Der "Hab als Teenie schon gebaut und jetzt durch Zufall....tada...wieder infiziert"-Thread

Small-Talk und "off-topic"-Plaudereien ...
Antworten
Benutzeravatar
Shyraz
Beiträge: 157
Registriert: Fr 7. Apr 2017, 20:27

Mi 14. Jun 2017, 22:08

Oder auch: Alte Liebe rostet nicht. :D

Dachte mir, nachdem ich diese und ähnliche Geschichten hier in jüngster Zeit doch öfter gelesen habe und es mir ja selbst auch so geht, lasst uns hier doch ein wenig darüber quatschen, immerhin ist das hier ja die Smalltalk-Ecke.

Wie ist es uns seither ergangen?
Welche gestiegenen Ansprüche haben wir entwickelt?
Was sagt eigentlich die jeweilige holde Maid zu unserer neuen Leidenschaft?
Und, und, und. ;)
Und was macht diese süchtigmachende Faszination eigentlich aus?

Für mich ist der wiederentflammte Modellbau echt so ne Geschichte zum Abschalten und Runterkommen geworden. Das ist Sport für mich zwar auch, aber dazu muss ich die Burg verlassen. Und als Alternative für zu Hause hat sich hierzu jetzt halt die Plastik-Zauberei gesellt. Es macht einfach irre Spaß, was handfestes, handwerkliches und auch künstlerisch-kreatives zu machen. Dann auch noch zu sehen, wie man sich selbst entwickelt und seine Ansprüche an sich selbst nach oben schraubt ist halt schon toll. :D
Das nächste Wunder liegt nur ein Atom von dir entfernt.
Yeast
Beiträge: 297
Registriert: So 30. Apr 2017, 11:59

Do 15. Jun 2017, 07:57

Morgen Shyraz!

Gute Idee mit dem Thread! Da werd ich mich gleich mal anschließen :thumbup:

Also ich habe ganz am Anfang so mit 8, 9, 10 Jahren angefangen zu bauen. Meine ersten Bausätze habe ich von einem Bekannten meiner Eltern geschenkt bekommen, der damals aufgehört hat. Die waren uralt (Airfix, Revell, Esci, Iterleri, Heller) und die Decals teilweise komplett bröselig. Man beachte, das war Anfang der 90er Jahre... Damals hab ich einfach alles zusammen geklebt, an Bemalung war gar nicht zu denken. Meine Eltern hätten mir niemals diese giftigen Farben gekauft. Noch dazu gab es damals noch keine Aquas und die Pinselreinigung musste mit Nitroverdünnung erfolgen. Ein No-Go und der elterlichen Wohnung.
Die meisten der "Modelle" endeten dann irgendwann Sylvester als Sprengobjekte... War als Kind richtig schön.

Irgendwann dann im zarten Teenee-Alter hab ich dann angefangen, mir selber Bausätze zu kaufen, auch Farben dazu. Meine Eltern hatten einen kleinen Garten gepachtet, wo ich basteln konnte ohne dass der Geruch störte. War aber darum nur eine Sommerbeschäftigung in den Ferien. Ein paar der Modelle hab ich heute noch.

Dann wurde was anderes Interessant (z.b. Mädchen ;)) und seitdem habe ich bis heuer im Frühling keine Modelle mehr gebaut. Mein Modellbauzeug und die meisten Modelle wurden mit der Zeit entsorgt, nur ein paar der "schöneren" hab ich mir als Anachronismus und Erinnerung an die Kindheit aufgehoben.

Bis ich heuer im März zufällig beim Aufräumen auf die kläglichen Reste gestoßen bin - ein paar Pinsel, die restlichen, teils ramponierten Modelle und ein paar Enemal Farbtöpfe von Revell. Da ich zufällig kurz darauf später krank wurde, hab ich mir aus purer Langeweile (wir haben keinen Fernseher) ein, zwei Bausätze und die passenden Farben dazu gekauft. Amazon Prime liefert ja schnell... Ja, und seit dem hat es mich voll erwischt.

