U-Boot Typ VII/C - 1/72 by Revell, Pontos, Blue Ridge Models

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elmarriachi
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Die U-Boot-Klasse VII, offiziell Typ VII genannt, war eine Bauserie von U-Booten der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Entstanden aus den Erste-Weltkrieg-Konstruktionen UFund UG und den Erfahrungen mit Typ I und Typ II war sie die am häufigsten produzierte U-Boot-Klasse der Geschichte; mit ihr wurde auch mehr Raum an Schiffstonnage versenkt als mit jedem anderen Typ. Mehr als 700 Einheiten wurden in Dienst gestellt. Geplant waren noch 160 weitere, deren Bau aber zugunsten des technisch überlegenenTyps XXI gestrichen wurde.

Beim Typ VII handelte es sich um Einhüllen-Hochseeboote, deren charakteristisches Merkmal die außenliegenden Brennstoffbunker waren, die sogenannten Satteltanks in den seitlichen Rumpfausbuchtungen. Im Gegensatz zu den Hochseebooten des Typs IX und den Küsten-U-Booten des Typs II wurden sie „Atlantikboote“ genannt. Sie erreichten von allen im Zweiten Weltkrieg gebauten Booten die größte Tauchtiefe, diese ging in der Praxis deutlich über die Werftgarantie hinaus. Die Boote hatten eine hohe Angriffskraft und gute Leistungseigenschaften bei relativ geringen Abmessungen und unter Verzicht auf Wohnqualität.

Der U-Boot-Typ VII A wurde in den Jahren 1933–1934 entwickelt. Es war bedeutend größer als der Typ II und verfügte über vier Bugtorpedorohre und ein Hecktorpedorohr. Dieses Hecktorpedorohr war außerhalb des Druckkörpers angebracht, wodurch ein Nachladen unter Wasser nicht möglich war. Bis in die ersten Kriegsjahre waren diese U-Boote mit einer 8,8-cm-Kanone vor dem Turm ausgestattet. Später wurde auf die Kanone verzichtet, zumal aufgrund der zunehmenden Luftüberlegenheit der Alliierten der Überwasserbeschuss zu riskant war.

Ein Nachteil des Typs VII A war die geringe Reichweite und der fehlende Hecktorpedoraum. Aus diesem Grund wurden in den Jahren 1936–1940 insgesamt 24 Boote des Typs VII B mit einer um 33 Tonnen erhöhten Treibstoffkapazität gebaut, was die Reichweite auf 6500 sm steigerte. Zudem waren sie etwas schneller und durch ein zweites Ruder beweglicher als der Typ VII A. Sie erhielten einen vollwertigen Hecktorpedoraum mit Platz für einen Reservetorpedo. Das VII B war außerdem mit vier abgeschotteten Abteilungen im Oberdeck versehen, in denen weitere Reservetorpedos gelagert wurden, wodurch insgesamt 14 Torpedos mitgeführt werden konnten. Darüber hinaus war es durch die höhere Reichweite und Geschwindigkeit für den Hochseeeinsatz im Atlantik geeignet. Nach der Kiellegung 1938 bereitete der Typ VII B den Weg für die am weitesten verbreitete U-Boot-Variante überhaupt, den Typ VII C.

Der Typ VII C war das bei weitem meistgebaute U-Boot überhaupt. Es war außerdem das erfolgreichste U-Boot der Geschichte und aller Länder. Bis zum Kriegsende wurden 577 Einheiten fertiggestellt. Es war bei unveränderter Antriebsleistung länger als das VII B, wodurch die Leistungen im getauchten Zustand minimal schlechter ausfielen. Nach der ersten Indienststellung dieser Variante im April 1940 bildeten diese Einheiten das Rückgrat der U-Boot-Waffe bei der Schlacht im Atlantik.
Quelle: Wikipedia


Jetzt auch mal ein Modell des "Forenbetreibers", meiner Lieblingsmodellbaufirma seit Kindheitstagen ...... :)

Das Modell von Revell:

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Das Zubehör-Set von Pontos, mit Ätzteilen, Messingdrehteilen und Echtholzdeck:

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Das Detail-Set für die Darstellung des Druckkörpers von Blue Ridge Models:

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Das Bordgeschütz aus Resin von Eduards:

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Herstellung der Oberflächenstrukturen
Der Schiffskörper des Modells ist von Revell zwar u.a. mit vielen erhabenen Schraubenköpfen sehr detailliert, die typische Oberfläche der Außenhaut eines U-Boots ist jedoch nicht dargestellt, wäre spritzgusstechnisch aber wohl auch nur schwer umsetzbar. Die Darstellung der durch den starken Außendruck eingedellten Stahlplatten fehlt ebenso, wie die typische Struktur der stählernen Oberflächen. Beides, für U-Boote charakteristisch, gilt es im ersten Schritt darzustellen. Auf dem folgenden Bild erkennt man diese relativ gut …

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(Quelle: Wikimedia)

Zunächst werden mit einem Skalpell mit abgerundeter Klinge sämtliche Stahlplatten zwischen den Nietenreihen bearbeitet. Es werden jeweils die Zwischenräume "ausgekratzt", wobei darauf geachtet werden muss, dass die Nietenreihen nicht beschädigt werden. Man erhält auf diese Art sehr realistisch aussehende, durch starken Außendruck entstandene Verformungen. Die Stahlstruktur wird dagegen mit einem (abgerundeten) Fräser im Dremel bearbeitet, wobei "sanft" die Oberflächen der größeren Außenflächen bearbeitet werden. Sowohl die mit dem Messer, als auch die mit dem Fräser bearbeiteten Flächen werden anschließend mit Schleifpapier noch geglättet.

