Grundsatzfrage Decals/Tarnmuster bei der Luftwaffe

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Hermann Balk
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Mo 21. Dez 2015, 18:18

Moin, hätte eine Frage zur Reihenfolge Aufbringung von Tarnmustern und den entsprechenden Warnhinweisen/Hoheitszeichen etc. :

Dass die Grundfarbe der LW-Flugzeuge im Zweiten Weltkrieg oft schon am Herstellungsort entsprechend avisierten Einsatzgebiet aufgebracht wurde steht außer Frage. Aber wie schaut's bei den kleineren mit Schablone aufgebrachten Warnhinweisen (z.B. Nicht betreten) aus, wenn im Feld besondere Tarnmuster freihand mittels Spritzpistole aufgebracht wurden? Wurden diese Hinweise von den Flugzeugwarten jeweils erneuert oder hat man sie teilweise einfach übersprüht?

Es geht mir bei diesem Bausatz:
http://www.revell.de/produkte/modellbau ... 03988.html Version Afrika;
um die Aufbringung der Decals im unteren Rumpfbereich in Bezug auf die relativ dünne Linienführung der Tarnmuster (Muster wirkt auf den Betrachter sehr improvisiert).

Schlicht lautet die Fragestellung betreffs Modellbau also, was implementiert man zuerst, Decal oder oder bringe ich die Tarnschemen vorher auf?

Grüssle Hermann
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eupemuc
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Mo 21. Dez 2015, 19:31

Grundsätzlich würde ich sagen: Zuerst Tarnung, dann Decals.
Normal wurden die Warnhinweise bei einer Umlackierung entweder abgeklebt (seltener) oder danach (teils mit Schablonen) neu angebracht.
Ausnahmen gab es natürlich auch, z.B. bei, eher kurzzeitig aufgebrachten, provisorischen Wintertarnungen. Aber auch dort wurden die Hinweise
eher freigelassen, als überlackiert. Die Warnhinweise waren ja nicht zum Spass drauf.
Gruß, Eugen
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Mo 21. Dez 2015, 22:20

Eines ist ziemlich sicher:
Die hellbaue ( lichtblaue ) Unterseitenfarbe wurde im Werk lackiert, und die Wartungshinweise ganz sicher ebenfalls.
Die standardmäßige Segmenttarnung der Oberseite in RLM 70/71 ( schwarzgrün/dunkelgrün ) wurde ebenfalls im Werk aufgetragen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die Wartungshinweise .
Die Wüstentarnung ( Oberseite braun RLM 79, Unterseite hellblau RLM 78 ) wurde ebenfalls im Werk lackiert.
Und die Hoheitszeichen wurden meines Wissens ebenfalls bereits im Werk aufgetragen.
Wobei die Balkenkreuze zuerst einmal die bekannte schwarze Form mit schwarzer Umrandung um weißem Zwischenraum aufwiesen.

Daraus leite ich persönlich für die hier angesprochene Tarnung der JU 88 folgendes ab:
Die Streifen, sowohl auf der Ober- als auch der Unterseite wurden vor Ort nachträglich von der Truppe aufgebracht.
Daraus schließe ich daß sie nach Aufbringen der Abziehbilder für die Wartungshinweise gespritzt werden sollte ( oder gepinselt ).
Die weißen ( ! ) Balkenkreuze auf den Rumpfseiten waren zu dem betreffenden Zeitpunkt ( aber da kann ich mich durchaus irren ) nicht Standard und mit geringer Wahrscheinlichkeit vom Werk aufgebracht, sondern wohl vor Ort.
Daraus folgt daß die Abziehbilder nach den Tarnstreifen angebracht werden können, oder aber auch vorher, beides scheint mir plausibel.

Daß die Einheitsmarkierungen bereits ab Werk aufgebracht wurden, nein das liegt außerhalb meines Vorstellungsvermögens,
Dennoch bin ich überzeugt daß sie schon vor den zusätzlichen Tarnstreifen angebracht waren.
Also: zuerst die Markierungsabziehbilder, danach die Transtreifen.

Dieser Vorschlag entspringt meinem persönlichen Erfahrungsschatz, erhebt daher keinen Absolutheitsanspruch !
Es ist als Vorschlag gemeint.
Hermann Balk
Beiträge: 8
Registriert: So 20. Dez 2015, 01:05

Di 22. Dez 2015, 16:50

Vielen Dank für eure Posts, sie bestätigen damit auch meine Ansicht, die Sachlage ist gerade in Bezug auf kleinere Warnhinweise ambivalent.

Davon ausgehend, dass seinerzeit besonders akribische Warte an der Originalmaschine werkelten, werde ich beim Modell also zuerst die Tarnung auftragen und erst im Anschluss die Decals aufbringen. Vielleicht als Schmankel bei dem einen oder anderen Decal ein bissl kürzen, wo dann "geschlampt" wurde ;-)

Zu den Geschwaderzeichen und ggF. den besonderen Markierungen für die "Führungskräfte": Die wurden definitiv erst im Felde aufgetragen. Es gab besondere Künstler unter den Warten, die auch die entsprechenden Wappen entwarfen und auftrugen. Das lag nämlich nicht Jedem.

Zu den in der Luftschlacht um England verwendeten Tarnmuster für die Nachtangriffe bei KG30 ist aber zu sagen, dass rigoros alles überpinselt wurde. Sogar die Geschwaderwappen wurden geschwärzt. P.W. Stahl spricht von vollständig "gerußten" Maschinen und das ist auf Fotos auch zu erkennen. Das nur als Hinweis, falls jemand so ein Projekt plant.

Allen hier Frohes Fest & Grüssle
Hermann Balk
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