Bismarck Platinum Edition - 1/350 Revell, Baubericht

ModellfreakDD
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Di 15. Nov 2016, 20:03

Hallo liebe Modellbaufreunde,

ich möchte euch hier einen Bausatz vorstellen, der mich bewegt hat einen Baubericht für dieses Forum zu schreiben, um meine Begeisterung zum Ausdruck zu bringen.

Erstmal ein dickes Lob an Revell für die Bismarck als Platinum Edition. So viel Bastelspaß hatte ich schon lange nicht mehr und das obwohl ich mir erst nicht sicher war, ob ich mir diesen Bausatz wirklich kaufe, weil ich eigentlich noch genug "Leichen" im Keller habe.
Aber meine Angst, das ich irgendwann keine Lust mehr habe weiter zu bauen war völlig unbegründet. Jetzt investiere ich fast jede freie Minute meiner raren Freizeit in den Bau.
Dabei reizt mich vor allem die Detailtiefe in diesem Maßstab. Schon immer hab ich in Modellbaumagazinen die Schiffe mit solchen Details bewundert und beschlossen es selbst auch irgendwann mal zu versuchen.
Allerdings hatte mich immer die - aus meiner Sicht - Unübersichtlichkeit (welche Teile brauche ich wirklich) und teils auch der Preis von Zurüstteilen davon abgehalten einen solchen Bau zu beginnen.
Und dann entdeckte ich die Platinum Edition der Bismarck und wusste das wird mein Bausatz. Und hier nochmal das eingangs erwähnte dicke Lob an Revell:
Hier kommt ein solider Bausatz mit einer Zusammenstellung an Zurüstteilen wie Ätzteile, gedrehte Kanonenrohre und ein selbstklebendes Holzdeck unterstützt durch eine in Foto und Farbe bebilderte Anleitung zusammen.

Allerdings sollte man schon große Erfahrung im Modellbau mitbringen und wenigstens schonmal Ätzteile verbaut haben. (Ich selber baue viel Militärmodelle)
Deswegen sollte Revell für die Platinum Edition wohl lieber einen neuen Skillevel 6 oder 5+ einführen :-D
Denn man muss mit Hilfe von 2 Anleitungen sich vorher gründlich überlegen, wann man welche Teile verbaut.
Zum Beispiel sollte das Holzdeck nach meiner Meinung erst nach der fertigen Lackierung verbaut werden.
Das bedeutet allerdings das man viele Deckaufbauten, Flaks und Leitern erst danach verbauen kann, welche dann auch noch seperat bemalt werden müssen.

Alles in allem kann ich diesen Bausatz nur wärmstens empfehlen.
Auch an solche anspruchsvollen, aber faulen Modellbauer wie mich, da man hier eine Komplettpaket kauft das funktioniert.

Da ich mich erst beim Bau entschieden habe einen Baubericht zu verfassen habe ich erstmal keine professionellen Bilder erstellt, sondern nur ein paar Schnappschüsse mit dem Telefon für einen Kollegen.
Deswegen hier erstmal ein paar Links zum Inhalt der Box: der-lustige-modellbauer.com/Vorstellung
und hier allgemeine Infos auf Scalemates.com

Ich werde euch auf dem Laufenden halten.
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Einfach nur riesig. Im Vergleich mit einem Kugelschreiber.

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Blick von oben zwischen Hangar und Schornstein. Den Schornstein freizufräßen war eine ganz schön dreckige arbeit :-(

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Details über Details :P Hier habe ich schon Probhalber ein Holzdeck aufgeklebt. Das werde ich später beim Lackieren abdecken

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Schritt für Schritt. Habe erstmal nur Turm 1 und 2 fertig gestellt, da ich unbedingt erstmal die Deckaufbauten machen wollte, um schnell einen Gesamteindruck vom Modell zu bekommen. Das ist eine kleine Macke von mir ;-)



Aktualisiert stand 22.11.16

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Die Teile 43/44 sollte man nicht wie in der Anleitung beschrieben schon vorher ankleben, sondern erst die Platte 35/36 und dann die Teile am Schornstein ausrichten, sonst gibts Spaltbildung.


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Auch empfehle ich die langen Leitern erst zum Schluss zu montieren, da es z.B im Bereich der Treppe neben der Flak zu eng werden kann.