Die Bilder hiervon, ein Vergleich zwischen „Serien-Bausatzteil“ und „bearbeitetem Teil“ folgt.

LG
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Oha! Auf die Vergleichsbilder bin ich jetzt schon gespannt. Das wird sicher interessant.
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Bornerurs
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Da schaue ich doch gerne zu.

Urs
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Malkite
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Sehr gut! Dieser Bausatz liegt bei mir auch noch auf der Helling. Bin dabei!

Gruß
Marc
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panzerchen
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Diese Eindrückungen findet man gewohnheitsmäßig auch bei Überwasserschiffen.
Teilweise sogar noch ausgeprägter !
Bei Überwasserschiffen werden diese Dellen durch den Wellenschlag erzeugt.
Gerade auch bei Aufbauten kann man diese Dellen häufig sehr ausgeprägt beobachten, denn die sind, für mich offenkundig, weniger stabil weil dadurch leichter gebaut.
Auch bei Flugzeugbeplankungen kann man diesen Effekt feststellen, allerdings weniger offenkundig, denn besonders bei Tragflächen darf das Profil nicht allzu sehr verfälscht werden.
Im englischen Sprachraum spricht man da meines WIssens von "stressed skin".

Leider ignorieren praktisch ALLE Hersteller diese doch recht auffällige Erscheinung. :(
Mir ist nur die 1:32 Zero von Tamiya bekannt wo dieser Effekt bereits in den Spritzgußwerkzeugen berücksichtigt wurde. :)

Ich spende Dir für den Entschluß diese Struktur am Modell nachzubilden ausdrücklich meinen Beifall, denn es wird nicht einfach sein.
Ich habe es vor längerer Zeit mal selber an einer 1:72 P 51 D ( die alte Airfix ) probiert ( durch Schaben, mannomann ging das über das Handgelenk ! ) , allerdings mit nicht 100 %-ig überzeugendem Erfolg:
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elmarriachi
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Danke Euch allen für das Interesse!

@ Panzerchen: Du hast natürlich recht, wobei bei den großen Schiffen, der Überwasserbereich noch etwas schwieriger zu gestalten wäre, da dort i.d.R. nicht mal die Planken angedeutet sind .... das ist hier etwas einfacher :)

So... und hier die ersten, versprochenen Bilder ....

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So gehts jetzt erstmals über den gesamten Rumpf weiter, nachher wird noch ausgeschnitten, geschliffen, vernietet, Ätzteile eingeklebt, verspachtelt, geschliffen, .... :)

LG
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panzerchen
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Na DAS U-Boot war ja ziemlich weit abgetaucht, gelle ?
Ego71
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Coole Sache. Auch dieses Modell wird sicher wieder der Wahnsinn. Ein Hinweis und eine Frage:

1. In einem der letzten Modell Fan Sonderhefte ist ein großer Artikel über diese "Eindrückungen" und wie man diese durch eine spezielle Bemalungstechnik darstellt (http://www.amazon.de/KIT-Modellbauschul ... NMCANHWCDW), für mich nicht realisierbar, für dich sicher.

2. Holzdeck bei U-Booten? Waren die tatsächlich aus Holz?

Wolfgang
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elmarriachi
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Hallo zusammen,
danke Euch :)

@Panzerchen: na klaro... Tiefseetaucher :) :)

@Wolfgang: Ja das hab ich auch schon mal gesehen, bisher aber noch nie versucht muss ich gestehen.... irgendwann mal vielleicht :) :)
Die Holzdecks waren tatsächlich aus Holz. Entgegen vieler (rostiger) Deckdarstellung - die Decks waren soweit ich weiß aus Holz :)

LG
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panzerchen
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Prinzipiell kann ich mir diese Bemalungstechnik ( den Artikel habe ich nicht gesehen ) gut vorstellen: Abdunklung der Beulen, Aufhellung der Nietreihen.
Das erinnert ein bißchen an die bekannte Vorschattierung bei Flugzeugmodellen. Allerdings in umgekehrter Vorgehensweise.
Aber bei diesen massenhaft kleinen Flächen wird es wohl nicht Jedem vergönnt sein das glaubhaft durchzuziehen. ( ? )
Für eine Spritzpistole halte ich die abzudunkelnden Flächen fast für zu klein.
Mit aufgeriebener Pastellkreide ? Mit Ohrenputzer ? Könnte gehen..... ( ? )