Meine Frau hält mich für ein wenig verrückt und kindisch, aber damit kann ich leben. Es ist wie Du sagst, total anders als andere Hobbies. Da bekomm ich "in Ruhe" den Kopf frei. Die Gedanken kreisen und werden irgendwann weniger und weniger. Es hat was meditatives und entspannendes.

Im Familien, Freundes und Bekanntenkreis habe ich davon nichts erzählt. Die würden mich für bekloppt halten. Bringt ja auch nichts, da kann ich mich sowieso mit keinem drüber unterhalten.

Meine Ansprüche sind natürlich immens gewachsen. Die Modelle, die ich als kind noch für großartig gelungen hielt, sind jetzt, sagen wir mal...

Wenn ich mir manche Bauberichte und Experten hier so ansehe, liegt meine persönliche Latte sehr hoch. Aber ich merke, wie es von Bausatz zu Bausatz aufwärts geht.

Welchen Maßstab ich bevorzuge, wird sich noch herausstellen. Derzeit zeigt alles Richtung 1/72. Wobei ich grade eine Mig-31 von Revell in 1/144 baue und ich großen Gefallen an den kleinen  Jets gefunden habe.
tuvinator
Beiträge: 9
Registriert: Di 2. Dez 2014, 20:52

Mo 3. Jul 2017, 10:24

Bei mir ging es los, bevor ich überhaupt Teenager war. Mein Onkel hatte mir irgendwann mal zum Geburtstag 2 Bausätze geschenkt. Einsteigermodelle, irgendwelche Flugzeuge. Da ich erst 9 oder 10 Jahre alt war, fehlte natürlich das nötige Bastelwerkzeug. Die Teile habe ich folglich mit einer Nagelschere ausgeschnitten und entgratet, einzig eine Nagelfeile gestand man mir zu. Mein Großvater hatte zwar eine super ausgestattete Werkstatt, aber die war sowas von heilig, da hätte ich ein A*schreise von Berlin bis nach Timbuktu bekommen, wenn ich da eine Zange oder sonstwas ausgeborgt hätte. 

Dementsprechend sah natürlich das Ergebnis aus. Eine Pinzette wollte mir auch niemand geben, und entsprechend krumm, schief und hässlich waren die Kleinteile angeklebt. Angemalt habe ich die Bausätze dann auch noch, wobei das Pinselreinigen beinahe unmöglich war. Denn Verdünner wollte mir auch keiner in die Hand drücken, damit ich bloß nicht das ganze Haus damit in die Luft jage...

Jahre später: 

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich darauf kam, mir von einen Tag auf den anderen 2 Bausätze, Farben, Pinsel und allerlei Kleinwerkzeug zu kaufen. Auf jeden Fall saß ich dann dort, nach der Nachtschicht und 600km Autobahn in den Knochen und bastelte wie doof. Total übernächtigt werkelte ich stundenlang vor mich hin. Das Ergebnis? Nicht hässlich. Aber schön ist anders. Jedenfalls war das der Startschuss, mir dann noch eine Airbrush zu kaufen, und die Bastelecke um diverse Werkzeuge und Kleinigkeiten zu erweitern. Mein Fernziel sind große Modelle, entsprechend mit Fotoätzteilen und das ein oder andere Diorama. Da habe ich schon genaue Vorstellungen, was ich so bauen möchte.
Bis dahin kommen erstmal ein paar kleinere Bausätze dran, einfach zur Übung und zum Rumprobieren. Die sind günstig, wenn da was in die Hose geht tut das nicht weh. Am Ende sehen sie trotzdem noch gut genug aus, um irgendwo auf der Fensterbank oder im Regal zu stehen. 
Generell ist für mich da aber der Weg das Ziel. Ich kann konzentriert an den Bausätzen rumfuchteln und kann dabei halbwegs abschalten.