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21 Stunden arbeit bis jetzt, aber ich finde es kann sich sehen lassen. Für die erste Flak habe ich eine Stunde gebraucht, weil ich nicht so recht rausfinden konnte, wo ich welche Teile knicken soll. Bei der zweiten Flak gings dann schon deutlich besser von der Hand (nur noch eine halbe Stunde)


Aktualisiert stand 29.12.16

Habe lang nix mehr hören lassen. Aber in der Weihnachtszeit hat man ja traditionell viel zu tun. Aber hier gibts wieder ein paar neue Bilder und einen aktuellen Statusreport.

Habe jetzt ca. 34 Stunden Arbeit investiert. Davon gehen 1,5 Stunden an jeweils eine doppelläufige 3,7 cm Flak drauf. (Habe erst 3 von 8 fertig gebaut :roll: )

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An der mit dem roten Pfeil markierten Treppe habe ich zu viel Material weggeschnitzt. Muss ich mir noch überlegen, wie ich die Stufen wieder anmodellieren kann.
Und die mit einem roten Kreis markierte Stelle erscheint mir unlogisch. Aber ich kenne mich mit Schiffen nicht so aus. Soll dort wo die Treppe endet, die Reling weg oder hat man dort eine art Tor eingebaut?

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Auch habe ich schon an der Grundierung des Rumpfes gearbeitet und mir ein schönes Farbset von AK Interactive sowie Matrosen von Tamiya besorgt.
Sorry Revell, aber ich habe keine Lust auf Farbenmischen und ich finde die Farbsets immer gut gelungen und die Farben und Flaschen sind auch besser für meine Airbrush geeignet.

Ich plane das Modell mit Hilfe der "Schwarz Weiß Technik" zu bemalen (siehe Kit Modellbauschule Teil 8)
Auf dieser Website kann man unter "Ausrüstung" sehr gut die farblichen Unterschiede sehen, die man mit Hilfe der Schwarz-Weiß Technik schön auf dem Modell umsetzen kann und danach einfach mit dem "richtigen" Farbton übersprüht. Wie beim Original auch.



Stand 22.01.17

44 Stunden arbeit

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Die Radaranlage auf Achtern. Sieht komplizierter aus als es ist ;-)
Unten links auf diesem Bild hab ich ein Problem, da die Anleitung wiedersprüchliche Angaben zur richtigen Reling macht.(Doppelvergabe der Teile Nummern)
Nachtrag: Die richtigen Relingteile kann man der Draufsicht Zeichnung entnehmen, bei der die Teile für das Holzdeck abgebildet sind. Diese sind 368 und 367


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2 der 6 Türme für die 150 mm Artillerie.


Stand 26.02.17

52 Stunden Arbeitszeit

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Teile der Kommandobrücke habe ich schon lackiert, da ich später nur schwer an diese Stellen herankomme

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Hier bereits mit weiteren Aufbauten.

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Und noch ein Gesamtüberblick.



Stand 17.04.17

ca 75 Stunden Arbeitszeit
Die Bismarck in ihrer Tarnung zum Unternehmen Rheinübung am 21.5.1941 in Norwegen

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Die Lackierung ist noch nicht abgeschlossen, aber sie gibt eine schöne Vorschau auf das zu erwartende Ergebnis.