Meine Prognose:
Durch die Gravuren der Dellen hat Micha die Voraussetzungen geschaffen diese mit einer dunklen Waschung zu betonen, und mit nachfolgendem hellem Trockenmalen die nicht eingedrückten Nietreihen bei den Spanten optisch hervorzuheben.
Mal sehen, ob er so etwa vorgeht...... :ugeek:
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elmarriachi
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*** UPDATE ***

Zunächst werden die Bereiche, in denen sich die Öffnungen befinden, von der Innenseite dünner gefräst, bis dann die Öffnungen nur noch mit einem Messer nach Innen herausgedrückt werden müssen. Somit ergibt sich zum einen eine sehr dünne und realistische Wandstärke, zum anderen werden die Formen der Öffnungen nicht beschädigt.
Am Bug (2x) und am Heck (1x) werden dann für realistischere Öffnungen ganze Bereiche des Schiffskörpers herausgetrennt und geätzte Metallbleche eingesetzt. Diese werden am am Übergang verspachtelt und später noch verschliffen (auf den Bildern fehlt noch ein geätztes Blech an den Torpedoöffnungen am Bug).

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Jetzt gehts weiter mit der anderen Rumpfhälfte, bis dann die Ätzteile für den Bereich der Torpedorohre von WEM geliefert werden :)

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Die Detaillierung der ersten Rumpfhälfte ist weitgehend fertig gestellt, es fehlen dann noch diverse Ätzteile zur Ausarbeitung der Details. Die Strukturen sowie der Einbau der großen Ätzteile sind soweit fertig.

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Im Bugbereich wurden die Öffnungen soweit möglich ausgefräst, das Material der Außenhülle im Bereich der Öffnungen dünner gefräst. Der Bereich um die Torpedoöffnungen wurde komplett durch ein Ätzteil von White Ensign Models ersetzt, im unteren Bereich kam entsprechend ein Ätzteil von SRS zum Einsatz. Das Angleichen erfolgt durch mehrmaliges Verspachteln und Verschleifen. Und nochmals Verspachtelt und Verschleifen. Und nochmals. Und nochmals. Anschließend werden die Nietenreihen teils mit 3D-Declas ersetzt bzw. weitere Nietenreihen ergänzt.

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Die komplette Oberflächenstruktur wurde ausnahmslos überarbeitet. Während die einzelnen „Stahlplatten“ durch Ausschaben „verbeult“ wurden, werden die großen Flächen mit dem Fräseinsatz und dem Dremel bearbeitet.
Anschließend werden sämtliche Schweißnähte mit Flüssigspachtel zwischen zwei Tapestreifen nachgearbeitet, anschließend nochmals nass verschliffen. Es folgen später noch diverse Ätzteile, zur weiteren Detaillierung.

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Auch im Heckbereich werden die unteren Öffnungen durch ein Ätzteil von SRS ersetzt, verspachtelt und verschliffen. Auch in mehreren Durchgängen ….

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Jetzt geht es analog hierzu mit der zweiten Rumpfhälfte weiter, bevor dann im Inneren diverse Verstrebungen und Details an den Öffnungen folgen….

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Tolle Arbeit! Das mit der Flüssigspachtel ist ja mal eine gute Idee!
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elmarriachi
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Danke Euch :)

Wie gehts jetzt weiter.... also.....
  • Versetzen des Ankers, Verspachteln und Verschleifen
  • Alles bisherige an der zweiten Rumpfhälfte wiederholen
  • Einbau von Details im Innenraum hinter den Öffnungen
  • Einbau von Stützen und Trägern für die Resinteile der Druckhülle
  • Einpassen der Teile der oberen Druckhülle
  • Zusammensetzen der beiden Rumpfhälften
  • Verspachteln und Verschleifen
  • Grundieren und evtl. nochmals nacharbeiten
  • Verschleifen der eingedellten Rumpfplatten für eine homogene Oberfläche
  • Ersetzen aller (!) Nieten zwischen den eingedellten Rumpfplatten und Ergänzen weiterer Nietenreihen
Soviel zur aktuellen Planung ...... :)

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Die Position des Ankers im Modell ist leider falsch dargestellt, der Anker befindet sich bei dem Revell-Bausatz zu weit nach hinten versetzt. Um diesen Fehler zu korrigieren, wird der Bereich der Ankerklüse herausgetrennt, und direkt hinter / über dem Metallteil der Torpedoöffnungen wieder eingeklebt. Mit Plastiksheet wird nun der offene Bereich rundherum von innen verschlossen und mit Magic Sclup aufgefüllt und verschliffen, somit der Oberfläche angepasst. Von der Innenseite wird dieser Bereich mit Plastikprofilen verstärkt für mehr Stabilität. Auch hier werden die Nietenreihen später erst wieder neu aufgebaut, nachdem alles endgültig verspachtelt und verschliffen ist.

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Als nächstes wird noch verpsachtelt und die "Dellen" versäubert :)

LG
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