Lackabplatzer mit Haarspray

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Kohlmann
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Mi 8. Apr 2015, 19:19

Im Internet ließt man schon seid einigen Jahren von einer alterungstechnik mittels Haarspray ... im englischen "Chipping" genannt.

Gemeint sind damit Lackabplatzer an belasteten stellen. Nachdem ich ein älteres Gundam Modell in einer Kiste gefunden habe mußte es als Experiment herhalten (Und Kampfschäden habe ich gleich noch dazu genommen), und für einen ersten Versuch bin ich vom Effekt ziemlich begeistert.

Benutzt wurde hierbei "Loreal Fix&Style Fixier-Lack" welches nicht in einer Spraydose kommt, sondern mit einen Pumpzerstäuber, was das entnehmen des Lacks im gegensatz zu Sprühdosen sehr einfach macht. Preislich schlägt es mit 3 EUR für 150 ml die offiziellen Produkte die es von Mig oder Vallejo gibt um längen.

Zuallererst wurde eine Dunkle Grundschicht (Tamiya Nato Black) via Airbrush aufgetragen. Nachdem sie getrocknet war (10 min) kam eine schicht Haarspray, welche nach dem aushärten mit einer letzten Schicht der Endfarbe (Tamiya Light Blue) überzogen wurde. Einige wenige einzelteile habe ich auch mit einen mittleren Grau besprüht. Das Blau wurde dabei in mehreren Schichten aufgetragen bis die dunkle Grundschicht nichtmehr zu sehen war - es waren so 4-5 Schichten bis es deckend war, bei Grau war dies schon nach 2 schichten erreicht. Das ganze habe ich nun über nacht trocknen lassen.

Die Haarspray Technik hat dabei ein relativ simples Grundprinzip . die oberste Lackschicht wird angefeuchtet und das wasser durchgringt diese (geht natürlich bei Mattfarben wesentlich besser als bei hochglanz) und löst das darunterliegende Haarspray wieder an, so das man die obere schicht mit einen Pinsel, zahnstocher oder ähnlichen wieder ablösen kann. Der effekt ist dabei relativ fein steuerbar, man kann nur winzige stellen abtragen, oder auch ganze flächen. Hierbei muß man ein Gefühl entwickeln wie man zum gewünschten Effekt kommt. Einfach einen Pinsel mit Wasser anfeuchten und dabei über die gewünschte stelle rubbeln ... Wieviel Wasser man nimmt, die Art des verwendeten Pinsel (Brostenpinsel? Haarpinsel) Oberfläche (an kanten schrubt der Pinsel deutlich stärker als an glatten oberflächen) und Anzahl der Lackschichten (das grau löste sich fast sofort großflächig, das Blau brauchte schon einiges an gewalt) und natürlich auch die Farbe hat da einen einfluß drauf wie leicht/schwer das geht, und bei sovielen Parametern gibt es viel was schief gehen kann ... man sollte sich (wie bei allen Techniken die man das erste mal ausprobiert) hüten es sofort an einen teuren/besonderen Modell auszuprobieren - lieber ein alte CD oder ein altes Modell .

Im Anhang ein paar Fotos
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Eine der Fuß Panzerplatten im vorher/nachher vergleich
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Der Kopf des Zakus ... hier habe ich den Chipping effekt relativ sparsam fast nur an den Kanten eingesetzt.- der pinsel wurde dabei primär in "Flugrichtung" gezogen was die abnutzungen an den glatten flächen relativ dezent wirken lässt, aber an den Fenster der Sensoren deutlich stärker
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Einer der Arme ... hierbei habe ich gelernt wie vorsichtig man sein muß, denn wie man sieht sind hier nicht nur leicht einige kanten und flächen abgenutzt, sondern richtig große flächen
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chip04.jpg
Das Schulterschutzschild ... während die meisten stellen nur kleine Einschußlöcher und kratzer haben ging es hier richtig in die vollen - es ist auch ein schönes beispiel wie natürlich sich die Farbabplatzungen bei den Strukturen einstellen (da ist noch nichts nachträglich bemalt)
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panzerchen
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Mi 8. Apr 2015, 21:42

Prinzipiell geht das bei Acrylfarben auch ohne jede Zwischenschicht.
Die Grundierung muß richtig durchgetrocknet sein, dann wird die Bauteilfarbe aufgespritzt und nach etwa einer Viertelstunde Antrocknung mit einem Borstenpinsel ( o.ä. ) mit Seife stellenweise abgeschrubbt.
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Oliver Bizer
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Do 9. Apr 2015, 06:14

Super Effekte!
Danke für die Erklärung, jetzt weiß ich Kartonvergewaltiger auch endlich was Chipping ist :D
:twisted: "Wenn es blutet, können wir es töten." :twisted:
IchBaueAuchModelle
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Do 9. Apr 2015, 07:10

Hinweis zur Nutzung der Bilder... Ich bitte darum (gerade, wenn das Bildformat so richtig breit ist), die Bilder in die Beiträge einzubinden und nicht als Anhang hoch zu laden. Dann (wie es hier war) ist hortizontalscrollen Programm und das mag keiner.
4. Bildergröße
Bitte achte darauf, dass die Bilder nicht breiter als 900px sind. Lädst du Bilder via Anhang hoch, klicke auf "Im Beitrag anzeigen".
Ich habe das korrigiert.

Wenn Du eine Datei hochgeladen hast, positioniere den Curser dort, wo das Bild erscheinen soll und klicke auf "Im Beitrag anzeigen"
001.JPG
001.JPG (20.42 KiB) 2451 mal betrachtet
Dann wird die Breite automatisch an das Forum angepasst. Bei deinen megabreiten Bildern (wie sie waren), kommt man um ein horizontales Scrollen nicht umher. Unschön!

Weiterhin solltest Du den Haken "BBCode ausschalten" nicht setzen. Denn bei gesetztem flag funktioniert das Anpassen genau so wenig:
Unbenannt2.JPG
Unbenannt2.JPG (17.56 KiB) 2450 mal betrachtet



Und so sehen angehangene Dateien dann aus (hier nicht sooo breit, aber dennoch breiter) :
Dateianhänge
Unbenannt.JPG
Unbenannt.JPG (20.18 KiB) 2450 mal betrachtet
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Es grüßt
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