Mutiny on the Bounty, Revell 1:110

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satori
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Die Idee
Ich habe sehr lange gebraucht um ein passendes Modell für unseren Wettbewerb zu finden. Gerne hätte ich eines der neuen und wirklich grandiosen VW Modelle von Revell gebaut (Käfer oder T1). Aber irgendwie wirkt so ein Auto ohne passende Umgebung nicht so recht. Zudem habe ich schon länger die Bounty auf dem Tisch liegen mit der ich die Meuterei darstellen möchte.
Da uns ja nur 6 Monate zum Bau zur Verfügung stehen, muss ich mich echt sputen um rechtzeitig fertig zu werden. Die Revell Bounty ist schon recht alt und so wundert es nicht, dass es einiges nachzubessern gibt. Ich hoffe ich bekomme das in dem halben Jahr hin

Zur Geschichte
Die Bounty wurde durch einen Vorfall der sich am 28.April 1789 Südwestlich von Tofua (Heute Tonga) ereignete Weltberühmt. Ein Teil der Schiffsmannschaft Meuterte gegen ihren Kapitän Bligh und setzten ihn zusammen mit einiger im treu ergebenen mitten im Meer aus. Interessant dabei ist, dass es bei dieser Meuterei keine Toten gab. Warum ausgerechnet diese Geschichtlich betrachtet eher unbedeutende Meuterei so bekannt geworden ist wundert doch etwas, wenn man sich die Geschichte der VOC Batavia vor Augen führt, bei der fast die gesamte Mannschaft ermordet wurde.

Zum Modell
Das Modell von Revell ist Uralt (Siehe Foto mit der Jahreszahlprägung). Daher wundert es wenig das die Formen mit Fischhäuten und Auswurfmarken übersät sind und die Holzdarstellung erhaben dargestellt ist. Auch haben sich einige Fehler eingeschlichen. Zu diesen nehme ich später noch Stellung. Erfreulich ist hingegen die Passgenauigkeit und die sehr schön modellierten Figuren.
Beim Bau werde ich mir das Buch "Anatmoy of the Ship; The Armed Transport Bounty" zu Hilfe nehmen.
Auch mit Steinen die Dir im Weg liegen kann man was schönes bauen!
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satori
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Am Anfang war die Zeitung. Ohne die kann es nicht losgehen.

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Dieses Modell ist ein echer "Ever Green" :D
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Auswurfmarken wohin man schaut
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Trotz des Alters sehen die Rumpfteile gar nicht so schlecht aus
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Nach einer ersten Grundierung....
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Geht das Abkleben und Lackieren los
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satori
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Hier einige weitere Arbeitsschritte
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Ob die Bounty tatsächlich blau war ist unklar. Ich gönne ihr aber diese schöne Farbe :D
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Nach einem dezenten Chipping kam noch ein Washing mit Ölfarbe. Versiegelt wurde alles mit Bodenglanz.
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Auch die Seitentaschen sind mit Fischhäuten überzogen. Um diese beim entfernen besser zu sehen habe ich die Bauteile weiss grundiert.
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Der Heckspiegel ist Revell sehr schön gelungen.
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Es folgen noch Nacharbeiten mit dem Pnsel, dann ist der Heckspiegel Ready für ein Washing
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Über Nacht nun werde ich die Rumpfhälften kleben. Einige Kleinteile wie Geduld mit den Belegnägel, Lenzpume und Bratspill habe ich bereits auf das Deck geklebt.
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satori
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Wie es um den Zustand der Bauteile bestellt ist, zeigen nun folgende Bilder. Ich hoffe wirklich, bis Mitte Jahr fertig zu werden.

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Die nächsten Tage bin ich damit beschäftigt Fischhäute zu entfernen und Auswurflöcher zu füllen......
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satori
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An Deck der Bounty befanden sich 2 4Pfünder Geschütze je Seite.
Das Kanonenrohr aus dem Bausatz ist sehr schlicht gehalten und zeigt keine typische Englische Eigenschaften auf und so wundert es auch nicht, dass das Königswappen GR (George Rex??) das Schiffe jener Zeit üblicherweise trugen fehlt. Die Lafetten von Revell sind zudemr nicht besonders filigran ausgefallen und auch nicht richtig wiedergegeben. Ich erwäge, diese selber zu bauen. Hier erst mal ein paar Bilder.

