PASSAT von Heller 1:150

Antworten
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Bei einem Kurzurlaub in Lübeck besichtigte ich natürlich auch die PASSAT in Travemünde. Ich war so beeindruckt von dem Schiff, dass ich mir vornahm ein Modell davon zu bauen. Die PAMIR von Revell in 1:250 habe ich schon; die PASSAT sollte aber schon etwas größer sein. So blieb mir nur das Modell von Heller, das ich mir kürzlich für einen guten Preis auf Ebay ersteigern konnte.

Amüsant dabei war, dass der Verkäufer in Lübeck wohnt; so schliesst sich der Kreis :D ...

Nachdem ich die Riesenkiste öffnete fielen mir fast 1 kg an Plastikteilen ins Auge:
20200314101725_IMG_0062.jpg
20200314101725_IMG_0062.jpg (118.41 KiB) 3540 mal betrachtet
Die Heller-typische Bauanleitung stellt eine Herausfoderung dar; es sind einige Explosionszeichnungen im A3-Format mit größtenteils französischen Anmerkungen. Zum Glück kann ich Französisch lesen und verstehen, so dass dies für mich kein großes Hindernis darstellt.Die Takelanleitung ist zwar auch nicht gerade einfach zu verstehen, aber Herausforderungen sollte man ja annehmen:
20200314101816_IMG_0063.jpg
20200314101816_IMG_0063.jpg (130.72 KiB) 3540 mal betrachtet
Der Gießast mit den Blöcken, Rollen, Wantenspannern und anderen Kleinteilen. Auf den ersten Blick sehen die Teile gar nicht mal sooo schlecht aus:
20200314102148_IMG_0064.jpg
20200314102148_IMG_0064.jpg (152.63 KiB) 3540 mal betrachtet
20200314102204_IMG_0065.jpg
20200314102204_IMG_0065.jpg (118.54 KiB) 3540 mal betrachtet
Die Decksteile mit der, meiner Meinung nach gut gelungenen, Holzstruktur. Zwar fehlen die Querfugen der Planken, aber das stört mich nicht besonders:
20200314102247_IMG_0066.jpg
20200314102247_IMG_0066.jpg (111.58 KiB) 3540 mal betrachtet
Die Masten und Rahen; die werde ich wohl mit Metallstäben versteifen:
20200314102330_IMG_0067.jpg
20200314102330_IMG_0067.jpg (123.74 KiB) 3540 mal betrachtet
Die Relings scheinen mir für den Maßstab recht gut gelungen; mal sehen, ob ich die gegen Ätzteile austausche:
20200314102427_IMG_0068.jpg
20200314102427_IMG_0068.jpg (133.17 KiB) 3540 mal betrachtet
Ein Gießast mit Beiboot und Decksteilen; davon gibt es 2 Stück:
20200314102444_IMG_0069.jpg
20200314102444_IMG_0069.jpg (121.26 KiB) 3540 mal betrachtet
Mein erster Eindruck ist durchweg positiv. Sauberer Guß, schöne Details und kaum Flash, auch die Auswerfermarken befinden sich an unkritischen Stellen. Die Rumpfhälften sind zwar in der Längsachse leicht verdreht, die Passung ist aber sehr gut. Nach dem Kleben gibt sich das mit Hilfe von Klemmen.

Ich werde mir nun die Bauanleitung eingehend zu Gemüte führen und mir eine Strategie zum Zusammenbau zurechtlegen. Das Ganze wird wohl ein Langzeitprojekt werden.

Da wir unseren diesjährigen Kurzurlaub Ende März abgesagt haben (wir wollten vermeiden, evtl. in einem Hotel in Quarantäne festzusitzen) werde ich zu diesem Zeitpunkt damit anfangen.
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Benutzeravatar
paul-muc
Beiträge: 1089
Registriert: Mo 17. Aug 2015, 10:21

Das wird interessant. Hab ich doch beide Bausätze (Revell/Heller) und trau mich nicht. Bei Modellmarine gibt es zur Passat eine Fotostrecke mit vielen guten Fotos. Der Takelplan von Revell ist übersichtlicher als der von Heller. Du könntest dir die Bauanleitung als Referenz herunteraden.
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Hallo,
den Beitrag bei Modellmarine hab ich gelesen und einige gute Tipps gefunden. Die Anleitung von Revell hab ich mir runtergeladen; danke für den Tipp :thumbup: !

Die Heller-Anleitung ist meiner Meinung nach detaillierter, sie zeigt sogar an welcher Stelle der Nagelbänke die einzelnen Taue angeschlagen werden.

