Nieuport 28c1 (Roden 1/32)

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Chowhound
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Di 22. Nov 2016, 09:53

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So, nachdem meine "maritime" Phase mit Pearl Harbor erstmal beendet ist, und auch die Abteilung Strahl/Raketengetriebene Abteilung vorläufig erledigt ist, dachte ich mir, ich könnte mal wieder in die Kindertage der Militärfliegerei zurückkehren. Ich hatte ja schon mit der "Ninak" begonnen, diese Baustelle aber vorläufig geschlossen, da ich an einigen anderen Modellen einige Versuche starten will, eh ich sie auch bei der Ninak anwende (dafür ist mir der Bausatz einfach zu teuer, um wild drauf los zu experementieren). Hier nun ein etwas abgespeckter Baubericht über die Nieuport. Der Bausatz ist von Roden im Maßstab 1/32. Da relativ wenige Bauteile (56) vorhanden sind, und auch die Detailierung verbesserungswürdig ist, also das perfekte Modell für Versuche. Als erstes habe ich mir das Cockpit vorgenommen.Normalerweise lackiert man ja einen großen Teil der Bauteile vor dem Zusammenbau, jedoch sollte man sich das für später aufheben. Und zwar aus einem einfachen Grund. Sämtliche Teile werden "stumpf" verklebt, da Rodentypisch kaum Passhilfen (Bohrungen/Stifte) vorhanden sind. Das macht diese Bausätze für Anfänger nicht gerade "benutzerfreundlich". Nachdem die Teile trocken angepasst waren, wurde das Gerüst verklebt und in einem hellen Holzton lackiert. Der Sitz wurde aufgearbeitet, da Roden hier nur eine einfache Sitzschale, die eher wie aus dem 2. Weltkrieg aussieht, anbietet. Hier habe ich ein Korbgeflecht eingearbeitet, welches zwar auch nicht ganz wie das Original aussieht, aber meinen Vorstellungen voll genügt.

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Desweiteren wurden diverse Bowdenzüge und Spanndrähte angebracht. Auch habe ich Sitzgurte von Eduard verwendet, da Roden da garnichts anbietet (nicht mal andeutungsweise).
Weiter geht es mit dem Motor. Auch hier gilt es wieder einiges zu verbessern, selbst wenn man später durch die Motorabdeckung kaum noch was sieht.

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So wurden die Kühlrippen vorsichtig vertieft, zweite Zündkerzen angebracht (Der Motor hatte schon zwei Zündkerzen pro Zylinder, um einen Ausfall zu kompensieren), und die entsprechenden Zündkabel verlegt. Lackiert wurde in Eisen, Alu und Metalic-Black.
Die Motorhaube wurde um eine Nietenreihe ergänzt.

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Nun habe ich mich der fummligsten Sache gewidmet. Den Spanndrähten. Da die französischen, genauso wie die deutschen Flugzeuge, runde Spanndrähte verwendeten, war es für mich naheliegend, diese Drähte selber herzustellen, da mir eine Verwendung von Garn nicht gefällt. Hergestellt habe ich die Drähte aus 0,03 und 0,1 mm Kupferdraht. Die Hülsen sind aus 1 mm Messingrohr.

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Genauso wurden die Befestigungsösen an den Tragflächenstreben gebaut.

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Da die Quer- Seiten- und Höhenruder leider nicht einzeln vorhanden sind, wurden diese vorsichtig mit einem Skalpell ausgeschnitten, und mit Stiften neu angebracht.
Da die Tragflächenstreben ja eine sehr heikle Angelegenheit sind, was das befestigen (kleben) angeht, wurde erstmal die Lackierung soweit fertig gestellt. Auf der Tragflächenoberseite wurden schmale Streifen und Nägel im Bereich der Spanten aufmodeliert.

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Das Cockpit wird übrigens komplett in den Rumpf geschoben, und nicht wie sonst üblich, in eine der Rumpfhälften geklebt.
Im jetzigen Stand sind die mittleren Spanten auf den Rumpf geklebt und auch die Verspannung ist in diesem Bereich soweit fertig. Die Spannseile sind wieder selbst gedreht, diesmal mit einem Durchmesser von 0,05mm. Die Hülsen sind aus Karbon mit einem Innendurchmesser von 0,07mm. Zum Vergleich habe ich mal eine Stecknadel mitfotografiert.

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Das wäre es für den Moment.

Jürgen
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Chowhound
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Sa 26. Nov 2016, 16:18

Und weiter geht es mit einem kleinen Update.