Meine Frau toleriert das Ganze, wie eigentlich immer. Die hat auch mein Bogenschießen sanft lächelnd hingenommen und so wundert sie sich auch gar nicht mehr, wenn ich wieder eine Tüte voll mit Farben, Pinseln, Spachtelmasse oder sonstwas mit nach Hause schleppe.
Benutzeravatar
Shyraz
Beiträge: 157
Registriert: Fr 7. Apr 2017, 20:27

Mo 3. Jul 2017, 22:52

Erst mal Danke euch Beiden, dass ihr hier eure Geschichte zum Besten gegeben habt. :) Macht Spaß sowas zu lesen. 

Tuvinator, du fährst nach einer Nachtschicht noch 600km? Mir würden da nach spätestens 50 die Augen zufallen. Kaffee-Abonoment in Platin? ;)

Meine Geschichte fehlt noch, wa? 

1. Prolog

Als Kiddy nahmen mich meine Eltern Samstags immer mit zum Wocheneinkauf in den nicht weit entfernten Supermarkt. Im gleichen Gebäude war auch ein Rofu-Kinderland, nach beständigem Genörgel, Bitten und Augenklimpern gaben meine Eltern dann ab und an nach und wir (mein Bruder und ich) durften uns dort noch eine Kleinigkeit aussuchen. Irgendwann hielt ich dann halt einen Revell-Baussatz in den Händen. Ich weiß nur noch, dass es ein kleines Flugboot war. Nach dem Einkauf hatte ich dann immer direkt noch Sport, weiß nur nicht mehr ob Handball oder Karate. Als ich dann voller Baulust nach dem Training nach Hause tollte stand das zusammengebaute Modell nebst meines gemein grinsenden großen Bruders schon im Esszimmer. :( Die Enttäuschung war natürlich groß. Nun ja, nach einer brüderlichen Rauferei quer durchs Haus, dem beherzten Eingreifens und Trennens der Streithähne durch meinen Vater und einer Aussprache, die im Versprechen endete, dass ich mir ein neues Modell aussuchen durfte (und mein Bruder zur Strafe natürlich nicht) kam ich dann endlich zum Bauspaß. Was dann folgte war ein monatelanger Baukrieg zwischen zwei Brüdern. Dabei ging es weniger um Qualität sondern um brüderliche Ehre. :D

2. Intermezzo

 Pupertät, Mädels, Weinfeste und andere Anlässe des kollektiven Alkohlkonsums und natürlich der verbissen verfolgte Sport (bei beiden Gebrüdern aus Pech und Schwefel, Doppelpack Fatale, zum Leidwesen unserer Eltern ;) ) beendeten den heimischen Plastikkrieg dann irgendwann recht abrupt. Es folgten die üblichen Stationen des Lebens. 

3. 20 Jahre Später

Ich weiß auch nicht mehr, wie ich vor 3 Monaten plötzlich auf die Idee gekommen bin: "Och warum eigentlich nicht?" Plötzlich war das Thema Modellbau halt präsent und da ich ein Mann bin der gerne direkt (und manchmal überstürzt) zur Tat schreitet, war ich schon am Bau des ersten Modells in diesem Jahrtausend. Durch das Stöbern in diesem und anderen Foren natürlich mit deutlich gesteigertem Anspruch. Ich weiß, dass da noch ordentlich Luft nach oben ist, aber ich freue mich bei jedem Modell aufs Neue, wieder was gelernt zu haben und wieder ein bisschen besser geworden zu sein. So will ich das auch fortführen, denn mich hat da eine kleine Sucht gepackt. :)

Mein Burgfräulein quittiert das nur mit sanftem, wohlwollenden Kopfschütteln. Sie ist ja schon gewohnt, dass ich immer wieder mit höchst merkwürdigen Ideen um die Ecke komme und ich glaube sie ist auch ganz froh, dass das mal eine Sache ist, bei der ich nicht latent Gefahr laufe, mir den Hals zu brechen (ich bin ein kleiner Adrenalin-Junkie). Einzig den Parkett im Arbeitszimmer hat sie sorgenvoll im Auge. Bei jedem "Mist", "Verdammt" oder auch einfach nur "Ups" rennt sie immer panisch rüber um zu schauen, was ich in ihrer Vorstellung wohl gerade ruiniert habe. :D
Das nächste Wunder liegt nur ein Atom von dir entfernt.
tuvinator
Beiträge: 9
Registriert: Di 2. Dez 2014, 20:52