Man braucht halt etwas Geduld zum Durchsteigen.
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Modelist
Beiträge: 37
Registriert: So 25. Aug 2019, 18:27
Wohnort: Hamberge

Hi Dimo,
da hast Du Dir einen schönen Bausatz gegönnt. Ich hab ihr Schwesterschiff, die Pamir, von Heller mal vor ca. 40 Jahren gebaut. Schon damals hatten die Heller Segler einen guten Ruf :thumbup: .... obwohl es noch kein Internet gab :lol: . Die Formen werden bestimmt noch dieselben sein. Einziger Wehrmutstropfen: die Rumpfstruktur geht nur bis zur CWL. Darunter glatt wie ein Kinderpopo. Hier wird man nachhelfen müssen, es sei denn, dass man sie der See übergibt, sprich Diorama.
Nun wohne ich dort in der Nähe, wo andere Urlaub machen und kann den Anblick der Passat nach Feierabend immer mal genießen. Wenn Du also noch mehr Vorbildfotos brauchst.... :D
Schlechtem Kleber geht man schnell auf den Leim
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Hallo Modelist,

auf Modellmarine und Schiffsmodel.net gibt es Bauberichte, die das Problem der Beplankung behandeln. Mal sehen, was sich machen läßt.

Ich habe selbst etliche Fotos gemacht und mir Einiges im Internet zusammen gesucht. Bei Bedarf komme ich aber gern auf dein Angebot zurück.
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Ich habe mir mal die beiden oben erwähnten Bauberichte näher angesehen und mich entschlossen, die fehlende Beplankung mit der "Spritzspachtel-Methode" des Kollegen auf Schiffsmodell.net nachzuempfinden.

Bei der Methode mit Plastiksheet von Modellmarine habe ich Angst, mir bei einem Fehler den Rumpf zu versauen. Spachtel kann man zur Not wegschleifen.

Wen es interessiert: https://www.schiffsmodell.net/index.php ... on-heller/
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Benutzeravatar
KaleuNW
Beiträge: 691
Registriert: Do 8. Sep 2016, 14:38
Wohnort: Schweiz

Die PASSAT in diesem Massstab stellt andere Herausforderungen als das Modell der Halbschwester PAMIR in 1:750. Ist es hier die schiere Menge der Details und die genaue Abbildung der Takellage, ist es dort die Kleinheit und die Aufrüstung und die Selbstanfertigung vieler Teile.

Wenn es dich interessiert, dann schau mal hier vorbei viewtopic.php?f=65&t=5443

Ich wünsche dir viel Energie, um bis zum (fernen) Ende durchzuhalten. Das Können muss man bei dir ja nicht anzweifeln :D

Aus der Werft
Wilfred
Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.
Michel de Montaigne (1533 - 1592)

Kaleu’s Portfolio :arrow: viewtopic.php?f=275&t=7639
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Mein lieber Herr Gesangsverein :o !

Ich baue zwar auch in 1: 700, aber hier hätte ich mich spätestens bei der Takelage aus dem Kellerfenster gestürzt :shock: !
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Benutzeravatar
Diwo58
Beiträge: 2194
Registriert: Mi 24. Sep 2014, 12:42
Wohnort: Harsewinkel

Yooo Dimo.......
da hast du dir was vorgenommen. Je nach dem was du letztlich alles machen möchtest oob oder mehr, die Passat wird ein Hingucker..... (das Modell ist nicht gerade klein ;) ). So ein Segler verdient meiner Meinung nach bessere Blöcke als die aus Plastik, aber das ist ja dir überlassen. Aaaaaaaber...... ein Segler steht und fällt mit seiner Takelung..... die wahrscheinlich länger dauern könnte als der Bau des Rumpf und der Aufbauten......wenn man ins Detail gehen möchte.
Wie auch immer, ich wünsche dir viel Freude beim Bau deiner Passat und gutes gelingen.
Thema abonniert..... :mrgreen:

Gruß, Dirk. :thumbup:
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Bezüglich der Blöcke und Rollen habe ich mich schon bei Krick schlau gemacht. Die Blöcke aus Holz sind ja bezahlbar,aber die Rollen :shock: ...

Ich muss mir mal die Takelage auf Fotos anschauen; wenn es hauptsächlich Rollen sind muss ich schon aus finanziellen Gründen mit den vorhandenen auskommen.