Obere und untere Tragfläche werden miteinander verbunden. Bei Doppeldeckern ist dieser Bauabschnitt immer einer der kritischsten Momente, da ja die Verbindung zwischen den Tragflächen über dünne Streben stattfindet. Da geht es ganz schnell, das etwas schief wird. Deshalb habe ich zuerst nur die Mittelstreben, die vom Rumpf kommen mit der oberen Tragfläche verklebt und gut trocknen lassen. Erst danach wurden die vier seitlichen Streben angebracht. Dadurch ist auch sogut wie keine Korrektur mehr nötig, und alles bereit zum Anbringen der vorbereiteten Spanndrähte.

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Roden hat ja auch leider einen Fehler bei den Rädern eingebaut. Die Radblende mit dem Schauloch gehört auf die Aussenseite des Fahrwerks! Deshalb mußte ich ein neues Achsloch bohren, und das andere Achsloch verschließen. Da die Räder mit einer Sechskantmutter auf der Achse befestigt wurden, habe ich aus einem Sechskantprofil eine Attrappe hergestellt, und aufgeklebt.

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To be continued!

Jürgen
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panzerchen
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Sa 26. Nov 2016, 22:51

Schauloch ????
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So 27. Nov 2016, 09:41

Moin Panzerchen,
gemeint ist dieses ominöse Loch in der Verkleidung des Rades.
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Bisher habe ich noch keine Erklärung für den Sinn gefunden.
Gruß
Jürgen
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tintifax_2
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So 27. Nov 2016, 11:19

War das Loch, um die Maschine am Boden festzuzurren und zu sichern?
Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.
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So 27. Nov 2016, 19:07

Mittlerweile habe ich die erste Info zu dem Loch. Die Erklärung scheint mir auch stimmig zu sein. Da es sich ja um Gummireifen handelt, und zwar welche mit Schlauch, war dieses Loch als Zugang zum Ventil gedacht. Eigentlich recht simpel und logisch. Jetzt warte ich nur noch auf eine zweite Meinung von meinen Freunden aus Übersee, die sich mit der Materie der WWI-Flieger bestens auskennen.
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Fr 2. Dez 2016, 07:24

Jetzt geht es ans Eingemachte!

Wie ich ja schon geschrieben hatte, dient mir die Nieuport auch ein wenig als Versuchskaninchen was die Spannseile angeht. Wie auf den Bildern im letzten Update zu sehen ist, war der Plan, alle Spannseile durch selbstgedrehte Kupferdrähte zu realisieren. Aber wie immer sind Plan und Wirklichkeit zwei verschiedene Dinge. Auf Grund des doch recht weichen Plastiks der Rodenbausätze hat sich herausgestellt, daß sich die Streben beim spannen zu sehr verbiegen. Also habe ich mich für eine Mischung entschieden. Für die doppelten Drähte wird elastisches Material von WNW benutzt. Da diese ja noch verkleidet werden, fällt es nicht sonderlich auf, das sie keinen "Drahtcharakter" haben. Kurze Info, weswegen diese doppelten Drähte verkleidet wurden. Die Konstrukteure wollten damit die Aerodynamik verbessern, und ein verdrehen der eng aneinander liegenden Drähte vermeiden.
Die Klemmen an den Seilenden wurden aus Messing oder Carbonrohren gefertigt.

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Das soll es für den Moment wieder gewesen sein. Im nächsten Update gibt es dann die verkleideten Drähte, und den Rest der Verspannung zu sehen.

Jürgen
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Mi 7. Dez 2016, 09:02

Moin, Moin
das Verkleiden der doppelten Spanndrähte gibt es leider noch nicht zu sehen, da ich da noch ein wenig rumexperimentiere. Aber der Rest der Verspannung ist erstmal durch. Wie ja schon angemerkt, dient mir dieses Modell als "Versuchskaninchen", bei der Verarbeitung unterschiedlicher Materialien. Die selbstgedrehten Drähte haben zwar einen gewissen Charme, sind aber selbst in diesem Maßstab doch nicht ganz so, wie ich es erhofft hatte. Um sie richtig sauber zu spannen ist doch ein gewisser Zug erforderlich. Und da gibts stellenweise Probleme mit der Anbindung an die Plastikteile, da zumindest bei Roden das Material recht weich ist. So wie die Verspannung jetzt ist, sieht es zwar nicht optimal aus, kommt aber meinen Vorstellungen halbwegs nahe. Dennoch werde ich bei zukünftigen Modellen wieder auf die althergebrachte Art mit Elastikgarn zurückschwenken. Lediglich bei der Spad von Merit (1/24), die ich gerade bekommen habe, werde ich es auf Grund der Größe vermutlich mit selbstgebauten Drähten versuchen. Aber das wird dann natürlich ein neuer Baubericht. Nun noch schnell 4 Bilder von der Verspannung.