Zur Vorgehensweise der Lackierung:
Lackiert habe ich mit den bereits erwähnten Farben von AK Interactive. Lediglich die dunkelgraue Farbe für Bug und Achtern habe ich mir aus Panzergrau und Schwarz von Revell gemischt. Und auch die schwarze Wasserlinie habe ich mit einer Mischung aus Grau und Schwarz lackiert.
Die Bismarck von Revell hat 2 sichtbare Linien auf dem Rumpf. Die obere Linie dient als Bezugspunkt für die schwarze Wasserlinie. Ich habe die Decals/Abziehbilder anhand der oberen Linie ausgerichtet und aufgeklebt. Somit habe ich die untere Grenze der schwarzen Wasserlinie erhalten und mit Maskierband abgeklebt. Dann habe ich die Decals wieder entfernt und noch Maskierband an der oberen sichtbaren Linie abgeklebt. Somit habe ich mir ein lästiges Ausmessen oder "in den Raum hinein interpretieren" der schwarzen Wasserlinie erspart. Nach diesem Prinzip habe ich auch die schwarz-weißen Streifen der Ostseetarnung abgeklebt und auch die dunkelgrauen Abstufungen und weißen Wellen an Bug und Achtern ermittelt.
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Als nächstes habe ich mich entschieden die Aufbauten zu lackieren. Das ging auch ohne große Probleme vonstatten. Als erstes stand eine Reinigung mit Seifenwasser in der Wanne an.
Aufgrund der filligranen Struktur der Metallteile habe ich mich gegen eine Grundierung entschieden, da ich Angst hatte die Grundierung könnte zu "dick auftragen" und mir z.B. die Radaranlagen zukleben. Das bereitete mir allerdings Bauchschmerzen, da ich nicht wusste ob die Farben von AK Interactive auch auf Messing gut halten würden. Also habe ich erstmal eine kleine Fläche Probe gesprüht und siehe da... Die Farbe deckt nach dem ersten Farbauftrag und sie klebt auch keine feine Gitterstruktur oder ähnliches zu.

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Als nächstes konnte ich nicht wiederstehen und habe das Holzdeck schon aufgeklebt, obwohl ich eigentlich noch ein Washing machen wollte. Aber das geht sicherlich auch jetzt noch.
Mein Eindruck zu dem Holzdeck: Einwandfrei ! ! !
Es wertet das ganze Modell nochmal erheblich auf und sieht einfach klasse aus. Wer noch kein Holzdeck ausprobiert hat, dem empfehle ich das mal auszuprobieren.
Ein paar Passprobleme gab es allerdings bei den oberen Aufbauten. Aber das liegt sicher daran, das man immer ein kleines Spiel bei den zu verklebenden Plastikteilen (z.B. der Brücke) hat und auf der anderen Seite ein Lasergeschnittenes Holzdeck, das 100% passgenau ist. Denn bei den großen Hauptdeck hat alles super gepasst.



Stand 06.06.17

ca 90 Stunden Arbeitszeit

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Habe jetzt mit einem ersten "Washing" und "Drybrushing" der Aufbauten begonnen. Werde das später noch durch Regenablaufspuren ergänzen.

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Desweitern habe ich die restlichen Türme und 105er Flaks lackiert. Bei den großen 380ern habe ich auch mal mit selbst hergestellten Rohrhosen aus Weißleimgetränkten Papiertüchern experimentiert, da dem Bausatz leider keine beiliegen. Bin damit aber noch nicht ganz zufrieden. Aber ich werde euch auf dem laufenden darüber halten, wenn ich zufrieden bin und vor allem, wie ich es umgesetzt habe ;-)

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Habe ganz vergessen zu erwähnen, das ich mit dem Hauptmast (Zwischen Brücke und Schornstein) so meine Probleme hatte.
Ich glaube das ich die Aufbauten der Brücke irgendwie schief gebaut habe. Jedenfalls merkt man das dann, wenn man den Verbindungssteg zwischen Brücke und Schornstein einsetzen möchte. Da musste ich ca 2-3 mm wegschneiden, damit der Steg passt und der Hauptmast schließt auch leider nicht mit der dafür vorgesehenen Aussparung ab.

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Und so sieht die Bismarck aktuell aus. Bin sehr zufrieden bis jetzt :-)


Stand 02.09.17

ca 98 Stunden Arbeitszeit

Habe in der Anleitung einen Fehler bemerkt (linker großer Kreis). Die Teile 332 - 337 sind falsch herum gekennzeichnet.
Teil 337 ist nicht das kleinste, sondern das größte Teil und so muss man die Zahlen rumdrehen. Also 332 anstelle von 337 und 333 anstelle von 336 usw.
Sonst macht man wie ich den Fehler und klebt erstmal alles falsch an und wundert sich dann, das es komisch aussieht :roll:

Außerdem habe ich eine Frage zum Öffnen des Durchgangs beim Wellenbrecher (kleiner rechter Kreis). Weil ich nicht so recht weiß, wo man die Stützstreben hinlegen soll. Habe diese erstmal lang gelegt (Hoffe man erkennt was ich meine)
Nachtrag 21.01.18: Habe ein Bild gefunden, bei dem man den Druchgang geöffnet sieht und man erkennt darauf, das die Stützstreben lang auf dem Deck liegen
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Und ich habe mich endlich an die Vierlingsflak 38 gewagt. Eine besteht aus 23 Teilen und es hat 4 Stunden gedauert beide zusammen zu bauen.