Da ich im Moment flach liege (nix Corona, ordinäre Erkältung), habe ich ja viel Zeit zum Recherchieren.
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Benutzeravatar
Diwo58
Beiträge: 2194
Registriert: Mi 24. Sep 2014, 12:42
Wohnort: Harsewinkel

WEnn du Blöcke und sonstiges Zubehör suchst schau mal bei "Hobby-Lobby" nach. Hier der Link....: http://www.hobby-lobby-modellbau.com/o ... 1098af099 ist im großen und ganzen Preisgünstiger als Krick.
Wenn du gutes Takelgarn suchst guckst du hier.....: http://www.home.foni.net/~agondesen/tauwerk.htm

Gruß, Dirk. :thumbup:
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Das sieht doch gut aus, vielen Dank für den Tipp :D
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Ich habe jetzt mal mit meiner Passat angefangen, genauer: Mit der Lackierung der Decks. Auf Fotos habe ich gesehen, dass die Holzplanken des Decks einen Grauton angenommen haben, denn ich nachempfinden möchte. Hierzu habe ich die einzelnen Teile mit dem Pinsel in einem matten, sandfarbenen Ton lackiert. Dabei habe ich einen Pinsel benutzt und darauf geachtet, die Farbe etwas ungleichmäßig aufzutragen, um die Abnutzung zu simulieren.

Nach der Trocknung bepinselte ich die Decksteile mit einer Holzlasur "silbergrau", was dem ersten Eindruck nach einen recht guten "Look" erzeugt. Natürlich muss das Ganze mehrfach wiederholt werden, wobei die einzelnen Schichten mindestens einen Tag trocknen müssen. Nach Fertigstellung wird das Ganze noch mit Mattlack versiegelt, um einen Abrieb beim späteren Anbringen der Decksaufbauten zu vermeiden.

(Dieses Verfahren habe ich vor einiger Zeit auch mal bei meinem Modell der Mayflower eingesetzt und einen realistischen "Eiche-Look" erzielt.)

Nach dem ersten Anstrich sieht das Ganze so aus:
IMG_0082.jpg
IMG_0082.jpg (165.51 KiB) 3297 mal betrachtet
Am vorderen Teil kann man den ungleichmäßigen Auftrag der Grundfarbe erkennen.
IMG_0083.jpg
IMG_0083.jpg (120.73 KiB) 3297 mal betrachtet
Beim Rumpf, der ja bekanntermaßen eine unvollständige Plankenstruktur aufweist, will ich Folgendes Versuchen:

Ich werde ein elastisches Klebeband entsprechender Breite dicht an dicht anbringen, die Querfugen durch kleine Einschnitte darstellen und das Ganze dann lackieren. Wenn es klappt bin ich völlig happy; wenn nicht kann ich das Klebeband wieder entfernen und mir was Anderes überlegen.

Hier mal ein paar Fotos der Mayflower (das Graue ist übrigens Staub; das Schiff ist schon ein paar Jährchen alt):
IMG_0084.JPG
IMG_0084.JPG (142.49 KiB) 3297 mal betrachtet
IMG_0086.JPG
IMG_0086.JPG (162.78 KiB) 3297 mal betrachtet
IMG_0087.JPG
IMG_0087.JPG (144.74 KiB) 3297 mal betrachtet
Schweren Herzens habe ich mich entschlossen, doch die im Bausatz enthaltenen Rollen und Blöcke zu verwenden; der Zukauf von Aftermarket-Teilen würden mich mehr kosten als der Bausatz selbst :shock: .
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Benutzeravatar
paul-muc
Beiträge: 1089
Registriert: Mo 17. Aug 2015, 10:21

Auf das Deck war ich jetzt gespannt. Beim Revell Bausatz ist das Deck in einem passenden Braunton gespritzt. Für die Bemalung wird dann allerdings 87 Erdfarbe vorgeschlagen. Das ist RAL 6007, ein Mittelgrau mit einer Färbung von Braun.
Benutzeravatar
dimo1991
Beiträge: 212
Registriert: Di 17. Sep 2019, 10:33
Wohnort: Neunkirchen / Saar

Mal ein kurzer Zwischenstand:

Auf Bildern im Internet stellt sich das Deck der Passat in einem relativ dunklen Grauton dar; ich habe deshalb meine Vorgehensweise geändert und das Deck wie folgt gestaltet:
IMG_0104.jpg
IMG_0104.jpg (158.4 KiB) 3263 mal betrachtet
Ich habe hier das erste Mal mit Pigmenten und Alterungstechniken gearbeitet; dabei habe ich die Flüssigpigmente von Lifecolor benutzt. Ich bitte um Nachsicht bei der Beurteilung :oops: .

Gerade bin ich dabei, die Fensteröffnungen und Bullaugen mit Klarsichtfolie zu hinterlegen:
IMG_0105.jpg
IMG_0105.jpg (131.95 KiB) 3263 mal betrachtet
Ich benutze sog. "Windradfolie", eine starke Folie die es in den verschiedensten Farben gibt und hauptsächlich zum Basteln von Windspielen benutzt wird.

Jetzt muss ich etwas Pause machen und abwarten, bis einige lackierte Kleinteile trocken sind; dann geht es weiter !
Der Handwerker, der’s allzu gut will machen, verdirbt aus Ehrgeiz die Geschicklichkeit. (Shakespeare)
Antworten

Zurück zu „Bauberichte“