidrige Seeblockade des Albion einerseits und die verspätete Umstellung der Wirtschaft auf "Kriegsbetrieb" (Man dachte schließlich, der Krieg sei eine Affaire von ein paar Monaten!) andererseits.
Diese Ungleichbehandlung bei der Verpflegung und die daraus resultierende mangelhafte körperliche und gesundheitliche Verfassung waren u.a. die Auslöser jener unsäglichen Aufstände.

Betrachtet man sich nämlich die Moral und Einsatzfreude zu Beginn des Krieges, so herrscht hier ein völlig unterschiedliches Bild vor.

Und einmal ganz am Rande sei bemerkt: Der letzte große Einsatz war nicht dazu gedacht, die Ehre der Flotte zu retten, sondern war ein letztes Aufbäumen gegen einen inzwischen übermächtigen Gegner. Man hatte sich endlich zu dem durchgerungen, was man die Jahre vorher versäumt hatte zu tun! Aber da war die Moral schon soweit im Keller, daß niemand mehr den Aufrufen Glauben geschenkt hat.

Ein weiterer gravierender Unterschied zwischen dem zaristischen und dem deutschen Militär besteht außerdem auch darin, daß Offiziere in Deutschland eine strenge Ausbildung durchlaufen mußten. Im zaristischen Rußland war die Zugehörigkeit zum (Land)Adel der Garant auf einen Offiziersposten und die Zugehörigkeit zum höheren Adel garantierte das Kommando über ein ganzes Regiment, ein Armeekorps oder gar eine Division...
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
Yeast
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Mi 24. Okt 2018, 08:07

Danke für diesen geschichtlichen Exkurs! Da soll noch einmal einer sagen, dass Modellbau nicht bildet! :respekt:

Ich hab die "Sewastopol" als "Gangut" von Revell noch liegen.

Dein Schlachtschiff ist übrigens großartig! Danke fürs Zeigen, das Betrachten der Bilder macht richtig Freude! :thumbup:
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Phylax Lüdicke
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Mi 24. Okt 2018, 08:48

Moin! Moin!

Danke schön, Yeast. :-) Ich dachte schon, ich hätte einen völlig falschen "Tonfall" erwischt- ungewollt selbstverständlich.
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
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Admiral Hornblower
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Mi 24. Okt 2018, 09:04

Hallo Holger,

ich kann mich Yeast nur anschliessen. Wieder ein lesenswerter fundierter Beitrag von Dir.
Ich hatte ja schon mal geschrieben das ich nicht unbedingt ein Freund der "grauen Flotte" bin, muss aber feststellen das mich Schiffe dieser Epoche doch irgendwie faszinieren. Kann es sein das diese "Pötte" irgendwie "Character" haben ?

Jürgen
Wer glaubt etwas zu sein hat aufgehört etwas zu werden.
Sokrates
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Phylax Lüdicke
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Mi 24. Okt 2018, 09:44

Moin, Jürgen.

Danke für Dein Kompliment.
Die Schiffe der damaligen Zeit haben alle nicht nur Charakter, sondern auch ein schönes Erscheinungsbild (nicht so glattgebügelt, wie sich jemand bei der Bausatzvorstellung der Seydlitz ausgedrückt hat). Es war damals auch der Zeitgeist und seit der HMS Dreadnought ("Fürchte nichts") der Weisheit letzter Schluß im Kriegschiffbau. So ziemlich alle Nationen haben sich an der Dreadnought orientiert- auch die Russen... ;-)
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
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Eukaryot98
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Do 25. Okt 2018, 12:08

Zunächst einmal ist das Schiff sehr schön geworden. Ich bin auch am Überlegen ob ich mir dieses Jahr die Gangut oder die LSM Eidechse schenken lasse. ;)

Und Holger ganz großes Lob an dich, ich finde deine Exkurse in die Geschichte der kaiserlichen Marine oder allgemein in die Vergangenheit immer äußerst interessant. Gut allerdings wird die Vergangenheit mein Berufsfeld werden, denn ich studiere ja nun Geschichte. Ich glaube das mit den "glattgebügelt" könnte sogar von mir gekommen sein :D
mit freundlichen Grüßen Andy(Portfolio)
Letztes Projeket:
PzKpw II Ausf. F (Revell 1:76)
Im Bau:
SU-122 last Production (Miniart 1:35)
P-51D Mustang (Revell 1:72)
In Vorbereitung:
Aero C-3A (KP 1:72)
Bo105 (Revell 1:32)
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Phylax Lüdicke
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Fr 26. Okt 2018, 11:03

Moin, Andy.

Auch Dir danke ich für das Kompliment. :-) Habe mal nachgeschaut. Es war Panzerchen, welcher den Ausdruck verwendet hat. Da Du Geschichte studierst, weiß ich nun, an wen ich mich fürderhin wenden kann, so ich spezielle Fragen haben sollte- und die werde ich mit Sicherheit haben... :mrgreen: ;)
Ich habe hier zu Hause so einige Bücher liegen, wo man eigentlich nur noch mit Glacée=Handschuhen Hand anlegen sollte; doch sind in diesen Ausgaben (teilweise von 1916, teilweise jünger, aber auch sehr viel älter) die Erinnerungen an bestimmte Ereignisse noch sehr frisch und findet man Informationen, wie sie hierzulande nicht mehr opportun sind und schlicht unter den Tisch fallen gelassen werden...
Hätte ich das alles aber in der Schule lernen sollen, hätte ich ziemlich alt ausgesehen... :lol: :lol: :lol:

Wie ich ja schon an anderer Stelle geschrieben habe, liebäugele ich ja auch noch mit den Schiffen der zaristischen Marine. Interessant ist ja, daß bei diesen Schiffen die Schotten LÄNGS zum Schiff eingebaut waren. Warum man das damals gemacht hat und wer auf diese- entschuldigt bitte den Ausdruck- Schnapsidee (oder eher Wodkaidee!?) gekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Es ändert aber nichts daran, daß auch diese Schiffe schön anzusehen sind. :-)
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
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Eukaryot98
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Fr 26. Okt 2018, 18:40

Sehr gerne, wenn ich helfen kann tu ich das natürlich gerne :D

Bei der russischen Marine hat man natürlich schon den Vorteil, dass Zvesda einige russische Schiffe in 1:350 herausgebracht hat. Mit diesen Modellen liebäugel ich auch schon eine weile ;)
mit freundlichen Grüßen Andy(Portfolio)
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Phylax Lüdicke
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Fr 26. Okt 2018, 19:18

Und relativ Preiswert sind sie obendrein. :) Vorher müßte ich aber den Pott im Lotto ziehen! Nicht, weil ich mir die Modelle nicht leisten könnte, aber ein Haus in entsprechender Größe, bzw. dieses Haus vom Vermieter abkaufen und ausbauen... Wenn also jemand im geneigten Zuschauerraum so etwa €2 bis €3Mio übrig und vielleicht sogar abzugeben hätte... :mrgreen: ;)
Außer den Russendampfern stecken mir ja dann noch die Franzosen aus der Vor=Dreadnought=Zeit in der Nase und da braucht es Platz; aber nicht nur zum Hinstellen, sondern auch zum Bauen... :D
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
Obelix
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Sa 27. Okt 2018, 21:45

Hallo,
und jetzt kommt noch 2x Schleswig Holstein dazu... :D :D
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