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Vergleich mit einem Eurostück

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Und hier schon bemalt in Position gebracht



Stand 21.01.18

115 Stunden Arbeitszeit

Habe mich nach meinem Weihnachtsgeschenk (Ein tolles Buch über die Bismarck) wieder an den Bau gemacht.
Zuerst habe ich die 2 Bordkräne fertig gestellt und folgende Entdeckung gemacht:
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Erstmal Vorsicht beim Heraustrennen des überflüssigen Plastiks von Bauteil D212. Erstens das man nichts zerstört und sich auch nicht dabei verletzt.
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Man muss das Teil BR11C von links nach rechts durch die Öffnungen schieben. Andersherum funktioniert es nicht!
Dabei habe ich mir für die Seilwinden etwas Knete (Blau im linken Bildrand dargestellt) zur Stabilisierung genommen.

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Für die beiden Kräne habe ich 6,5h gebraucht.


Weiter habe ich mich um das Bordflugzeug mit Katapult gekümmert.
Revell hat wahrscheinlich zur Vereinfachung des Herstellungsprozesses gedacht, man könnte bei den Flügeln statt Vertiefungen lieber Erhöhungen machen, um Strukturen der Flügelbleche zu imitieren. Deswegen habe ich als Vorbereitung mit einem Cuttermesser entlang der Erhöhungen reingeschnitzt und danach alles Plan geschliffen. In die so entstanden Vertiefungen habe ich schwarze Farbe als Preshading laufen lassen und das Flugzeug in den Grundfarben nach Anleitung lackiert (Bild1).
Außerdem habe ich die Flugzeugnase stark gekürzt, da sie mir sehr überdimensioniert vorkam.
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Nach der Grundlackierung (Bild 1) habe ich wieder schwarze verdünnte Farbe in die Vertiefungen (Bild 2) laufen lassen.
Um die Decals (Abziehbilder) schön aufzubringen und ein Silbern / durchscheinen der Abziehbilder zu vermeiden habe ich die folgenden Schritte durchgeführt:
Nach durchtrocknen der Farbe (24h) habe ich an die Stellen für die Decals Farblosen Glanzlack (Revell 1) gepinselt (Bild 3) und nach weiteren 24h Trocknung die Decals mittels Decalsoft aufgebracht (Bild 4). Das Decalsoft sorgt dafür, dass sich die Decals schön an das Modell anschmiegen (Geht aber auch ohne) und der Glanzlack sorgt für eine glatte Oberfläche.
Im nächsten Schritt (Bild 5) habe ich die Fenster mit "Micro Kristal Klear" verglast. Dabei wird die Masse mit einem Holzstäbchen in die Zwischenräume des Ätzteils für das Cockpit aufgebracht und trocknet danach transparent aus, ähnlich wie Weißleim.
Außerdem wird noch eine zweite Schicht Farbloser Glanzlack auf die Decals gepinselt.
Im letzten Schritt (Bild 6) wird Farbloser Mattlack (Revell Matt 2) auf die glänzenden Flächen oder besser noch, auf das gesamte Flugzeug gepinselt, um die glänzenden Stellen Matt zu bekommen und die Lackierung zu schützen. Diesen Schritt habe ich 2 mal mit leicht verdünntem Mattlack ausgeführt.
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Zum Schluss habe ich noch rote Punkte auf die Flugzeugnase und die Schwimmer für eine bessere Optik aufgemalt und das Flugzeug in Position gebracht.
Hier kann man auch schon den mittlerweile fertiggestellten Großmast sehen.
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Für alle die auch eine Vitrine planen. Mit dem Ständer ist das Modell 19,5 cm hoch ;-)


Stand 18.03.18

125 Stunden Arbeitszeit.

Ich habe jetzt dunkelgraue Farbe auf den Türmen der Artillerie, schwarze Farbe für die Entfernungsmesser und Silber für die Schornsteinkappe aufgebracht.
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Die Rohrhosen (Blastbags) der Hauptgeschütze habe ich aus einer Knetmasse modelliert und anschließend bemalt. Wem das ein zu hoher Aufwand ist, sollte wissen, dass die Bismarck in ihren ersten Dienstmonaten noch keine Blastbags eingebaut hatte. Diese Rohrhosen waren zum Schutz der Türme vor Spritzwasser im Atlantik gedacht.