Als erstes habe ich die Geschütze aufgebohrt.
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Danach habe ich die Position der Augen (Ösen) ermittelt. Auf diesem Bild sind diese Ösen mal nur gesteckt.
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Natürlich kann man Ösen aus Draht selber machen, aber diese Ätzteile von Radek sind sehr gut und preislich lukrativ. Warum also Selbermachen ;)
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Ich orientiere mich am Buch "Anatomy of The Ship". Für mich hat sich diese Investition gelohnt. Auch wenn das Buch ein mehrfaches des Bausatz' gekostet hat :roll:
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Gut ist zu sehen, dass die Lafette aus einem Guss besteht und sehr klobig wirkt. Je länger ich dieses Bild betrachte umso klarer wird mir, das ich diese Lafetten selber herstellen muss. Es sind ja nur 4Stück. Das sollte also keine grosse Sache werden.
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satori
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1783 wurde von der britischen Admiralität eine Verfügung erlassen, unter der Wasserlinie nur noch kupferne statt eiserne Bolzen zu benutzen. Zum selben Zeitpunkt gehörte auch der Beschlag mit Kupferplatten bei Kriegsschiffen schliesslich zum Standard. Doch auch nicht militärische Schiffe wurden vermehrt mit Kupferplatten beschlagen, so auch die Bounty vor ihrer uns bekannten Expedition. Dem Revellmodell fehlen leider diese Platten und so sehe ich mich gezwungen, diese nun selber anzubringen.
Ich verwende dafür die Metallfolie von Sektflaschen, die ich glatt streiche und in rund 6mm breite Streifen schneide. Die Nieten erfolgen mit einem Nietenrad das Trumpter anbietet. Aufgeklebt habe ich die Bänder mit Sekundenleim. Da ich das Modell in ein Wasserdio setzen will, muss ich nicht zu exakt arbeiten.

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Zum Schluss kam ein Farbgemisch aus Kupfer, Schwarz und Pink auf die Folie. Oberhalb der Wasserlinie kam mit Pigment ein Band mit Grünspan. Unterhalb der Wasserlinie bleibt das Kupfer mehr oder weniger sauber, da es nicht oxidieren, bzw. Grünspan ansetzen kann.
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satori
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Hier sieht man die Wasserlinie noch etwas besser
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Als nächstes kommt das Ruder. Die Ruderstange von Revell ist etwas kurz geraten. Auf dem Foto habe ich eingezeichnet wie das in etwa aussehen muss. Rot ist die 2übersetzung" vom Steuer zur Ruderstange.
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Auch fehlt der "Flag Locker" - Ein Aufbau über der Ruderachse. Wie das Ding auf Deutsch heisst weiss ich nicht. In der Marine kann man nicht einfach englische Wörter ins deutsche übersetzten. Viele deutsche Marinebegriffe stammen aus dem holländischen und die wiederum haben manchen Dingen ganz andere Bezeichnungen gegeben als die Engländer.
Zuerst habe ich eine Detailzeichnung aus dem bereits erwähnten Buch gescannt und in der richtigen Grösse ausgedruckt. Zudem habe ich noch die Rüsten mit den Jungfern angeklebt. Ich werde die Jungfern aus dem Bausatz verwenden, da ich 1. keine so kleinen jungfern wie sie bei dem Modell vonnöten wären gefunden habe und 2. mir vermutlich nicht genug Zeit bleibt hier auch noch scratch was zu bauen und 3. die aus dem Bausatz gar nicht so schlecht aussehen.
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Aus 1mm Plastiksheet habe ich nun die Formen ausgeschnitten und angepasst.
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Passt wunderbar
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Als Beweis nochmals eine Tageszeitung
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Mit Ölfarbe bekommt man eine schöne Holzmaserung hin
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Der fertige Ruderstand
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satori
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Mittlerweile ist der Rumpf fertig. Ich habe ihn noch mit Ölfarben und zu guter Letzt mit Tamiya "Schminke" bearbeitet. Noch fehlen die Geschütze. Meine Versuche die Lafetten neu zu machen sind bisher gescheitert. Bis ich dafür eine Lösung habe, mache ich nun mal mit den Masten weiter.
Die Fenster der Seitentaschen habe ich mit Weissleim überzogen, darum sind die auf dem Foto noch weiss.