Mi 5. Jul 2017, 08:44

Shyraz hat geschrieben:
Tuvinator, du fährst nach einer Nachtschicht noch 600km? Mir würden da nach spätestens 50 die Augen zufallen. Kaffee-Abonoment in Platin? ;)
Ja, in dem Fall war das leider nicht anders zu lösen. Das Hotel war bis Freitags gebucht, und wie das so ist: Die Zimmer müssen bis 10, 11 Uhr geräumt sein, Also war es keine Option, sich morgens um 6 nochmal hinzulegen. Demzufolge Hackengas, ab auf die Bahn, und vom Süden Deutschlands wieder bis ins tiefste Ruhrgebiet gefahren.
Benutzeravatar
Phylax Lüdicke
Beiträge: 399
Registriert: Mi 9. Aug 2017, 14:27
Wohnort: Mannheim

Di 31. Jul 2018, 00:17

Meine allerersten Plastiknodelle waren eine Messerschmitt Bf109-E3 von Adolf Galland vom Jagdgeschwader 26 in 1:48 und ein canadischer JaBo in 1:72- und ich konnte damals so überhaupt nichts damit anfangen. Hilfe und Ratschläge bekam ich nicht und so ließ ich die Bausätze einfach Bausätze sein...
Ich glaube, es war im Alter von 11 oder 12 Jahren, als ich anfing, mir kleine Soldaten zu kaufen. In diesen Tüten waren damals- glaube ich- so um die 100 Figuren mit Panzern und Flaggen und Sandsäcken und Nissenhütten und Geschützen, mit welchen man irgendwelche Projektile verschießen konnte. Die Figuren und Zelte waren ok, aber der Rest gefiel mir nicht; das war dann der Beginn des Modellbaus. Die ersten Panzer und Schiffe einfach "ohne Sinn und Verstand" zusammengeklebt und auch nicht bemalt. Dann habe ich angefangen, die Panzer zu lackieren. Sie waren nicht besonders toll, aber zum Spielen im Sandkasten hat es gereicht. Zwischendurch hatte ich mich dann auch an der Victory, der Prince, der Saint Louis, der Santa Maria, der Bismarck und einigen anderen Schiffen versucht. Nach meinem Wehrdienst, 1989, ist das dann so langsam eingeschlafen und während meiner Lehre hatte ich keine Zeit und keine Lust für und auf Plastikmodellbau.
Es muß wohl um 1996/97 herum gewesen sein, als ich anfing, napoleonische Figuren in 1:72 zu bemalen. Ich machte mir damals vor, es sei nur, um zu sehen, ob ich noch so etwas hinbrächte... ;-)
Dann kamen konföderierte Soldaten, dann war ich irgendwann wieder bei der deutschen Wehrmacht und- Potzblitz!!!- hatte ich eine Serie Messerschmitts in der Mache. Seither verbringe ich immer wieder viel Zeit im Bastelkeller. So einiges an Ideen hole ich mir auch bei verschiedenen Veranstaltungen der Living-History- und Reenactmentszene.
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
Benutzeravatar
SharkHH
Beiträge: 811
Registriert: Mo 27. Apr 2015, 12:34

Di 31. Jul 2018, 10:53

Ich stelle fest: die Pubertät ist der Totengräber des Modellbaus. Vielleicht sollte das Marketing von Revell mal eine Studie in Auftrag geben, wie die Pubertät, die gerade auch für die Eltern der Pubertisten alles andere als einfach und vor allem lustig ist, überwunden werden kann. ;-)

Mir ging es nämlich genauso.
Happy modelling allerorten.
SharkHH
Make glueing great again.
Mein bisheriges Schaffen
Benutzeravatar
Nightquest1000
Beiträge: 1693
Registriert: Mi 10. Feb 2016, 13:14

Mi 1. Aug 2018, 14:05

Naja also, schreib ich auch was zur Modellbaukarriere.