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Aktuell bin ich an den Beibooten dran. Diese sind leider nicht ganz so gut von Revell umgesetzt worden und bedürfen kleiner Nacharbeiten der Schiffsrümpfe.



Stand 31.12.18


145 Stunden Arbeitszeit.

seit dem letzten Update habe ich mich um die restlichen Flak Geschütze, das zweite Bordflugzeug und diversere Kleinteile, sowie den Ankern zugewendet. Nach der Ätzteileanleitung, gibt zwar Ankerketten für den hinteren und die beiden vorderen Anker, aber keine Kette für den vordersten mittleren Anker. Bei diesem muss man auf das vorgesehene Kunststoffteil des Revellbausatzes oder Eigeninitative zurückgreifen. Ich habe mich für das Revellbauteil entschieden.

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Auch um die übermalten Fliegerkennungen auf Achtern...

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...und am Bug habe ich mich gekümmert. Bemalt wurden diese mit Pinsel. Orientiert habe ich mich an der Anleitung von Revell, welche mit Millimeterangaben die Positon und Größe der Fliegerkennung kennzeichneten. Mit einer Airbrushmaske wäre mir der helle Kreis in der Mitte sicherlich besser gelungen, aber mit bloßem Auge erkennt man das sowieso nicht so gut ;)

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Auf der Backbordseite habe ich schonmal mit Regenablaufspuren begonnen. Auf den Fotos wirken sie ziemlich extrem. Aber am Modell sehen sie recht gut aus und sorgen für ein stimmige unregelmäßige Oberfläche.

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Stand 27.01.19

152 Stunden Arbeitszeit.

seit dem letztem Update wurden die Scheinwerfer (Ätzteile) und diverse Kleinteile (Kunststoff) auf dem Deck aufgeklebt und die Bullaugen mit schwarzem Glanzlack und einem Zahnstocher bemalt.

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Desweiteren habe ich mich mal an den Rumpf gewagt und versucht Gebrauchsspuren aufzumalen. So habe ich diverse Kratzer und auch Dellen an den Spanten, also das Schiffsgerüst, aufgemalt (Illusionsmalerei nach Wolfgang Wurm - siehe: Kit Modellbauschule Teil 6), welche durch Treibgut und starke Wellen (Seeschlag) verursacht werden.
(Hier mal ein Beispielbild, wie Seeschlag die Spanten betont: Klick

Als erstes klebt man den zu betonenden Bereich mit Maskierband ab und trägt dann mit der Airbrush oder dem Pinsel stark verdünnte weiße Farbe oberhalb dieser Linie auf. Weniger ist mehr und so sollte man den Vorgang lieber mehrmals wiederholen.

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Als zweiten Schritt habe ich die Spantenkante mit heller Farbe nachgemalt, um Kratzer zu imitieren.

Wer möchte kann auch noch die Unterseite der Spantenkante mit verdünnter dunkler Farbe betonen, aber ich habe darauf verzichtet, da es in diesem Maßstab so auch schon gut rüber kommt. Aber seht selbst:

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Da es ein erster Versuch war, mit Hilfe durch Illusionsmalerei die Spanten zu betonen, um dem Rumpf dadurch zu beleben, habe ich mich ein wenig zurück gehalten und nur die horizontalen Spanten betont. Das Ergebnis gefällt mir am Modell sehr gut. Vielleicht wage ich mich irgendwann auch mal an die vertikalen Verstrebungen, aber fürs erste werde ich es so belassen.



Stand 09.03.19

172 Stunden Arbeitszeit und endlich fertig :thumbup:

Zur Fertigstellung der Beiboote habe ich die oberen Aufbauten mit einen hellen Holzton bemalt und darüber einen "Wash" mit hellbrauner Ölfarbe aufgebracht. Das sorgt für einen schönen Holzlook.