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satori
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Ich habe mir das Herstellen der Lafetten etwas einfacher vorgestellt. Irgendwie bekomme ich das nicht so hin wie ich es mir wünsche.
Per Zufall habe ich in einem Laden 4 Zinnlafetten gefunden. Allerdings sehen die auch nicht wirklich gut aus

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Da mir etwas die Zeit davon rennt, habe ich diejenigen aus dem Bausatz verwendet.
Das Ergebnis ist dann doch gar nicht mal so schlecht geworden

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satori
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Die Barkasse spielt bei der Meuterei eine wichtige Rolle. Das Beiboot von Revell ist sehr einfach gehalten und bedarf etwas Nacharbeit.
Für die Spannten habe ich Plastiksheets von Plastruct verwendet.

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satori
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Die Barkasse liegt zum trocknen beiseite.
In der Zwischenzeit habe ich mit den Masten begonnen. Hier arbeite ich Modulweise. Erst klebe und lackiere ich die einzelnen Masten. Danach beginne ich mit der Rigg.

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Die Blöcke sind aus Holz. Ich verwende 2mm sowie 3mm
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Die Masten sind sowiet fertig und können auf das Deck geklebt werden. Leider sind die Bauteile verzogen. Ich werde versuchen mit der Rigg (Stag) die einzelnen Teile etwas in Form bringen zu können. Die Rahe lasse ich noch weg. Erst kommen Stag, Hahnepooten, Pardunen und Wanten. Erst dann schlage ich die Rah an den Mast.
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Die Grossstag ist gesetzt. Jetzt werde ich versuchen die Masten in die richtige Position zu ziehen. Diese Arbeit ist etwas heikel und wird wohl etwas Zeit in Anspruch nehmen.
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Auch die Rahe sind etwas verzogen und müssen zurechtgebogen werden. An die Rahnock kommen wieder 2mm bzw. 3mm Holzblöcke. Die Fusspferde mache ich auch gleich daran fest. Zum Schluss werde ich alles schwarz lackieren. Um einen etwas verwitterten Effekt zu erzielen, mische ich etwas Braun ins Schwarz. So wirkt das Schwarz nicht mehr Fabrikneu sondern schon etwas von der Sonne ausgebleicht.
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satori
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Für das Beiboot von Revell ist komischerweise kein Ruder vorgesehen. Dieses Manko ist mit Plastiksheet allerdings schnell behoben.

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Während der Leim des Ruders am trocknen ist, habe ich die Hahnepooten angebracht. Leider sind sie etwas zu lange geworden. Wenn mir noch Zeit bleibt, kürze ich sie noch ein wenig.

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Um die Masten in die richtige Position zu bringen und gleichzeitig zu fixieren damit sie sich beim Riggen nicht in alle Richtungen verbiegen, habe ich Partunen angebracht. Richtiger weise müssten diese via Jungfern an die Rüsten. Nur habe ich keine so kleinen Jungfern das sie zu den restlichen passen würden. Darum habe ich die Pardune direkt an der Rüste fixiert. Hier geht der praktische Nutzen über die historische Korrektheit.

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satori
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Das Beiboot ist soweit fertig! Jetzt wird nochmals etwas gealtert und dann kommen schon bereits die Figuren rein...

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satori
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Als nächstes nehme ich mir die Rahe vor. Wie auf dem ersten Bild zu sehen, sind einige mit äusserst hässlichen Verstrebungen versehen. Was das genau soll erschliesst sich mir nicht. Am Original gab es sowas nicht, also weg damit.

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Als nächstes bringe ich die Blöcke und Fusspferde an. Diese Arbeit geht nur schleppend voran und meine Augen werden sehr schnell müde :roll:

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Zum Schluss wird alles schwarz lackiert. Ich habe, wie schon erwähnt, dem Schwarz etwas braun beigemischt, um die Farbe so etwas abzuschwächen. Wieder einmal ist es spät in der Nacht, darum das schlecht ausgeleuchtete Foto...

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Als nächster Schritt kommt noch ein washing mit heller Farbe und ein "Highlighten" mit Pigment aus dem Tamiya Schminkset.
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satori
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Dem Bausatz sind Plastikwanten beigelegt. Diese sehen leider sehr nach Plastik aus und stimmen in den Dimensionen nicht (Ausgangspunkt zum ermitteln der Taustärke ist der jeweilige Mast). Ich habe mich dazu entschlossen, die Wanten selber zu weben. Der Webrahmen dazu habe ich von einem Heller Bausatz.

Hier die einzelnen Schritte:

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