Mit 10 oder 11 Jahren habe ich von meinem Vater, wohl in der Überzeugung als von ihm abstammender Spross muss in mir ein begnadeter Nachwuchshandwerker stecken, einen Bausatz der Endeavour geschenkt bekommen. Hersteller weiß ich nicht mehr, auch der Maßstab ist nicht mehr überliefert. Ich weiß noch, das ich sehr enthusiastisch kommenden Piratenabenteuern entgegengefiebert habe, aber das Modell wurde nie fertiggestellt. Zur selben Zeit habe ich auch gespannt meinem Vater dabei zugesehen, wie er Modelle alter Segelschiffe zusammengeklebt hat, die dann als maßstäblich entgleiste Dekoration im heimischen Aquarium versenkt wurden.
Später habe ich mir vom Taschengeld eine HMS Belfast in 1/350 gekauft. Die habe ich Metallic-Blau gestrichen. Warum weiß ich nicht mehr.
Dann kann ich mich an einen Sikorsky Hubschrauber erinnern, den ich tatsächlich auch gebaut habe. Da muss ich 12 oder 13 gewesen sein. Ohne Bemalung, da das Plastik ja schon so schön Rot war.
Dann kam die Entmodellisierung mit etwa 15 Jahren.
Dann hatte ich eine Phase zwischendurch in der Autos entstanden sind, die damals nicht meinen Vorstellungen eines vernünftigen Automodells entsprachen. Dann erschienen die ersten Bburagos in 1/18 und ich war infiziert vom Sammelfieber.
Dann die Ernüchterung. als ich mir eingestehen musste, das die Dinger eigentlich, außer der mehr oder weniger stimmigen Silhouette, auch nicht die Quadratur des Modellbaus darstellten.
Also habe ich angefangen mit Eisenbahnmodellkabeln Motorräume aufzuhübschen. Dann kam ein Synapsenfurz nach dem anderen und das gipfelte dann in einem Bburago-Testarossa in 1/18 den ich, nach Demontage und Ablackieren, mit bemerkenswerten Mengen Spachtelmasse in einen König-Testarossa verwandelt habe. Spraydosenlackierung drauf, wieder zusammengebaut und fertig. Schön war er nicht. Aber viele Eisenbahnkabel hatte er im Motorraum. Ach so, und einen König Schriftzug aus Abreibebuchstaben aus dem Büromaterialgeschäft.
Relativ schnell fand ich dann aber den Weg zu den 1/43ern. Weißmetall oder Resinbausätze von AMR, Provence Moulage, Starter und viele Andere.
Da habe ich angefangen die Sache ernsthaft zu betreiben und mich dann auch immer wieder mit 1/24ern und 1/18ern beschäftigt.
Gebaut habe ich fast nur Oldtimer, weil ich ein Hardcore-Oldtimer Fan bin. Ich habe über die Jahre einiges an Wissen zu dem Thema und eine als wirklich groß zu bezeichnenede Bibliothek mit Auto-Büchern aufgebaut.
Und es war immer der Weg, der das Ziel war. Jedes Modell musste besser werden als das vorherige. Dann waren sie Langweilig und ich habe daran gedacht die fertigen Modelle zu verkaufen. Was ich auch tatsächlich gemacht habe. Etwa 5 Jahre lang habe ich Auftragsmodellbau nebenher betrieben. Immer nur Autos. Ich hatte einen Sammler, dem habe ich in 1/43 alle jemals gebauten Ferrari F1 Fahrzeuge gebaut. Der Besitzer vom damaligen Rosso Bianco hat Modelle bei mir gekauft und ein 1/12 Lotus F1 von Jim Clarke steht bei Prinz Ferdinand (Poldi) von Bayern. Immerhin. Der hat damals mit dem Dieter Quester zusammen einen BMW 2002 beim AVD Oldtimer Grandprix gefahren. Da hatte ich einen Verkaufsstand im Fahrerlager. Da sind die beiden bei mir aufgekreuzt. Das waren coole Zeiten. Vier mal hatte ich so einen Stand am Ring. Ein Jahr lang bauen und dann am Ring verkaufen. So hätte es weiter gehen können.
Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die böse Industrie gemacht. Die hatten nämlich schwer aufgerüstet und Hersteller wie Paul's Models haben Qualitäten zu Preisen vom Band gelassen, die meine One-Offs für Sammler uninteressant gemacht haben. Poldi hat immerhin 1000,- DM für seinen Lotus bei mir gelassen. Und so wurde das Interesse immer geringer und für mich hat sich das Ganze nicht mehr gerechnet.
Etwa zu der Zeit kam dann ein Triumph TR3 in meinen Besitz. Und der Besitz eines Oldtimers hat mir dann auch den Bau von Oldtimer Modellen etwas verwässert. Vielleicht waren die Modell-Oldtimer immer nur Kompensation zum fehlenden Original. Jedenfalls kamen wieder entmodellisierte Jahre in denen meine Zeit und Energien in den Triumph und dessen Erhalt geflossen sind.
Dann habe ich wieder zum Modellbau gefunden. Allerdings keine Autos mehr, sondern Schiffe. Das war die Zeit, in der ich im Holzmodellbau unterwegs war.
Dann kam, nach einer Übergangszeit der Wiedereinstieg in den Plastikmodellbau. Immer noch im Bereich Schiffe.
Dann haben sich die Flugzeuge und dann die Panzer dazugesellt. Neuerdings dann auch noch Sci-Fi.
Meine Holde hat sich abgewöhnt den steten Abfluss von Geld in meine unzähligen Hobbies zu kritisieren. Ich denke sie weiß das ich Macho genug bin mir sowieso nichts verbieten zu lassen.