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Danach habe ich die Fenster mit "Micro Kristal Klear" verglast und die kleine Reling aufgebracht.

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Nun konnte ich mich der Takelage widmen. Dafür verwendete ich das dünnste Takelgarn von "Uschi Van der Rosten". Dieser Faden ist sehr elastisch und hauchdünn.
Eine große Hilfe für das Ausrichten der Takelage war folgender Baubericht von Kai S. aus einem anderem Forum: Link

Zuerst schneide ich mir den Faden in etwa der benötigten Länge vor.
Mit Hilfe eines Zahnstochers appliziere ich Ätzteilkleber an die vorgesehene Stelle und klebe dann ein Ende des Fadens an diese Stelle an. Der Ätzteilkleber wirkt innerhalb von sekunden und man kann dann mit Hilfe einer dünnen Pinzette das andere Ende des Fadens an die gewünschte Stelle ziehen und ankleben. Dabei ziehe ich den Faden so, dass er eine leichte Spannung hat und schneide den überstehenden Faden mit einer ganz scharfen (Haarschneide)Schere ab. Ein Miniseitenschneider geht bestimmt auch, solange er rasiermesserscharf ist.

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Kniffliger wird es erst bei den Doppelantennen. Zumindest muss man nur 4 davon machen. ;)
Als erstes wieder die Länge abschätzen. Mit 2 flachen Hölzern und Masking Tape habe ich mir 2 Fäden gespannt und als Verbinder ein kleines Ätzteil dazwischen geklebt.

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An meine Grenzen hat mich der Verbinder zwischen den beiden oberen Doppelantennen gebracht. :evil: Dafür habe ich 4 Stunden gebraucht und eine Menge Schäden an der Takelage angerichtet, bis ich einen brauchbaren Weg gefunden habe alles gleichmäßig anzubringen:

Zuerst habe ich die Fäden sehr lang gelassen und die Enden der einzelnen 4 Fäden an den Doppelantennen angebracht.
Dann habe ich die Fäden locker über kreuz gespannt (Siehe farbige Punkte auf dem unteren Bild) und mit Masking Tape an Deck fixiert. So konnte ich alle 4 Fäden ausrichten und den Schnittpunkt mit Kleber fixieren. Das untere Ende habe ich dann abgeschnitten und das obere Ende mit einem einzelnen Faden am Hauptmast fixiert.

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Zu guter letzt brachte ich die Reling am Hauptdeck an und klebte die Flaggen nach Anleitung an die Takelage an. Außerdem bastelte ich mit noch Rettungsringe aus 0,4 mm Draht.

Damit schließe ich diesen Baubericht ab.

Viele kleine Details könnte man noch umsetzen. Z.B. Ausstattung der Ruderboote oder Abstützungen an der Reling und und und...aber im Moment fehlt mir die Zeit dazu und ich möchte mich auch gerne anderen Projekten widmen.

Ich hoffe dieser Baubericht ist eine kleine Hilfe für andere Modellbauer und ich bedanke mich bei allen Interessierten.

Auf Scalemates zu diesem Bausatz habe ich gelesen, das man pro Bauteil 5 min rechnen kann. Das haut bei mir ziemlich genau hin. Rechnerisch kommt man bei 2085 Teilen auf 173,5 Stunden. Ich habe 172 Stunden verteilt auf 2 1/2 Jahre gebraucht :lol: Wobei ich nicht minutengenau mit der Stoppuhr gebaut habe und die Recherchezeit auch nicht mit eingerechnet habe.


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Zuletzt geändert von ModellfreakDD am So 17. Mär 2019, 15:39, insgesamt 21-mal geändert.
Gruß Frank
Ego71
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Do 17. Nov 2016, 08:55

Super auf den Baubericht warte ich schon. Ich setze mich mal in die erste Reihe.

Ich hoffe du hast die diversen Aufbauten noch nicht verklebt, weil ich denke, dass du dann zum Bemalen nur mehr schwer rankommst.

Bei den Ätzteilen gehe ich persönlich immer so vor, dass ich diese vorher, also wenn sie noch auf der Platine sind, per Airbrush bemale, aber es gibt sicher viele Wege nach Rom...