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Auf den Nahaufnahmen sieht das natürlich recht grob aus, aber bei normaler Ansicht geht das schon in Ordnung.

Bis denne
Jürgen
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Axt
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Mi 7. Dez 2016, 19:44

Ähm... Die Reifen müssten eigentlich schwarz sein, da die Alliierten schon ab 1916 Ruß beigefügt haben. ;)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... ort_28.jpg
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Mi 7. Dez 2016, 20:24

Hallo Axt,
ich widerspreche ja nur ungern, aber das war am Anfang nicht die Regel ;). Als Beweis folgender Link:
Nieuport-Air and Space Museum Washington

Gruß
Jürgen
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Do 8. Dez 2016, 06:59

Habe mich mal an die ersten Decals gewagt. Leider sind die Decals von Roden "Bullshit" um es mal vornehm auszudrücken. Das habe ich gleich bei der ersten Kokarde merken müssen :thumbdown:. Trotz längerem wässern als normal, ließen sie sich nur schwer vom Trägerpapier schieben. Damit aber nicht genug. Trotz Decal Medium wollte es mir nicht gelingen sie "plan" auf das Modell zu bekommen. Gerade im Bereich der Tragflächenrippen hat sich immer wieder ein, sagen wir mal Luftspalt gebildet. Und als ob das nicht schon genug Ärger macht, reißen die Decals auch extrem schnell ein. Ich kann nur dazu raten, sie nach dem trocknen sofort mit Lack oder Decal Fix (Egal von welcher Firma) zu schützen (versiegeln), da davon auszugehen ist, daß sie sich sonst schnell selbstständig machen  :evil: . Alternative wären natürlich Decals von anderen Herstellern denkbar, die wahrscheinlich auch drucktechnisch mehr zu bieten haben. Aber für mein "Versuchskaninchen" reichen mir die von Roden. ;)

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Gruß
Jürgen
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Fr 9. Dez 2016, 06:47

So nun sind auch die letzten Decals verarbeitet. Fast jedes Decal ist beim plazieren gerissen :x. Die Teile wurden nach dem anbringen gleich mit Decal Fix überzogen, eh noch schlimmeres passiert. Habe sie jetzt wenigstens halbwegs ohne Verlust hingekriegt. Wenn die Decals bei der Gotha III (ebenfalls von Roden) auch so bescheiden sind, na dann Mahlzeit.

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Desweiteren habe ich die doppelten Spanndrähte "verpackt". Manche setzen ein dünnes Sheet zwischen die Drähte, andere versuchen es mit übriggebliebenen Decals, ich habe es mal mit Holzleim versucht. Zunächst wurden die Drähte fein mit Leim überzogen. Nachdem dieser etwas angetrocknet war, wurde eine zweite Schicht so aufgetragen, das sie teilweise schon die Drähte verbindet. Auch hier wieder antrocknen lassen, und die letzte Schicht aufgetragen. Aufgetragen wurde tröpfchenweise mit einem Zahnstocher. Zum Abschluss habe ich dann vorsichtig die noch nicht ganz durchgetrocknete Leimschicht mit den Fingern geglättet (mit leichtem Druck zusammengedrückt) und mit Russian Green (hatte ich gerade zur Hand) bemalt. Ich denke mal, mit dem Ergebnis kann ich ganz gut leben.

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Jetzt folgen nur noch die letzten drei Doppeldrähte, und die Nieuport bekommt ihren Schutzlack übergebraten. Ob ich den Vogel noch altere, entscheidet sich noch, da ich noch nicht festgelegt habe, ob er als Dio oder rein statisches Modell im Regal stehen wird.

Gruß
Jürgen
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So 11. Dez 2016, 20:40

Heute erfolgt das letzte Update zur Nieuport.
Das Modell wurde mit Mattlack überzogen, und die Windschutzscheibe wurde verklebt. Allerdings muß ich einige Drähte der Verspannung nochmal nachspannen, daß ist aber eine Kleinigkeit. Sowie das Wetter und die Lichtverhältnisse es zulassen, gibt es auch ein Rollout.

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Als nächste stehen folgende Kits auf der "To do" Liste:

1/72
Gotha GIII von Roden

1/48
Spad S.XIII von Dragon
Spad S.XIII von Eduard
Fokker D.VII von Eduard (Spad und Fokker sind aus der Limited Edition: Eduart)
Albatros D.III (OFAG) von Eduard
Salmson 2A2 von Gaspatch

1/24
Spad S.XIII von Merit

Wahrscheinlich entscheide ich mich erstmal für die "kleine" Gotha oder die "große" Spad.
Ausserdem wird es dann auch endlich mit der "Ninak" weitergehen.

Bis dann
Jürgen
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