So, nun wisst ihr einiges über mich.

Grüße
Tom
Am Liebsten sind mir Menschen die mir reinen Wein einschenken. Oder Whisky. Whisky geht auch.
Benutzeravatar
Nightquest1000
Beiträge: 1693
Registriert: Mi 10. Feb 2016, 13:14

Do 2. Aug 2018, 09:52

für die, die's interessiert hier mal ein paar Werke aus meiner automobilen Phase. Bitte die suboptimale Qualität der Bilder zu entschuldigen, ich hab alte Fotos abfotografiert.

Ein Bugatti T59 1/18 auf Bburago Basis. Chassis und Motor aus Alu neu gebaut


t59.JPG
t59.JPG (60.39 KiB) 1735 mal betrachtet

t59_2.JPG
t59_2.JPG (52.25 KiB) 1735 mal betrachtet


Jaguar XKSS 1/24


XKSS.JPG
XKSS.JPG (62.25 KiB) 1735 mal betrachtet

xkss_2.JPG
xkss_2.JPG (62.26 KiB) 1735 mal betrachtet


Ferrari T4 und T5 in 1/43


T4_t5.JPG
T4_t5.JPG (50.89 KiB) 1735 mal betrachtet


Niki Laudas T3 in 1/12 auf Tamyia Basis


t3_1.JPG
t3_1.JPG (67.26 KiB) 1735 mal betrachtet

t3_2.JPG
t3_2.JPG (107.66 KiB) 1735 mal betrachtet


der Ferrari T4 Motor, ebenfalls Tamyia 1/12


t4.JPG
t4.JPG (117.57 KiB) 1735 mal betrachtet


eine Indian in 1/12


Indian.JPG
Indian.JPG (103.17 KiB) 1735 mal betrachtet


der Ferrari F1 Turbo Motor in 1/12


f1T.JPG
f1T.JPG (86.17 KiB) 1735 mal betrachtet


Jaguar D-Type 1/24 Resin Kit


d_1.JPG
d_1.JPG (75.35 KiB) 1735 mal betrachtet

d_2.JPG
d_2.JPG (68.14 KiB) 1735 mal betrachtet


Chevy V8 Small Block 1/24


cv8.JPG
cv8.JPG (75.91 KiB) 1735 mal betrachtet


Ferrari 512, das spätere Peter Heuberger Auto


512PH.JPG
512PH.JPG (51.4 KiB) 1735 mal betrachtet


Ferrari 512 Kurzheck 1/24


512k.JPG
512k.JPG (87.61 KiB) 1735 mal betrachtet

512k_2.JPG
512k_2.JPG (93.43 KiB) 1735 mal betrachtet

512k_3.JPG
512k_3.JPG (101.32 KiB) 1735 mal betrachtet


eine Cobra 427, Umbau nach FIA Anhang K (hist.Motorsport)


427.JPG
427.JPG (61.56 KiB) 1735 mal betrachtet

427_2.JPG
427_2.JPG (69.63 KiB) 1735 mal betrachtet


Porsche 356 1/24


356.JPG
356.JPG (71.88 KiB) 1735 mal betrachtet


das mal eine kleine Auswahl. Ich habe bestimmt über 200 Autos gebaut. Bis auf eine Handvoll als Andenken alle verkauft.