Wolfgang
ModellfreakDD
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Di 22. Nov 2016, 19:55

Habe den ersten Post aktualisiert.

Mein Plan sah es zuerst vor die Aufbauten seperat zu bemalen, aber da die Bauteile nicht zu 100 % zusammenpassen (Spaltbildung oder Ätzteile - Leitern die 1 mm zu lang sind) , ist Nacharbeit und Spachteln angesagt und das möchte ich ungern nach der fertigen Lackierung machen.
Aber ich werde den Schiffsrumpf seperat bemalen und erst danach das Deck mit den Aufbauten und zum Schluss die beiden Sachen verkleben. Das sollte funktionieren hoffe ich ;-)
Gruß Frank
ModellfreakDD
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Do 29. Dez 2016, 20:07

Erster Post wurde aktualisiert.

Habe aber eine Frage:
Die mit einem roten Kreis markierten Stellen erscheinen mir unlogisch. Aber ich kenne mich mit Schiffen nicht so aus. Soll dort wo die Treppe endet, die Reling weg oder hat man dort eine art Tor eingebaut?
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Danke für die Antworten
Zuletzt geändert von ModellfreakDD am So 26. Feb 2017, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Frank
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schnuerbodenfuxx
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Sa 31. Dez 2016, 12:00

Hallo modellfreakDD,

tolles Modell, was du uns da zeigst - und vor allen sehr, sehr sauber gebaut.

In deiner Einführung schreibst du:
"Alles in allem kann ich diesen Bausatz nur wärmstens empfehlen.
Auch an solche anspruchsvollen, aber faulen Modellbauer wie mich, da man hier eine Komplettpaket kauft das funktioniert."

Das Komplettpaket scheint aber doch nicht ganz zu funktionieren, denn nur wenig später heißt es bei dir:
"Mein Plan sah es zuerst vor die Aufbauten seperat zu bemalen, aber da die Bauteile nicht zu 100 % zusammenpassen (Spaltbildung oder Ätzteile - Leitern die 1 mm zu lang sind) , ist Nacharbeit und Spachteln angesagt und das möchte ich ungern nach der fertigen Lackierung machen."

Mach dir nichts draus. Die Probleme haben wir Modellbauer doch irgendwo alle - egal ob bei Autos, Fliegern, Panzern oder Schiffen. Und das ist das Schöne an Hobby, man muß sich halt was einfallen lassen. Und ich bin überzeugt, daß du das packst.

guten Rutsch und beste Grüße
schnuerbodenfuxx Dieter
Ich weigere mich immer noch, die Schlechtschreibreform anzuerkennen. Deshalb: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
ModellfreakDD
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So 22. Jan 2017, 20:29

Erster Post aktualisiert

Hallo,

erstmal Entschuldigung für die lange Wartezeit bis zu meiner Antwort.

Vielen Dank für das Lob.
Mit dem "Komplettpaket das funktioniert" meine ich, das alle möglichen Zurüstteile mitgeliefert werden und man nicht erst überlegen muss, was man so alles benötigt.
Alles in allem ist dieser Bausatz aber ziemlich gut und die Spaltbildung hält sich zum Glück bei den oberen Aufbauten sehr in Grenzen :-)

Hab derweile mal Bilder von anderen Bismarckprojekten studiert und entschlossen, die mit einem roten Kreis markierten Stellen  (Siehe Post vom 29.12.) offen darzustellen, da es für mich so auch am meisten Sinn ergibt.
Gruß Frank
ModellfreakDD
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So 26. Feb 2017, 20:13

Erster Post aktualisiert

Hier mein Monatlicher Report.
52 Stunden sind vergangen und ich nähere mich langsam der Lackierungsphase. Aktuell baue ich gerade an den beiden 20mm Vierlingsflaks und werde dann noch die Masten und letzten Ätzteile verbauen. Hoffe beim nächsten Report kann ich schon die ersten Lackierergebnisse präsentieren.
Gruß Frank
Popeye
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Sa 11. Mär 2017, 18:55

Wow, sieht sehr toll aus. Mich interresiert das wie Du alles maskieren wirdst. 
ModellfreakDD
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So 12. Mär 2017, 14:48

Dankeschön. Das Maskieren ist nicht das Problem, da ich mich für ein Tarnschema (erste Phase des Unternehmes Rheinübung) entschieden habe, welches nur den Rumpf mit Streifen wiedergibt. Finde dieses deutlich attraktiver, als mit den Streifen bis in die Aufbauten hinauf.

