U 99 - Revell - 1:125

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Onkel Markus
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Sa 1. Dez 2018, 14:42

Schiff ahoi!

Ich möchte euch meinen nächsten Bausatz vorstellen, und zwar das deutsche U-Boot "U 99", welches im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam und unter seinem Kommandanten Otto Kretschmer zu einem der erfolgreichsten und damit gefürchtetsten Boote der Deutschen Kriegsmarine wurde.

Historischer Hintergrund:
U 99 wurde am 15. Dezember 1939 bei der Krupp Germaniawerft in Kiel in Auftrag gegeben und dort unter der Baunummer 593 am 19. März 1939 auf Kiel gelegt. Nach einem Jahr Bauzeit erfolgte am 12. März 1940 der Stapellauf, sowie einen Monat später die Indienststellung unter Kapitänleutnant Otto Kretschmer.
U 99 war ein U-Boot des Typs VII B, von denen zwar nur 24 Exemplare gebaut wurden, unter denen sich aber mit
U 47 (KptLt. Prien, versenkte das Schlachtschiff Royal Oak in dessen Heimathafen),
U 48 (mit 52 versenkten Schiffen/307.935 BRT das definitiv erfolgreichste Boot des Krieges),
U 73 (Versenkung des Flugzeugträgers HMS Eagle im Mittelmeer) und
U 100 (26 versenkte Schiffe mit fast 137.819 BRT, KptLt. Schepke)
sehr erfolgreiche Boote befanden.

Auf insgesamt acht Feindfahrten in den Jahren 1940/41 versenkte die U 99 insgesamt 38 Schiffe mit einer Gesamttonnage von nahezu 245.000 BRT. Auf der 8. Feinfahrt ereilte U 99 dann schließlich das Schicksal, Zwei britische Zerstörer, die wenige Stunden zuvor schon U 100 versenkt hatten, orteten U 99 und belegten es erfolgreich mit Wasserbomben. Das schwer beschädigte Boot tauchte auf, war aber manövrierunfähig. Der Kommandant befahl die Mannschaft von Bord, während der L.I. (Leitende Ingenieur) im Boot zurückblieb und den Tauchvorgang einleitete, um das Boot zu versenken. Das Boot sackte jedoch sehr schnell weg, so dass der L.I. nicht mehr aus dem Boot entkommen konnte.

Der Kommandant:
Der in Schlesien geborene Otto Kretschmer trat 1930 als Offiziersanwärter in die Reichmarine ein, durchlief die Ausbildung und diente auf den leichten Kreuzern Emden und Köln, bevor er zu U-Bootwaffe versetzt wurde. Sein erstes Kommando über ein U-Boot erhielt er während des Spanischen Bürgerkrieges auf U 35 (Typ VII A), danach war er Kommandant des Typ-II-B-Bootes U 23. Noch vor Kriegsbeginn wurde er Kommandant auf U 99.


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Nach der Versenkung des Bootes geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Das "Unternehmen Kiebitz", mit dem Kretschmer und andere U-Boot-Offiziere aus der Gefangenschaft befreit werden sollten, scheiterte und so erlebte Kretschmer das Kriegsende in Gefangenschaft.
1947 kehrte er nach Deutschland zurück, studierte zunächst Jura, trat dann aber 1955 wieder in die neu aufgestellte Bundesmarine ein. 1970, im Rang eines Flottillenadmirals, trat er aus dem militärischen Dienst aus.
Otto Kretschmer starb im Alter von 86 Jahren in Straubing, seine Asche wurde der See übergeben.

Der Modellbausatz
Der Bausatz von U 99 gehört aktuell nicht zum Programm von Revell, da es ihn aber in den letzten 30 Jahren immer mal wieder zu kaufen gab, gehe ich davon aus, dass er früher oder später doch wieder aufgelegt wird. Ich selbst habe das Modell vor etwa 30 Jahren schon einmal gebaut, damals noch recht anspruchslos ohne alle Teile zu verbauen und mit Pinsel und Email-Farbe. Das soll diesmal anders werden.
Bei einem Maßstab von 1:125 kommt das Modell auf eine Länge von 53 Zentimetern und hat einen Skill-Level von 3.