Am Liebsten sind mir Menschen die mir reinen Wein einschenken. Oder Whisky. Whisky geht auch.
Benutzeravatar
Phylax Lüdicke
Beiträge: 399
Registriert: Mi 9. Aug 2017, 14:27
Wohnort: Mannheim

Do 2. Aug 2018, 09:58

HERRLICH!!! :clap: Absolut schön! :respekt: Ich hab zwar mit Rennsport so überhaupt nichts am Hut, aber ich sehe, wenn ein Künstler am Werke war- und was Du da gebaut hast, das IST Kunst! Chapeau, mein Guter! :-)
Gruß von Bord und immer 'ne handbreit Wasser unterm Kiel!

Holger
Nickbugs
Beiträge: 65
Registriert: Mi 17. Okt 2018, 08:18
Wohnort: Tor zur Eifel

Mo 5. Nov 2018, 13:02

Bei mir sieht die Lage etwas anders aus.
Ich war knapp 15 Jahre aus dem Modellbau heraus und bin durch einen Krankheitsstand wieder ins Hobby gekommen, also nicht wirklich wurde ich durch ein Modell aus meiner Jugend wieder infiziert. Es war einfach durch die längere Krankschreibung die Zeit übrig, sich eine Beschäftigung zu suchen, die nicht körperlich anstrengend ist.

Nur habe ich mir manche Modelle aus der Jugendzeit (die zum Großteil komplett im Sinne von nichts abgebrochen überlebt haben!) genommen und restauriert, wenn es nötig war wieder beschafft - um sie nach meinen heutigen Fähigkeiten neu zu bauen.
Angefangen habe ich mit Neubauten meines ersten Modells - der Beechcraft Bonanza - und weiteren. Da sind der Ferrari 288 GTO und 51er Chevroolet Bel Air zu nennen...Bilder muss ich mal suchen. Auch die Alten vs. Neuen, was momentan durch verpackte Kisten etwas kompliziert ist, sie heraus zu kramen.
Restaurieren mache ich heute noch zwischen durch. Auch immer schön 8-)
Viele Grüße,
Dominik
Bonshand
Beiträge: 17
Registriert: So 19. Mai 2019, 23:14

Di 21. Mai 2019, 00:58

Oh toll,ja ich hab als sehr junger bub, angefangen zu bauen,mein Vater war grosser modellbahn Fan, und so kam ich auch mit revell in Berührung wenn wir einkaufen waren,jetzt viele Jahre später kaufte mein bester Kumpel die 50 Jahre Enterprise Set! Und fragte mich ob ich die zwei Modelle bauen könnte ;) tja erst ein paar Pinsel etwas Farbe, und ehe ich mich versah wurde die intresse immer mehr, und es mach richtig Spaß
Antworten

Zurück zu „Café“