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Gruß Frank
ModellfreakDD
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Mo 17. Apr 2017, 13:35

Erster Post aktualisiert
Gruß Frank
ModellfreakDD
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Di 6. Jun 2017, 20:32

Erster Post aktualisiert.
Pünktlich zum D-Day Gedenktag gibts frische Bilder.

Habe in letzter Zeit nicht ganz so viel Energie reingesteckt, da ich noch mit einem anderem Projekt weitergemacht habe.
Gruß Frank
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Tommel
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Di 6. Jun 2017, 21:35

Ich kämpfe bei der Black Pearl zum Teil an der feinen Bemalung. RESPEKT !!!!!!

Grüße

Micha
Ferngamerpc
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So 25. Jun 2017, 13:23

Bin schon gespannt auf das Endergebnis.
Sehr schöne und Detailierte Beschreibung.
Ich habe aber eine frage zum Washing.
Wie hast du das gemacht, da ich das auch selber machen möchte und nicht genau weiß wie und ich habe schon vieles gesehen, bin aber daraus nicht gerade schlau geworden.
Ich habe mein Modell mit emaillack bemalt und möchte jetzt ein washing durchführen.
Hab da schon mehrere mögliche Sachen gelesen wie Terpetin Ersatz und Ölfarbe. Aber bei dem Terpentin löst sich doch die Farbe?
Könntest du mir sagen wie ich das machen kann bzw. Mit welchen Materialien?

Und schon mal Danke im voraus für deine Hilfe!
ModellfreakDD
Beiträge: 233
Registriert: Di 15. Nov 2016, 17:38

So 25. Jun 2017, 20:01

Hallo Ferngamer,

bin auch gespannt auf das Endergebnis. Komme aber zur Zeit nicht sehr schnell vorran, weil ich etwas Abwechslung zur Bismarck brauche und mich gerade an einem 1/700 Diorama versuche.

Zu deiner Frage mit dem Washing: Wenn du den Revell Emaillelack genommen hast, würde ich dir Feuerzeugbenzin (Gibts bei Discountern an der Kasse für ca 2 Euro) empfehlen.
Das benutze ich immer zum Verdünnen der Emaillelacke oder Ölfarben (NICHT bei Aquacolor, da geht auch Wasser).
Würde dir aber den Wechsel auf Ölfarben empfehlen, da man diese noch ein wenig "verwischen" kann. Auch eignen sich Ölfarben wunderbar für die Figurenbemalung oder für Holzflächen.
Es gibt Ölfarbensets schon recht günstig im Künstlerbedarf. Ich selber benutze auch keine hochpreisigen.

Das Feuerzeugbenzin einfach in einen Farbmischnapf oder ähnliches geben und ein klein wenig Farbe dazu. Je Nachdem welche Grundfarbe du benutzt sollte die Washingfarbe ein gutes Stück dunkler sein.
 Bsp.: Helles grau = dunkles verdünntes Grau
Oder bei Dunklem Grau = fast schwarzes Washing.
Bei Ockertönnen = dunkles Braun verdünnen.

Das Feuerzeugbenzin hat den Effekt, das es recht schnell verdunstet und nur die Farbe zurück bleibt. Einfach einen feinen Pinsel nehmen und in die Vertiefungen laufen lassen.
Versuche es mal mit einem Stück bemalten Plastik oder einer Stelle die man nicht so gut sieht und probier dich mal aus. Beachte: Weniger ist mehr. Also ruhig erst mal weniger Farbe aber mehr Verdünnung nehmen.
Zuletzt geändert von ModellfreakDD am Sa 2. Sep 2017, 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Frank
Ferngamerpc
Beiträge: 2
Registriert: So 25. Jun 2017, 13:13

Di 27. Jun 2017, 14:13

Danke werde ich direkt ausprobieren und ich werde mir dein Tipp zu Herzen nehmen!
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