Der Karton
Der grüne Faltkarton ist gut 55 Zentimeter lang und zeigt das Bildnis der aufgetaucht fahrenden und unter Beschuss liegenden U 99, während sie einen Torpedo schießt und im Hintergrund ein anderes Kriegsschiff im Sinken begriffen ist. Interessanterweise steht während des Angriffs niemand auf der Brücke des U-Bootes, obwohl Überwasserangriffe seinerzeit von dort aus gefahren wurden. Aber egal.
Die Rückseite des Kartons nutzt Revell ausgiebig für Werbung in eigener Sache, auf den Kartonseiten sind neben dem obligarorischen historischen Abriss noch vier Basisfarben angegeben.

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Der Inhalt
In einer transparenten Tüte befinden sich die beiden Rumpfhälften, die recht überschaubare Anzahl an Bauteilen in drei bis vier Spritzrahmen, eine zweiteilige Bauanleitung sowie ein kleiner Decalbogen und die Flaggentafel.

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Die Bausatzteile weisen erstmal keine Produktionsfehler auf, im Großen und Ganzen ist es das Gleiche wie schon beim kleineren Bausatz im 350er-Maßstab, außer dass das Oberdeck, die achteren Tiefenruder und das Geschütz mehrteilig aufgebaut sind. Das soll nach dem Gefrickel mit dem Mini-Modell aber nicht weiter stören.
Natürlich gibt es auch wieder filigrane Teile zu Hauf: Relings, Periskope, Antriebswellen usw. Diesmal wird nichts mehr aus dem Rahmen "geknipst" oder geschnibbelt, sondern nur noch mit heißer Klinge herausgeschmolzen.

Die Anleitungen
Ganz richtig gelesen: Dieser Modellbausatz bietet gleich zwei Bauanleitungen. Die "Hauptanleitung" ist auf Englisch und ist wie ein Flyer im Format A-4 aufgebaut. Falten statt Blättern. Für diejenigen, die der englischen Sprache so rein gar nicht mächtig sind, gibt es dann auch noch die deutsche Übersetzung dazu. Ich denke, die grafischen Darstellungen in der englischen Anleitungen sagen eigentlich alles aus.
Interessant: Beide Anleitungen, sowohl die englische wie auch die deutsche, sind völlig untypisch für Revell. Revell-Farbangaben sucht man in der englischen Anleitung vergeblich, in der deutschen sind sie aufgeführt. Aber es ist tatsächlich so, dass man wohl mit den vier Farben, wie sie schon auf der Kartonseite angeführt sind, auskommen soll. Gefällt mir schon mal nicht - dann kann ich das Modell ja gleich zusammenbasteln und danach in einen Farbeimer tunken.
Zur deutschen Anleitung sei noch gesagt, sie macht leider den Eindruck, als habe sie man "mal eben" im Open Office getippt.

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Abziehbilder
Zwar heißt der Bausatz "U 99", mir ist aber kein Bauteil außer den beiden Hufeisen am Turm bekannt, welches sich nur auf dieses spezifische Boot beziehen würde. Man könnte also auch eines der anderen 23 Boote des Typs VII B bauen. Wenn der Bausatz aber schon "U 99" heißt, dann hätte man auch ein entsprechendes Abziehbild für den Modellständer dazuliefern können. Ich glaube, ich muss mir dann doch mal teure Decalbögen im Internet ordern....
Ansonsten bieten die Decals die üblichen Bildchen: entschärfte Reichskriegsflagge, zwei Mal "U 99" für den Bug, Versenkungswimpel, fertig ist die Laube.

Alles weitere dann im Baubericht!

Onkel Markus
Zuletzt geändert von IchBaueAuchModelle am Di 4. Dez 2018, 06:54, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: HK aus Bild entfernt
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